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Kettner Edelmetalle

Welche Goldmünze kaufen? Krügerrand, Maple Leaf, Philharmoniker und American Eagle im Direktvergleich

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Die Entscheidung für Gold ist schnell getroffen. Die Entscheidung für eine bestimmte Münze dauert oft länger – und genau daran scheitern viele Einsteiger. Krügerrand, Maple Leaf, Wiener Philharmoniker und American Eagle enthalten alle exakt eine Feinunze Gold, kosten aber unterschiedlich viel, verhalten sich im Depot unterschiedlich und lassen sich unterschiedlich leicht wieder verkaufen. Dieser Vergleich stellt die vier Klassiker nebeneinander – mit Feingehalt, Aufgeld, Stückelung und Nennwert-Logik – damit am Ende nicht die schönste, sondern die passende Münze im Warenkorb landet.

Vier Goldanlagemünzen zu je einer Unze nebeneinander auf dunklem Schiefer
Vier Klassiker, ein identischer Feingoldinhalt: Der Unterschied steckt in Legierung, Aufgeld und Handelbarkeit.

Warum die Münzwahl überhaupt eine Rolle spielt

Eine Unze Gold ist eine Unze Gold – physikalisch stimmt das. 31,1035 Gramm Feingold sind in einem Krügerrand genauso enthalten wie in einem Maple Leaf. Wer ausschließlich auf den Materialwert schaut, könnte die Frage nach der richtigen Anlagemünze also als Nebensache abtun. In der Praxis entscheidet die Münzwahl trotzdem über drei sehr konkrete Punkte: über den Preis, den Sie beim Kauf zahlen, über den Zustand, in dem Ihr Bestand nach Jahren im Schrank ist, und über die Geschwindigkeit, mit der Sie im Bedarfsfall wieder zu Geld kommen.

Der erste Punkt ist der greifbarste. Zwischen der günstigsten und der teuersten der vier Klassiker liegen aktuell mehrere Prozent – bei einem vierstelligen Kaufbetrag sind das schnell zwei- bis dreihundert Euro pro Münze, die nicht in Metall, sondern in Prägekosten, Vertriebswege und Markenprämie fließen. Der zweite Punkt betrifft die Legierung: Zwei der vier Münzen bestehen aus reinem Feingold, zwei aus einer härteren Goldlegierung. Das klingt nach einem Detail, ist aber der häufigste Grund für Ärger beim späteren Verkauf. Und der dritte Punkt, die Handelbarkeit, wird meist erst dann wichtig, wenn es zu spät ist, ihn zu berücksichtigen.

Bevor wir in den Direktvergleich einsteigen, lohnt ein Blick auf die Preisbasis. Alle vier Münzen folgen demselben Goldkurs – die Unterschiede entstehen ausschließlich oberhalb dieser Linie:

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Der Direktvergleich auf einen Blick

Die folgende Tabelle fasst die harten Fakten zusammen. Sie ist die Kurzfassung des gesamten Artikels – alles Weitere ist Erläuterung dazu.

Die vier meistgehandelten Goldanlagemünzen im direkten Vergleich (Angaben zur 1-Unzen-Ausführung)
Merkmal Krügerrand Maple Leaf Philharmoniker American Eagle
Herkunft Südafrika Kanada Österreich USA
Erstausgabe 1967 1979 1989 1986
Feingehalt 916,7/1000 (22 Karat) 999,9/1000 999,9/1000 916,7/1000 (22 Karat)
Legierungszusatz Kupfer keiner keiner Kupfer und Silber
Bruttogewicht 33,93 g 31,10 g 31,10 g 33,93 g
Durchmesser 32,77 mm 30,00 mm 37,00 mm 32,70 mm
Nennwert ohne aufgeprägten Nennwert 50 kanadische Dollar 100 Euro 50 US-Dollar
Gängige Stückelungen 1, 1/2, 1/4, 1/10 oz 1, 1/2, 1/4, 1/10, 1/20 oz 1, 1/2, 1/4, 1/10, 1/25 oz 1, 1/2, 1/4, 1/10 oz
Kratzempfindlichkeit gering hoch hoch gering
Preis 1 oz (Stand August 2026) 4.008,42 € 4.016,91 € 4.041,36 € 4.242,74 €

Die Preisangaben sind Momentaufnahmen aus dem Shop von Kettner Edelmetalle und ändern sich mit jeder Bewegung des Goldkurses. Was hingegen relativ stabil bleibt, ist das Verhältnis der Preise zueinander – und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Feingehalt und Kratzempfindlichkeit: 916,7 gegen 999,9

Der auffälligste Unterschied zwischen den vier Münzen ist der Feingehalt. Krügerrand und American Eagle bestehen aus 22-karätigem Gold, also 916,7 Tausendsteln Feingold. Maple Leaf und Philharmoniker sind mit 999,9 Tausendsteln praktisch reines Gold. Wichtig zum Verständnis: Alle vier enthalten dieselbe Menge Feingold. Die legierten Münzen wiegen schlicht mehr – 33,93 statt 31,10 Gramm – weil das zusätzliche Kupfer beziehungsweise Silber oben draufkommt. Sie kaufen also nirgends weniger Gold, sondern nur ein anderes Trägermaterial.

Makroaufnahme zweier Goldmünzoberflächen: links eine rötliche Legierung, rechts empfindliches Feingold mit feinen Kratzern
Links die härtere 22-Karat-Legierung mit warmem Rotstich, rechts das weiche Feingold – jede Berührung hinterlässt hier Spuren.

Was die Legierung im Alltag bedeutet

Reines Gold ist ein weiches Metall. Eine 999,9er Münze nimmt bereits bei sorglosem Herausnehmen aus der Kapsel Haarkratzer an, Fingerabdrücke setzen sich fest, Kanten stoßen leicht. Der Kupferanteil im Krügerrand und die Kupfer-Silber-Mischung im American Eagle machen die Oberfläche deutlich widerstandsfähiger. Wer seine Münzen gelegentlich in die Hand nehmen möchte, ohne jedes Mal Baumwollhandschuhe zu suchen, fährt mit den legierten Varianten entspannter.

Der rötliche Schimmer des Krügerrands ist übrigens kein Qualitätsmangel, sondern Absicht: Er stammt vom Kupfer und war von Anfang an Teil des Designs. Beim American Eagle sorgt der zusätzliche Silberanteil für einen etwas helleren, wärmeren Ton als beim südafrikanischen Klassiker.

Spielt der Feingehalt beim Wiederverkauf eine Rolle?

Für den reinen Materialwert nicht. Ein Händler rechnet den Feingoldgehalt, und der ist bei allen vier Münzen identisch. Relevant wird der Unterschied erst über den Zustand: Deutlich zerkratzte oder angelaufene Feingoldmünzen werden im Ankauf gelegentlich schlechter bewertet oder nur noch als Bruchgold abgerechnet. Eine gut erhaltene Legierungsmünze bleibt dagegen über Jahrzehnte optisch stabil. Wer die Formatfrage grundsätzlicher klären will, findet die Gegenüberstellung im Ratgeber Goldmünzen oder Goldbarren.

Kurz gefasst

  • 999,9er Gold (Maple Leaf, Philharmoniker): maximale Reinheit, aber empfindliche Oberfläche – konsequent in Kapsel oder Tube lagern.
  • 916,7er Gold (Krügerrand, American Eagle): identischer Feingoldinhalt, robuster im Handling, höheres Bruttogewicht.
  • Der Feingehalt hat keinen Einfluss auf den Materialwert – nur auf die Haltbarkeit der Optik.

Aufgeld: Was der Preisunterschied im Shop wirklich bedeutet

Das Aufgeld – oft auch Agio oder Prämie genannt – ist der Aufschlag auf den reinen Materialwert. Es deckt Prägung, Vertrieb, Versicherung und Handelsmarge ab. Beim Kauf zahlen Sie es, beim Verkauf bekommen Sie es in aller Regel nicht vollständig zurück. Deshalb ist das Aufgeld die einzige Stellschraube, über die Sie beim Goldkauf tatsächlich unmittelbar entscheiden.

Die aktuellen Shop-Preise zeigen, wie weit die vier Klassiker auseinanderliegen. Nimmt man den Krügerrand als Basis, ergibt sich folgendes Bild:

  • Krügerrand: 4.008,42 € – die günstigste der vier Münzen und damit die Referenz.
  • Maple Leaf: 4.016,91 € – rund 8 € oder 0,2 Prozent teurer. Praktisch gleichauf.
  • Wiener Philharmoniker: 4.041,36 € – rund 33 € oder 0,8 Prozent über dem Krügerrand.
  • American Eagle: 4.242,74 € – rund 234 € oder 5,8 Prozent über dem Krügerrand.

Der Ausreißer ist deutlich: Wer zehn American Eagle statt zehn Krügerrand kauft, zahlt beim identischen Feingoldinhalt rund 2.340 Euro mehr. Dahinter steckt keine Fehlbewertung des Marktes, sondern vor allem der Vertriebsweg. Die US-Münzprägeanstalt gibt den Eagle ausschließlich über ein festes Netz autorisierter Großabnehmer ab; für den europäischen Markt kommen Import, Transport und eine zusätzliche Handelsstufe hinzu. Gleichzeitig ist die Münze in den USA als offizielle Bullion-Prägung des Bundes stark nachgefragt. Für einen Anleger im Euroraum, dem es um Gramm Gold pro Euro geht, bleibt der Aufschlag trotzdem schwer zu begründen.

Aufgeld ist keine feste Größe

Ein verbreiteter Irrtum lautet, der Krügerrand sei „immer“ die günstigste Münze. So verlässlich ist das nicht. Aufgelder verschieben sich mit der Angebotslage: Wird eine Prägung knapp, steigt ihre Prämie, während andere Serien zurückfallen. Hinzu kommen Wechselkurse, Prägeauflagen und die Lagerbestände des jeweiligen Händlers. Die oben genannte Reihenfolge ist deshalb eine Momentaufnahme und keine Konstante – bei einem Kauf in einem halben Jahr kann sie anders aussehen.

Praktische Konsequenz: Vergleichen Sie das Aufgeld am Tag des Kaufs, nicht nach der Erinnerung an den letzten Kauf. Ein Blick auf die aktuellen Preise der vier Serien dauert eine Minute und ist der wirksamste Hebel, den ein Einsteiger hat.

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Warum auch das Jahr eine Rolle spielt

Neben der Münzserie beeinflusst der Jahrgang den Preis. Aktuelle Prägejahre sind meist etwas teurer als zurückliegende Jahrgänge, obwohl sie denselben Feingoldgehalt haben. Wer ausschließlich in Gold investieren und nicht sammeln möchte, kann bei sogenannten gemischten Jahrgängen häufig einige Euro pro Münze sparen. Sammlerwert entsteht bei diesen vier Serien im Anlagebereich ohnehin nur in Sonderfällen – Erstausgaben, Sonderprägungen und polierte Platten sind ein eigenes Thema und folgen anderen Preislogiken.

Stückelungen: Warum kleine Münzen teurer sind

Alle vier Serien gibt es nicht nur als volle Unze. Krügerrand und American Eagle werden klassisch in 1, 1/2, 1/4 und 1/10 Unze angeboten. Der Maple Leaf ergänzt eine 1/20-Unze, der Philharmoniker eine 1/25-Unze mit einem Nennwert von 4 Euro. Kleinere Einheiten wirken auf den ersten Blick attraktiv, weil sie den Einstieg mit kleinem Budget ermöglichen und beim späteren Verkauf feiner teilbar sind. Der Preis dafür ist allerdings erheblich.

Goldmünzen einer Serie mit identischem Tierrelief in absteigender Größe von einer Unze bis zur Zehntelunze
Je kleiner die Stückelung, desto höher der Aufschlag pro Gramm Feingold – die Prägekosten bleiben nahezu konstant.

Ein konkretes Beispiel aus dem laufenden Sortiment: Der 1/10-Unzen-Krügerrand kostet 488,19 Euro. Ein Zehntel des 1-Unzen-Preises wären rechnerisch rund 401 Euro. Die kleine Münze ist also etwa 22 Prozent teurer, bezogen auf denselben Goldinhalt. Bei der 1/4-Unze fällt der Aufschlag mit rund 8 Prozent deutlich moderater aus. Der Grund ist einfach: Prägung, Qualitätskontrolle, Verpackung und Logistik kosten pro Münze fast dasselbe, unabhängig davon, ob 31 oder 3 Gramm Gold darin stecken.

Wann kleine Stückelungen trotzdem sinnvoll sind

  • Als Beimischung für Teilverkäufe: Wer nicht gezwungen sein will, eine ganze Unze zu veräußern, hält einen kleinen Anteil in 1/10- oder 1/4-Unzen.
  • Für den schrittweisen Aufbau: Monatliche Käufe mit überschaubarem Budget sind mit kleinen Einheiten praktikabel.
  • Als Geschenk oder erste Position für Kinder und Enkel.

Für den Aufbau des Kernbestands bleibt die volle Unze in aller Regel die kosteneffizienteste Größe.

Nennwert, Rechtsstatus und Steuer

Alle vier Münzen sind gesetzliche Zahlungsmittel ihres Ausgabelandes – bis auf eine bemerkenswerte Ausnahme. Der Krügerrand trägt keinen aufgeprägten Nennwert. Auf der Münze steht lediglich das Feingewicht. In Südafrika ist er dennoch offiziell gesetzliches Zahlungsmittel; sein Wert ergibt sich unmittelbar aus dem Goldkurs. Diese Konstruktion war 1967 der eigentliche Einfall hinter der Münze: Sie sollte handelbares Gold für Privatanleger sein, ohne den Umweg über eine symbolische Währungsangabe.

Die anderen drei tragen Nennwerte, die weit unter dem Materialwert liegen: 50 kanadische Dollar beim Maple Leaf, 100 Euro beim Philharmoniker, 50 US-Dollar beim American Eagle. Der Philharmoniker ist damit die einzige der vier Münzen, die in Euro nominiert ist – ein Detail, das für Anleger im Euroraum psychologisch angenehm, praktisch aber ohne Bedeutung ist. Niemand wird eine Unze Gold für 100 Euro ausgeben.

Umsatzsteuer und Haltefrist

Der Nennwert hat allerdings eine steuerliche Funktion. Anlagegold ist in Deutschland nach § 25c Umsatzsteuergesetz von der Umsatzsteuer befreit. Damit eine Goldmünze als Anlagegold gilt, muss sie unter anderem einen Feingehalt von mindestens 900/1000 aufweisen, nach 1800 geprägt worden sein, im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel sein oder gewesen sein und darf nicht mehr als 80 Prozent über dem Materialwert gehandelt werden. Alle vier hier verglichenen Münzen erfüllen diese Kriterien – Sie zahlen also in keinem Fall Umsatzsteuer auf das Metall.

Für private Anleger gilt zudem nach derzeitiger Rechtslage die einjährige Spekulationsfrist des § 23 Einkommensteuergesetz: Wer physisches Gold länger als zwölf Monate hält, veräußert es steuerfrei. Diese Regel greift bei allen vier Münzen gleichermaßen. Bitte verstehen Sie diese Ausführungen als allgemeine Information und nicht als Steuerberatung – für Ihren konkreten Fall ist ein Steuerberater der richtige Ansprechpartner.

Verfügbarkeit und Rückkauf: Der unterschätzte Faktor

Beim Kauf denkt kaum jemand an den Verkauf. Dabei entscheidet gerade die Wiederverkäuflichkeit darüber, ob eine Anlagemünze im Ernstfall ihren Zweck erfüllt. Die gute Nachricht: Alle vier Klassiker sind weltweit bekannt und werden von jedem seriösen Händler angekauft. Unterschiede gibt es dennoch.

  1. Krügerrand: Die meistverbreitete Goldanlagemünze überhaupt. Rund um 1980 entfiel nach gängigen Marktschätzungen der weit überwiegende Teil des weltweiten Anlagemünzenumsatzes auf sie. Ein Händler, der keinen Krügerrand ankauft, ist praktisch nicht zu finden.
  2. Maple Leaf: Ebenfalls global etabliert, in Europa und Nordamerika gleichermaßen gefragt. Ankaufspreise liegen üblicherweise auf Krügerrand-Niveau.
  3. Wiener Philharmoniker: Im deutschsprachigen Raum die stärkste Marke und europaweit hervorragend handelbar. Auch in Nordamerika und Japan ist die Münze fest etabliert – in den Neunzigerjahren wurde sie vom World Gold Council mehrfach zur meistverkauften Goldmünze der Welt gekürt.
  4. American Eagle: In den USA der Standard schlechthin, in Europa seltener im Umlauf. Der höhere Einkaufspreis wird beim Rückkauf in Deutschland nicht zwingend honoriert.

Der letzte Punkt verdient Betonung: Ein Aufpreis beim Kauf ist nur dann vertretbar, wenn er beim Verkauf ganz oder teilweise zurückfließt. Bei einer Münze, deren Prämie regional bedingt ist, sollten Sie einkalkulieren, dass ein deutscher Ankäufer sie am Materialwert misst – und nicht am amerikanischen Marktpreis.

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Die vier Klassiker im Kurzportrait

Krügerrand – der Erfinder der Anlagemünze

1967 in Südafrika eingeführt, war der Krügerrand die erste Münze, die ausdrücklich für private Goldanleger konzipiert wurde. Vorderseite: Paul Kruger, Staatspräsident der Südafrikanischen Republik (Transvaal) von 1883 bis 1900. Rückseite: der Springbock, das Wappentier des Landes. Die 22-karätige Legierung mit Kupferanteil war eine bewusste Entscheidung für Alltagstauglichkeit. Kettner Edelmetalle ist offizieller deutscher Partner der South African Mint. Ausführlich in unserem Krügerrand-Ratgeber; das Sortiment finden Sie in der Kategorie Krügerrand Goldmünzen.

Maple Leaf – Reinheit als Markenkern

Die Royal Canadian Mint brachte den Maple Leaf 1979 heraus und hob den Feingehalt Anfang der Achtzigerjahre auf 999,9 – damals ein Novum im Anlagebereich. Das Ahornblatt auf der Rückseite geht auf einen Entwurf von Walter Ott zurück und ist seit der Erstausgabe im Kern unverändert. Beim Fälschungsschutz ist die Serie heute führend: Seit dem Jahrgang 2013 trägt die Münze ein mikrograviertes Ahornblatt mit den letzten beiden Ziffern des Prägejahres, ab dem Jahrgang 2014 kommen fein geprägte Radiallinien und die Bullion-DNA-Rückverfolgung der Prägeanstalt hinzu. Mehr dazu im Maple-Leaf-Ratgeber und in der Kategorie Maple Leaf Goldmünzen.

Wiener Philharmoniker – Europas Klassiker

Seit 1989 prägt die Münze Österreich den Philharmoniker. Die Motive – die Orgel im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und ein Ensemble aus Orchesterinstrumenten – stammen von Thomas Pesendorfer. Mit 37 Millimetern Durchmesser bei nur 2 Millimetern Stärke ist die Münze flacher und breiter als ihre Konkurrenten. Details im Philharmoniker-Ratgeber, das Angebot unter Wiener Philharmoniker Gold.

American Eagle – der US-Standard

Der Gold Bullion Coin Act von 1985 schuf die gesetzliche Grundlage, 1986 erschien die erste Prägung. Das Motiv der Vorderseite geht auf die Liberty-Darstellung von Augustus Saint-Gaudens aus dem Jahr 1907 zurück. Die 22-karätige Legierung enthält neben Kupfer auch Silber, was der Münze einen etwas helleren Ton verleiht. Hintergründe im American-Eagle-Ratgeber, das Sortiment unter American Eagle Goldmünzen.

Aufrecht stehende Goldanlagemünze mit geprägtem Adlermotiv auf dunklem Schiefer
Der wärmere Farbton der 22-karätigen Legierung stammt vom Kupfer- und Silberanteil – reines Feingold wirkt deutlich gelber.

Entscheidungshilfe: Welche Münze passt zu welchem Ziel

Es gibt keine objektiv „beste“ Anlagemünze – es gibt nur eine, die zu Ihrem Zweck passt. Die folgende Zuordnung fasst zusammen, was sich aus den vorangegangenen Abschnitten ergibt.

Zuordnung nach Anlagezweck
Ihr Ziel Naheliegende Wahl Begründung
Maximal viel Gold pro Euro Krügerrand Niedrigstes Aufgeld der vier, höchste Ankaufsbreite weltweit.
Höchste Reinheit im Bestand Maple Leaf 999,9er Feingold bei nur minimalem Preisabstand zum Krügerrand.
Schwerpunkt Europa, Nennwert in Euro Wiener Philharmoniker Im deutschsprachigen Raum die bekannteste Prägung, sehr liquide.
Robuster Bestand, häufiges Handling Krügerrand oder American Eagle 22-Karat-Legierung verzeiht Berührungen und Transport.
Bezug zum US-Markt, Sammlerinteresse American Eagle Ikonisches Motiv, in den USA erstklassig handelbar – europäisches Aufgeld beachten.
Kleine Beträge, feine Teilbarkeit 1/10-Unze beliebiger Serie Einstieg mit geringem Kapitaleinsatz, dafür deutlich höheres Aufgeld.

Der pragmatische Mittelweg

Viele erfahrene Anleger lösen die Frage gar nicht, sondern mischen. Ein Kernbestand aus 1-Unzen-Münzen mit niedrigem Aufgeld, ergänzt um einige kleine Stückelungen für Teilverkäufe, und über die Jahre verteilt auf zwei bis drei verschiedene Serien – das streut Prägestätten, Länder und Aufgeld-Zyklen, ohne die Handelbarkeit zu beeinträchtigen. Wer über eine breitere Aufteilung des Edelmetallanteils nachdenkt, findet in der Kategorie Goldmünzen auch die weiteren gängigen Serien wie Britannia, Känguru und Panda.

Goldmünzen mit geprägtem Blattmotiv in durchsichtigen Schutzkapseln und einer Münztube neben weißen Baumwollhandschuhen
Kapsel, Tube und Handschuhe: Bei Feingoldmünzen kein Zubehör, sondern Werterhalt.

Was Sie beim Kauf konkret prüfen sollten

Wenn die Serie feststeht, bleiben ein paar Handgriffe, die den Unterschied zwischen einem soliden und einem teuren Kauf ausmachen:

  • Aufgeld tagesaktuell vergleichen: Setzen Sie den Angebotspreis ins Verhältnis zum aktuellen Goldkurs, nicht zu einem Preis aus dem Vorjahr.
  • Jahrgang prüfen: Zurückliegende Jahrgänge sind oft günstiger und im Materialwert identisch.
  • Verpackung beachten: Feingoldmünzen sollten in Kapsel oder werksversiegelter Tube ankommen – bei Maple Leaf und Philharmoniker ist das kein Luxus.
  • Versand und Versicherung: Achten Sie auf vollständig versicherten Versand und eine nachvollziehbare Sendungsverfolgung.
  • Echtheitsprüfung: Seriöse Händler prüfen Ankäufe nach normierten Verfahren. Bei Kettner Edelmetalle erfolgt das über eine ISO-konforme Echtheitsprüfung im hauseigenen Logistikzentrum.
  • Rückkaufoption klären: Fragen Sie vor dem Kauf, ob und zu welchen Konditionen der Händler die Münze später wieder ankauft.

Wie sich Gold im langfristigen Vergleich zu anderen Anlageklassen entwickelt hat, zeigt die folgende Darstellung:

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Fazit

Wer ausschließlich auf den Preis pro Gramm Gold schaut, landet derzeit beim Krügerrand – mit dem Maple Leaf als praktisch gleichwertiger Alternative für alle, die 999,9er Feingold bevorzugen. Der Wiener Philharmoniker ist die naheliegende Wahl für Anleger, die Wert auf europäische Herkunft und die stärkste Marke im deutschsprachigen Raum legen. Der American Eagle bleibt ein hervorragendes Stück Münzgeschichte, kostet in Europa aber einen Aufschlag, der sich beim Wiederverkauf hierzulande nicht zwingend zurückholen lässt.

Wichtiger als die Serie ist am Ende die Disziplin beim Aufgeld: regelmäßig vergleichen, auf unnötige Kleinstückelungen im Kernbestand verzichten und die Münzen so lagern, dass sie in zwanzig Jahren noch so aussehen wie am Kauftag. Dann spielt es kaum noch eine Rolle, ob ein Springbock, ein Ahornblatt, eine Orgel oder ein Adler darauf geprägt ist.

Häufige Fragen

Welche Goldmünze hat das niedrigste Aufgeld?

Nach aktuellem Stand ist der Krügerrand mit 4.008,42 Euro je Unze die günstigste der vier Klassiker, dicht gefolgt vom Maple Leaf. Der American Eagle liegt mit rund 5,8 Prozent Aufschlag deutlich darüber. Diese Reihenfolge ist allerdings nicht in Stein gemeißelt – Aufgelder verschieben sich mit der Angebotslage und sollten am Kauftag verglichen werden.

Ist eine 999,9er Münze mehr wert als eine 916,7er?

Nein. Beide enthalten bei der 1-Unzen-Ausführung exakt 31,1035 Gramm Feingold. Die legierte Münze wiegt insgesamt mehr, weil Kupfer beziehungsweise Silber zusätzlich beigefügt wird. Der Materialwert ist identisch, der Unterschied liegt allein in der Härte der Oberfläche.

Krügerrand oder Maple Leaf – was ist für Einsteiger besser?

Beide sind hervorragend geeignet, und der Preisunterschied ist derzeit minimal. Der Krügerrand punktet mit Robustheit und der weltweit größten Verbreitung, der Maple Leaf mit 999,9er Feingold und modernen Fälschungssicherungen. Wer seine Münzen ohnehin in Kapseln lagert und nie anfasst, kann bedenkenlos zum Maple Leaf greifen; wer sie gelegentlich in die Hand nehmen möchte, ist mit dem Krügerrand besser bedient.

Warum ist der American Eagle so viel teurer?

Der Aufschlag entsteht durch geringere Liefermengen für den europäischen Markt, längere Importwege und die hohe Inlandsnachfrage in den USA, wo der Eagle die offizielle Bullion-Münze des Bundes ist. Für Anleger im Euroraum bedeutet das: Der Aufpreis wird beim Rückkauf in Deutschland nicht zwingend honoriert.

Lohnen sich kleine Stückelungen wie 1/10 Unze?

Als Beimischung ja, als Kernbestand eher nicht. Der 1/10-Unzen-Krügerrand kostet aktuell 488,19 Euro und liegt damit rund 22 Prozent über dem anteiligen Preis einer vollen Unze. Kleine Einheiten sind sinnvoll, wenn Sie später in Teilbeträgen verkaufen möchten oder mit kleinem Budget starten – für den planmäßigen Vermögensaufbau ist die volle Unze kosteneffizienter.

Muss ich beim Kauf von Goldmünzen Umsatzsteuer zahlen?

Nein. Anlagegold ist nach § 25c Umsatzsteuergesetz von der Umsatzsteuer befreit. Alle vier hier verglichenen Münzen erfüllen die gesetzlichen Kriterien für Anlagegold. Bei Silbermünzen sieht die Lage anders aus – dort fällt Umsatzsteuer an.

Welche der vier Münzen lässt sich am leichtesten wieder verkaufen?

Alle vier werden von seriösen Händlern angekauft. Der Krügerrand hat die größte weltweite Verbreitung, der Philharmoniker die stärkste Position im deutschsprachigen Raum, der Maple Leaf ist in Europa und Nordamerika gleichermaßen etabliert. Der American Eagle ist außerhalb der USA seltener und wird in Deutschland eher am Materialwert bemessen.

Kann ich verschiedene Münzserien kombinieren?

Ja, und viele Anleger tun genau das. Eine Mischung aus zwei bis drei Serien verteilt Prägestätten und Länder, ohne die Handelbarkeit einzuschränken. Da alle vier Klassiker denselben Feingoldinhalt haben, entsteht dadurch kein Nachteil beim Materialwert.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar. Preisangaben sind Momentaufnahmen und ändern sich laufend. Der Wert von Edelmetallen kann schwanken.

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