Vreneli 20 Franken: Der komplette Ratgeber zur Schweizer Goldmünze
Kaum eine europäische Goldmünze ist so verbreitet und zugleich so unterschätzt wie das 20-Franken-Vreneli. 58,6 Millionen Exemplare verließen zwischen 1897 und 1949 die Eidgenössische Münzstätte in Bern – ein Bestand, der bis heute den Handel in Deutschland, Österreich und der Schweiz prägt. Wer kleine Goldstücke sucht, die teilbar, europaweit bekannt und leicht wieder verkäuflich sind, landet fast zwangsläufig bei der Münze mit dem Mädchen im Zopf. Dieser Ratgeber ordnet Technik, Jahrgänge, Erhaltungsgrade, Aufgeld und die steuerliche Behandlung in Deutschland ein.
Das Vreneli in Zahlen: der technische Steckbrief
Das 20-Franken-Vreneli ist eine klassische Umlaufmünze der Lateinischen Münzunion. Deren Standard schrieb für ein 20-Einheiten-Goldstück 6,4516 Gramm Raugewicht bei einem Feingehalt von 900/1000 vor – exakt dieselben Werte, die auch für die französischen 20 Francs, die italienischen 20 Lire oder die belgischen 20 Francs galten. Daraus ergibt sich ein Feingewicht von rund 5,806 Gramm Gold, also etwa 0,1867 Feinunzen.
| Merkmal | 10 Franken | 20 Franken | 100 Franken |
|---|---|---|---|
| Raugewicht | 3,226 g | 6,452 g | 32,258 g |
| Feingehalt | 900/1000 | 900/1000 | 900/1000 |
| Feingewicht | 2,903 g | 5,806 g | 29,032 g |
| Durchmesser | 19,0 mm | 21,0 mm | 35,0 mm |
| Dicke | 0,9 mm | 1,25 mm | 2,2 mm |
| Prägejahre | 1911–1922 | 1897–1949 | 1925 |
| Gesamtauflage | 2,6 Mio. | 58,6 Mio. | 5.000 |
Alle drei Nennwerte stammen aus der Münzstätte Bern und tragen entsprechend das Münzzeichen B. Die Legierung besteht neben dem Gold aus Kupfer, was der Münze den warmen, leicht rötlichen Ton und eine hohe Abriebfestigkeit gibt. Genau deshalb überstanden viele Stücke Jahrzehnte im Umlauf, ohne nennenswert an Substanz zu verlieren – ein praktischer Vorteil gegenüber weichen 999er-Anlagemünzen.
Motiv und Rand im Detail
Die Vorderseite zeigt einen Frauenkopf im Profil nach links, das Haar zum Zopf geflochten und von einem Haarband gehalten, dahinter ein Alpenmassiv und darüber den Schriftzug HELVETIA; am unteren Rand steht die Signatur F. LANDRY. Beim 20-Franken-Stück trägt die Rückseite das Schweizerkreuz im Wappenschild über einem Eichenzweig, daneben den Nennwert und darunter Jahreszahl sowie Münzzeichen. Bei den Nennwerten zu 10 und 100 Franken fällt die Rückseite anders aus: Dort steht das Schweizerkreuz in einem Strahlenkranz, Nennwert und Jahreszahl sitzen in der Mitte, unten schließen Zweige mit Alpenrosen- und Enzianblüten das Bild ab.
Ein Blick auf den Rand verrät schnell, welche Prägung man in der Hand hält. Beim 20-Franken-Vreneli laufen bis zum Jahrgang 1935 zweiundzwanzig erhabene Sterne für die damaligen 22 Kantone um die Münze, während die späten Jahrgänge 1947 und 1949 stattdessen die Randschrift AD LEGEM ANNI MCMXXXI tragen. Der Rand des 10-Franken-Stücks ist geriffelt, der des 100-Franken-Stücks trägt die Umschrift DOMINUS PROVIDEBIT.
Von Helvetia zum Vreneli: wie das Motiv entstand
Vor 1897 zeigte das Schweizer 20-Franken-Goldstück den sogenannten Helvetiakopf – eine allegorische Frauengestalt mit Diadem, wie sie im 19. Jahrhundert in ganz Europa üblich war. Die Münze wurde von 1883 bis 1896 geprägt und wirkte auf viele Zeitgenossen austauschbar: Frankreich, Italien und Belgien hatten optisch ähnliche Entwürfe im Umlauf. 1895 beschloss der Bundesrat deshalb eine Modernisierung des Münzbildes. Das neue Motiv sollte unverwechselbar schweizerisch sein.
Der Wettbewerb ging an den Neuenburger Graveur Fritz Ulysse Landry. Sein Entwurf war der Münzkommission zunächst zu jugendlich und zu wenig würdevoll; auch die Bergsilhouette im Hintergrund musste er überarbeiten. Erst nachdem die dargestellte Frau ein Haarband erhalten hatte und die Komposition mehrfach nachgeschnitten worden war, ging die Münze 1897 in Produktion. Der Kosename Vreneli – die schweizerdeutsche Verkleinerungsform von Verena – setzte sich erst im Lauf der folgenden Jahrzehnte durch; eine offizielle Bezeichnung war er nie.
Die Schweiz wollte eine Münze, die nicht nur Goldwert besitzt, sondern auch wiedererkennbar ist. Genau diese Wiedererkennbarkeit ist heute der Grund, warum das Vreneli im europäischen Handel so liquide bleibt.
Die Helvetia-Stücke von 1883 bis 1896 sind technisch identisch mit dem Vreneli: gleiches Gewicht, gleiche Legierung, gleicher Durchmesser. Sie werden im Handel meist im selben Preisband gehandelt, sind wegen der deutlich kleineren Auflagen aber seltener anzutreffen. Sammler kombinieren beide Serien gern zu einer durchgehenden Reihe von 1883 bis 1949 – im Shop etwa über den Komplettsatz mit zehn Helvetia-Goldmünzen von 1883 bis 1896.
Jahrgänge, Lücken und das Rätsel um das „L"
Die Prägegeschichte des Vreneli verläuft alles andere als gleichmäßig. Bis 1916 erschien die Münze nahezu jährlich, meist in Auflagen zwischen 100.000 und 750.000 Stück. Danach folgten größere Lücken: In den Zwischenkriegsjahren wurden nur die Jahrgänge 1922, 1925 bis 1927, 1930 und 1935 aufgelegt. 1936 wertete die Schweiz den Franken um rund 30 Prozent ab und gab die feste Goldparität des Münzgesetzes von 1931 auf. Der Goldwert eines 20-Franken-Stücks kletterte damit auf etwa 28 Franken – der Materialwert überstieg den Nennwert deutlich, und die Münzen verschwanden aus dem Zahlungsverkehr in die Tresore.
Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Münzstätte die Produktion wieder auf – allerdings mit einem Kunstgriff. Die zwischen Februar 1945 und April 1947 aus Goldbeständen der Schweizerischen Nationalbank hergestellten Münzen trugen weiterhin die Jahreszahl 1935, ergänzt um ein vorangestelltes L für das französische Lingot (Barren). Der Grund: Der Abwertungsbeschluss von 1936 sah keine feste Goldparität mehr vor. Mit der alten Jahreszahl signalisierte man, dass die Stücke dem Feingehalt nach dem Münzgesetz von 1931 entsprachen; das vorangestellte L machte zugleich den Charakter als Handelsware kenntlich. Von dieser Variante entstanden 20.008.813 Stück – sie ist damit der mit Abstand häufigste Jahrgang überhaupt. Im März 1947 beschloss der Bundesrat, die umstrittene Rückdatierung aufzugeben; die letzten Prägungen von 1947 und 1949 tragen wieder ihr tatsächliches Jahr.
Das „L" richtig lesen
Ein Stück mit der Jahreszahl 1935 ohne vorangestelltes L ist eine reguläre Vorkriegsprägung mit vergleichsweise kleiner Auflage und damit für Sammler interessant. Steht dagegen ein L vor der Jahreszahl, handelt es sich um die Nachkriegsprägung der Jahre 1945 bis 1947 – Massenware im besten Sinn und der Klassiker für alle, die schlicht Gold in kleiner Stückelung wollen. Die letzten Prägejahre 1947 und 1949 erkennt man daran, dass der Rand statt der 22 Sterne die erhabene Inschrift AD LEGEM ANNI MCMXXXI trägt, also „nach dem Gesetz des Jahres 1931".
Für den reinen Goldkäufer ist die Jahrgangsfrage zweitrangig: Ein L-1935er enthält exakt so viel Feingold wie ein 1897er. Für Sammler dagegen entscheidet sie über deutliche Preisunterschiede. Frühe Jahrgänge, kleine Auflagen und besonders gut erhaltene Stücke werden mit Aufschlägen gehandelt, die weit über dem reinen Metallwert liegen können. Wer beides verbinden möchte, greift zu Jahrgangssätzen wie dem Komplettsatz mit 14 Vreneli-Goldmünzen der Jahrgänge 1897 bis 1910.
10, 20 oder 100 Franken: welcher Nennwert für wen?
Die drei Nennwerte richten sich an sehr unterschiedliche Käufergruppen. Das 20-Franken-Stück ist der Standard und gewissermaßen das Arbeitspferd der Serie: rund 5,8 Gramm Feingold, riesiger Bestand, hohe Bekanntheit und eine enge Spanne zwischen An- und Verkauf. Wer Gold in kleinen Einheiten halten will, ohne beim Aufgeld unnötig draufzulegen, ist hier richtig.
Das 10-Franken-Vreneli mit 2,903 Gramm Feingold wurde nur zwischen 1911 und 1922 geprägt und ist mit 2,6 Millionen Exemplaren deutlich seltener. Es bietet die feinste sinnvolle Stückelung und eignet sich für kleine Schenkungen oder für Käufer, die ihren Bestand in besonders kleinen Portionen aufteilen möchten. Dafür zahlt man prozentual das höchste Aufgeld, weil sich Prägekosten, Prüfung und Handelsmarge auf weniger Metall verteilen.
Das 100-Franken-Vreneli ist ein Sonderfall und kein Ersatz für Standard-Anlagegold. Es wurde 1925 einmalig in einer Auflage von 5.000 Stück ausgegeben; rund 1.200 Exemplare wurden später von der Schweizerischen Nationalbank wieder eingeschmolzen, sodass höchstens etwa 3.800 Stück erhalten geblieben sein dürften. Der Preis dieser Münze hat mit dem Goldwert von knapp 29 Gramm nur noch am Rande zu tun – hier zahlt man in erster Linie einen numismatischen Seltenheitswert.
Erhaltungsgrade: warum „handverlesen" einen Unterschied macht
Historische Umlaufmünzen kommen nicht steril aus der Prägeanstalt, sondern haben oft Jahrzehnte in Kassen, Tresoren und Sammelschachteln verbracht. Im Handel haben sich deshalb Erhaltungsstufen etabliert, die den optischen Zustand beschreiben und in Angeboten regelmäßig auftauchen.
| Stufe | Zustand |
|---|---|
| Sehr schön (ss) | deutliche Gebrauchsspuren, Relief teilweise abgeflacht, Randkerben möglich |
| Vorzüglich (vz) | geringe Umlaufspuren, Motiv vollständig erhalten, feine Kratzer im Feld |
| Stempelglanz (st) | praktisch ohne Umlaufspuren, ursprünglicher Prägeglanz vorhanden |
| Bankfrisch | Handelsbezeichnung für einwandfreie Stücke ohne Beschädigung, üblich im Anlagegeschäft |
Beim Standardangebot mit gemischten Jahrgängen erhalten Sie Münzen in üblicher Handelsqualität – gewogen und geprüft, aber optisch heterogen. Wer Wert auf ein gleichmäßiges Erscheinungsbild legt, findet in handverlesenen 20-Franken-Vreneli die bessere Wahl: Diese Stücke werden vor dem Versand einzeln gesichtet und aussortiert. Der Aufpreis gegenüber der Standardausführung mit gemischten Jahrgängen ist überschaubar und rechnet sich vor allem dann, wenn die Münze verschenkt oder langfristig als Sammlung aufgebaut werden soll.
Praxishinweis: Eine leichte Patina ist bei 900er Gold normal und kein Mangel. Polieren Sie historische Münzen niemals – jede Reinigung hinterlässt mikroskopische Kratzer, mindert den Sammlerwert dauerhaft und ist für Fachleute sofort erkennbar.
Aufgeld: wie sich der Preis zusammensetzt
Der Wert eines Goldvreneli ergibt sich zunächst schlicht aus 5,806 Gramm Feingold zum jeweiligen Tageskurs. Darauf legt der Handel ein Aufgeld, das mehrere Faktoren abbildet: Beschaffung am Zweitmarkt, Prüfung, Sortierung, Verpackung, Versicherung und Lagerhaltung. Weil es sich um kleine Einheiten handelt, fällt dieses Aufgeld prozentual höher aus als bei einer Unzenmünze – ein Effekt, den jede Stückelung mit sich bringt, unabhängig vom Herkunftsland.
Interessant wird der Vergleich mit modernen Anlagemünzen. Eine Unze Gold in einem einzigen Stück ist im Einkauf günstiger als dieselbe Menge in gut fünf Vreneli. Dafür bieten die kleinen Münzen Flexibilität: Sie können in Teilbeträgen verkaufen, ohne eine ganze Unze auflösen zu müssen. Wer sein Depot ausschließlich aus Unzenstücken aufbaut, verliert diese Möglichkeit.
| Einheit | Feingold | Anteil einer Unze | Typische Rolle im Depot |
|---|---|---|---|
| 10 Franken Vreneli | 2,903 g | ca. 1/10,7 | feinste Teilbarkeit |
| 20 Franken Vreneli | 5,806 g | ca. 1/5,4 | Kleingold-Standard |
| 1/2 Unze moderne Anlagemünze | 15,55 g | 1/2 | Mittelposition |
| 1 Unze moderne Anlagemünze | 31,10 g | 1/1 | Kostengünstigste Basis |
Der langfristige Blick auf den Goldpreis zeigt, warum Stückelung überhaupt zum Thema wird: Je höher der Unzenpreis steigt, desto größer wird der Betrag, den man beim Verkauf eines einzelnen Unzenstücks bewegen muss.
Komplettsätze, Boxen und Tuben: die Frage der Menge
Im Handel begegnen Ihnen drei Darreichungsformen. Einzelmünzen in Kapsel oder Münzhülle sind die flexibelste Variante und lassen sich stückweise wieder abgeben. Boxen und Tuben bündeln größere Mengen – die Vreneli-Box mit 25 Stück zu 20 Franken etwa entspricht rund 145 Gramm Feingold und wird meist mit leicht günstigerem Aufgeld je Münze kalkuliert. Komplettsätze schließlich sind eine eigene Kategorie: Sie folgen einer numismatischen Logik und werden nach Vollständigkeit bewertet, nicht nach Gewicht.
- Komplettsatz 7 × 10 Franken Vreneli (1911–1922) – die vollständige Reihe des kleinen Nennwerts.
- Komplettsatz 14 × 20 Franken Vreneli (1897–1910) – die frühen Jahrgänge der Hauptserie.
- Komplettsatz 10 × 20 Franken Helvetia (1883–1896) – die Vorgängerserie als Ergänzung.
- 100-Franken-Vreneli von 1925 – das Spitzenstück mit 5.000 Exemplaren Auflage.
Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Ein Komplettsatz ist keine kostengünstige Form, Gold zu erwerben. Sein Aufgeld liegt spürbar über dem von Einzelmünzen, weil das Zusammenstellen vollständiger Jahrgangsreihen Zeit und Marktzugang erfordert. Wer primär Metall sucht, fährt mit Einzelstücken oder Boxen sachlicher. Wer eine Sammlung aufbauen möchte, spart mit einem fertigen Satz jahrelange Suche. Einen Überblick über alle verfügbaren Nennwerte, Sätze und Boxen finden Sie in der Vreneli-Kategorie im Shop.
Echtheit prüfen: worauf Sie achten sollten
Weil das Vreneli so verbreitet ist, kursieren auch Fälschungen – von plumpen Nachbildungen aus unedlen Metallen bis zu handwerklich guten Nachprägungen, die zwar den korrekten Goldgehalt aufweisen, aber nicht aus der Eidgenössischen Münzstätte stammen. Für eine erste Einschätzung genügen meist eine Feinwaage und ein Messschieber: Das 20-Franken-Stück wiegt 6,45 Gramm mit einer Toleranz im Hundertstelbereich und misst 21,0 Millimeter im Durchmesser bei 1,25 Millimetern Dicke. Weicht das Maß ab, während das Gewicht stimmt, deutet das auf eine falsche Legierung hin.
Anschließend lohnt der Blick auf den Rand: Die Vorkriegsprägungen zeigen 22 saubere, erhabene Sterne, die Jahrgänge 1947 und 1949 eine klar geschnittene lateinische Randschrift. Verwaschene Sterne, unsaubere Übergänge oder ein Rand, der nicht zur Jahreszahl passt, sind Warnsignale. Ein Neodym-Magnet ist zwar kein Beweis, aber ein schneller Ausschlusstest, denn Gold ist nicht magnetisch. Wer nicht selbst prüfen möchte, kauft bei einem Händler mit dokumentierter Eingangskontrolle: Bei Kettner Edelmetalle durchläuft jede historische Münze eine ISO-konforme Echtheitsprüfung, bevor sie in den Versand geht – das ist bei Zweitmarktware wichtiger als bei Neuprägungen direkt von der Münzstätte.
Steuern und Wiederverkauf in Deutschland
Das 20-Franken-Vreneli erfüllt die Kriterien für Anlagegold nach § 25c Umsatzsteuergesetz: Es wurde nach 1800 geprägt, war im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel, hat einen Feingehalt von mindestens 900/1000 und wird üblicherweise zu einem Preis gehandelt, der den Goldwert um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt. Der Kauf ist damit in Deutschland umsatzsteuerfrei. Die Münze steht zudem regelmäßig auf der jährlich im EU-Amtsblatt veröffentlichten Goldmünzenliste.
Für den Verkauf gilt § 23 Einkommensteuergesetz: Physisches Gold zählt zu den privaten Veräußerungsgeschäften. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr bleibt ein etwaiger Gewinn steuerfrei; innerhalb der Frist gilt eine Freigrenze von 1.000 Euro pro Jahr für sämtliche privaten Veräußerungsgeschäfte zusammen. Wird sie überschritten, ist der komplette Gewinn steuerpflichtig – es handelt sich um eine Freigrenze, nicht um einen Freibetrag. Bewahren Sie Kaufbelege deshalb dauerhaft auf; sie sind der einzige Nachweis für Anschaffungszeitpunkt und -preis. Wie sich diese Regeln in Ihrem Fall auswirken, sollten Sie mit einem Steuerberater klären – die Angaben hier sind allgemeine Information und keine Beratung im Einzelfall.
Wichtig: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine Steuer- noch eine Anlageberatung. Steuerliche Regelungen können sich ändern, und die konkrete Behandlung hängt von Ihrer persönlichen Situation ab. Wenden Sie sich bei steuerlichen Fragen bitte an einen Steuerberater und bei Fragen zur Vermögensstruktur an einen unabhängigen Berater Ihres Vertrauens.
Beim Wiederverkauf spielt die Bekanntheit die entscheidende Rolle. Vreneli werden von praktisch jedem europäischen Edelmetallhändler und jeder größeren Bank angekauft; die Spanne zwischen An- und Verkaufspreis ist im Vergleich zu exotischen Kleinmünzen eng. Sortenreine Bestände in Tuben oder Boxen lassen sich schneller abwickeln als bunt gemischte Sammlungen, weil der Ankäufer weniger Prüfaufwand hat.
Für wen sich das Vreneli eignet – und für wen nicht
Die Münze ist kein Allheilmittel, sondern ein Baustein mit klarem Profil. Ihre Stärken liegen in der Teilbarkeit, in der Bekanntheit und in der Robustheit: Sie können in kleinen Schritten verkaufen, ohne große Positionen auflösen zu müssen, Sie treffen im gesamten deutschsprachigen Raum und weit darüber hinaus auf Ankäufer, und die 900er Legierung mit Kupferanteil verträgt Handhabung deutlich besser als weiches Feingold. Dass das Vreneli zwei Weltkriege, die Frankenabwertung von 1936 und das Ende des klassischen Goldumlaufs überdauert hat, liegt nicht an besonderer Seltenheit, sondern genau an dieser Verlässlichkeit.
Die Kehrseite ist ebenso klar. Das Aufgeld liegt prozentual über dem von Unzenmünzen – systembedingt bei allen Kleinstückelungen. Und Zweitmarktware variiert optisch, solange man nicht ausdrücklich handverlesene Stücke bestellt. Wer mit möglichst geringen Nebenkosten eine große Menge Feingold aufbauen will, ist mit Barren und Unzenmünzen schlicht besser bedient.
Ein pragmatischer Ansatz vieler Käufer sieht deshalb so aus: die Basis in großen Einheiten aufbauen und einen Teil des Bestands bewusst in kleinen historischen Münzen halten. Das Vreneli, die französischen 20 Francs und die deutschen Reichsgoldmünzen erfüllen dabei dieselbe Funktion – das Vreneli ist unter ihnen die Münze mit dem größten verfügbaren Bestand und damit die praktischste Kleinmünze im europäischen Goldhandel.
Häufige Fragen zum Vreneli 20 Franken
Wie viel Gold steckt in einem 20-Franken-Vreneli?
Die Münze wiegt 6,4516 Gramm bei einem Feingehalt von 900/1000. Daraus ergeben sich rund 5,806 Gramm reines Gold, also etwa 0,1867 Feinunzen. Rund 5,4 Vreneli entsprechen damit einer Feinunze.
Welche Jahrgänge sind besonders wertvoll?
Für den reinen Metallwert spielt der Jahrgang keine Rolle. Sammler zahlen jedoch Aufschläge für frühe Prägungen ab 1897, für Jahrgänge mit kleinen Auflagen und für Stücke in Stempelglanz. Die Nachkriegsprägung mit der Aufschrift „L 1935" ist mit über 20 Millionen Exemplaren der häufigste und damit günstigste Jahrgang.
Was bedeutet das „L" vor der Jahreszahl 1935?
Das L steht für das französische Wort Lingot (Barren). Es kennzeichnet Münzen, die zwischen 1945 und Frühjahr 1947 mit der alten Jahreszahl 1935 nachgeprägt wurden. Es handelt sich um vollwertige offizielle Prägungen der Eidgenössischen Münzstätte, nicht um Nachbildungen.
Ist das Vreneli noch gesetzliches Zahlungsmittel?
Die Münze wurde nie formell außer Kurs gesetzt und trägt weiterhin den Nennwert von 20 Franken. Praktisch spielt das keine Rolle: Der Goldwert übersteigt den Nominalwert um ein Vielfaches, weshalb kein Vreneli als Zahlungsmittel verwendet wird.
Muss ich beim Kauf Mehrwertsteuer zahlen?
Nein. Das Vreneli gilt als Anlagegold im Sinne von § 25c UStG und ist in Deutschland umsatzsteuerbefreit. Beim Verkauf greift die Regelung zu privaten Veräußerungsgeschäften nach § 23 EStG mit einer Haltefrist von einem Jahr. Für Ihren konkreten Fall ist ein Steuerberater die richtige Adresse.
Worin unterscheidet sich das Vreneli von der Helvetia-Goldmünze?
Technisch in nichts: Beide wiegen 6,4516 Gramm bei 900/1000 Feingehalt. Der Unterschied liegt im Motiv und im Zeitraum. Die Helvetia-Goldmünze mit dem Kopf im Diadem wurde bis 1896 geprägt, das Vreneli mit dem Trachtenmotiv folgte ab 1897. Helvetia-Stücke sind seltener, werden im Handel aber meist ähnlich bepreist.
Lohnen sich handverlesene Vreneli gegenüber der Standardware?
Das hängt vom Zweck ab. Für den reinen Goldgehalt ist die Standardausführung mit gemischten Jahrgängen die günstigere Wahl. Soll die Münze verschenkt oder eine optisch einheitliche Sammlung aufgebaut werden, rechtfertigt die Einzelsichtung bei handverlesener Ware den moderaten Aufpreis.

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