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Komplettsatz Meissener Porzellan (Notgeld der Weimarer Republik 1920-1921)

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  • Manufakturstück: gekreuzte Schwerter
  • Zeitgeschichte: nur bis 1922 einlösbar
  • Golddekor: an drei Spitzenwerten
Artikel-Nr: 2260652
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BeschreibungTechnische Daten

Weimarer Republik · Sachsen

Was auf dem Notgeld stehtNotgeld aus Böttgersteinzeug.

Notgeld aus Meißen, Etui mit sieben Stücken

Sachsen brachte 1921 als erstes Land Notgeld aus der Meißner Manufaktur in Umlauf, aus braunem Böttgersteinzeug. Im Etui liegen sieben Stücke von 20 Pfennig bis 20 Mark; die Stücke zu 5, 10 und 20 Mark tragen das Jahr 1920 und eine Golddekoration.

Auf dem Stück

Wert, Bild und Herkunft

Die Wertseite trägt SACHSEN und den Wert, bei den großen Stücken 5, 10 oder 20 mit m. für Mark.

Auf jedem Stück zeigt ein Zeichen mit gekreuzten Schwertern die Herkunft aus der Meißner Manufaktur.

Notgeld

Notgeld aus Böttgersteinzeug

Böttgersteinzeug ist eine braune Steinzeugmasse, die man auch rotes Porzellan nennt. Daraus war das Sachsengeld der Meißner Manufaktur.

„The gold decoration on the five, ten and 20 Mark coins was designed to recall the earlier gold currency of the Reich“

Auf heutiges Deutsch: Die Golddekoration der Stücke zu fünf, zehn und 20 Mark sollte an die frühere Goldwährung des Reichs erinnern.

Deutsches Historisches Museum, DHM Journal, 2024

Im Umlauf waren Stücke zu 20 und 50 Pfennig, 1 und 2 Mark. Hergestellt wurden auch Stücke zu 5, 10 und 20 Mark; in diesem Satz tragen sie das Jahr 1920.

Die Entwürfe stammen vor allem von Emil Paul Börner. Am 17. Juli 1922 wurde jede Herstellung von Notgeld verboten.

  • Notgeld aus Meißen, 20 Mark, Bildseite mit Mutter und Kind20 Mark, Mutter mit Kind
  • Notgeld aus Meißen, 10 Mark, Bildseite mit Schnitter und Garbe10 Mark, Schnitter mit Garbe
  • Notgeld aus Meißen, 5 Mark, Bildseite mit Kind zwischen Ähren5 Mark, Kind zwischen Ähren
3 Reichsmark 1925, Wertseite mit 3 REICHS MARK im Eichenkranz

Rentenmark und Reichsmark

Seit 1924 die Reichsmark

Das Münzgesetz vom 30. August 1924 führte die Reichsmark ein; im Oktober 1924 kam sie neben der Rentenmark in Umlauf, eins zu eins.

Zu 3 Reichsmark 1925

20 Mark Preußen, Wilhelm II., Rückseite mit Reichsadler und Wert

Das Gold der Mark

Das Gold des Kaiserreichs

Zwanzig und zehn Mark in Gold, 900/1.000: Ein Zwanzigmarkstück wiegt 7,96 Gramm, davon sind 7,17 Gramm Feingold.

Zu 20 Mark in Gold

1 Mark, Silber, Wertseite im Eichenkranz

Die Mark in Silber

Die Silbermark in der Hand

Eine Mark hat 5 Gramm Feinsilber, 900/1.000, und misst 24 Millimeter. Silbermünzen musste niemand für Beträge über 20 Mark annehmen.

Zur 1 Mark in Silber

Reichsmark 2026, 1 Unze Silber, Wertseite

Unsere Prägungen

Was unsere Prägungen aufgreifen

Unsere Prägungen tragen den Schriftzug 1 Reichsmark oder 1 Mark im Eichenkranz. Sie sind neu geprägt, keine Reichsmark von damals und kein Zahlungsmittel des Reichs.

Zur Reichsmark 2026

Auf einen Blick

Art
Notgeld
Epoche
Weimarer Republik
Metall
Böttgersteinzeug
Stückzahl
7 Stück
Inhalt
sieben Stücke von 20 Pfennig bis 20 Mark
Verpackung
Etui

Angaben nach unseren Produktdaten und der Prägung.

Original und Neuprägung

Links 3 Reichsmark von 1925 mit dem Wert im Eichenkranz, rechts unsere Unze, die den Schriftzug 1 Reichsmark im Eichenkranz trägt.

Jedes Zeichen auf einer Mark hat seinen Grund.

Wie die Mark entstand: das Gold des Kaiserreichs

Komplettsatz Meissener Porzellan – sieben Notmünzen der Weimarer Republik

Sieben Notmünzen aus braunem Böttgersteinzeug, gefertigt in der Staatlichen Porzellan-Manufaktur Meißen, verwahrt in einem Etui und begleitet von einem Echtheitszertifikat: Dieser Komplettsatz erzählt die Geschichte einer Zeit, in der dem Deutschen Reich buchstäblich das Kleingeld ausging. Silber und Gold waren aus dem Umlauf verschwunden – gehortet von Menschen, die dem Papiergeld nicht mehr trauten. Was blieb, war Erfindungsreichtum. Und der kam aus Sachsen.

Vom Notbehelf zum gesuchten Sammlerstück

Nach dem Ersten Weltkrieg fehlte es überall an Münzgeld. Kupfer und Nickel brauchte die Industrie, und das Silber in einem Markstück war bald mehr wert als der aufgeprägte Nennwert. Ab 1919 entwarf, prägte und brannte die Manufaktur Meißen deshalb eigene Münzen. Anfang 1921 entschloss sich der Freistaat Sachsen als erstes deutsches Land, dieses Porzellangeld tatsächlich auszugeben: Geldersatzzeichen aus Meißner braunem Böttger-Steinzeug bis zu einem Gesamtwert von fünf Millionen Mark, und zwar zu 20 Pfennig, 50 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark.

Berlin war wenig begeistert. Die Reichsregierung sah ihre Hoheitsrechte verletzt und wies alle Reichskassen an, das Notgeld aus Sachsen abzulehnen – wer bei der Reichspost Briefmarken kaufen wollte, ging mit Porzellanmünzen leer aus. Ausgegeben wurde trotzdem. Und schon kurz nach Erscheinen wanderten die Stücke reihenweise in Sammlerhände, statt weiter von Hand zu Hand zu gehen. Einlösbar waren sie nur bis zum 14. Januar 1922; am 17. Juli 1922 folgte das reichsweite Notgeldverbot, mit der Rentenmark verschwand das keramische Geld 1923 endgültig.

Diese sieben Nominale enthält der Satz

  • 20 Pfennig – kleinstes Nominal, Rückseite mit Jahreszahl über Sense und Getreidehalm (Jaeger N53)

  • 50 Pfennig – klassische Notmünze der Ausgabe von 1921 (Jaeger N54)

  • 1 Mark – rund, mit dem markanten Schriftzug SACHSEN (Jaeger N55)

  • 2 Mark – höchstes Nominal, das offiziell als Geldersatzzeichen galt (Jaeger N56)

  • 5 Mark – achteckiges Bildfeld, Rand mit eingebranntem Golddekor

  • 10 Mark – ebenfalls goldstaffiert, deutlich größer im Durchmesser

  • 20 Mark – Spitzenstück des Satzes, Bildseite „Mutter mit Kind“

Das Golddekor der drei größten Werte hatte einen sinnfälligen Grund: Es sollte an die frühere Reichsgoldwährung erinnern, denn genau diese Nennwerte kursierten vor 1914 als Goldstücke. Zahlungsmittel waren sie nie – 5, 10 und 20 Mark besaßen von Beginn an reinen Sammlerwert. Gleiches gilt für alle Stücke mit der Jahreszahl 1920, jene frühen Probeprägungen, die in winzigen Stückzahlen entstanden. Zum Vergleich: Vom 20-Pfennig-Stück wurden für 1921 rund 641.000 Exemplare überliefert, für 1920 dagegen nur etwa 4.200.

Böttgersteinzeug – das „rote Porcelain“ aus Meißen

Das Material ist alles andere als gewöhnlicher Ton. Böttgersteinzeug geht auf Johann Friedrich Böttger und Ehrenfried Walther von Tschirnhaus zurück, die es um 1706 in Sachsen entwickelten. Bei rund 1.200 bis 1.300 °C gebrannt, ist die Masse wasserunempfindlich, schmutzabweisend und außerordentlich bruchfest – ideal für Umlaufgeld. Gegenüber weißem Biskuitporzellan hatte sie zwei handfeste Vorteile: geringere Schwindung im Brand und feinere Binnenzeichnung. Die Entwürfe stammen überwiegend von Emil Paul Börner, die Stahlstempel schnitt Friedrich Wilhelm Hörnlein von der sächsischen Staatsmünze Muldenhütten. Auf jeder Münze verweisen die gekreuzten Schwerter auf die Herkunft aus der Porzellanmanufaktur Meißen.

Typisch ist die leichte, schüsselartige Vertiefung beider Seiten: Die Masse sitzt am Rand, stabilisiert das Stück und erlaubt ein erstaunlich hohes Relief. Farbnuancen von Hellbraun bis Dunkelbraun sind brandbedingt und gehören zum Charakter dieser Prägungen.

Die Eckdaten auf einen Blick

  • Anzahl: 7 Münzen, Nominale 20 Pfennig bis 20 Mark

  • Material: braunes Böttgersteinzeug (Meissener Porzellan), drei Nominale mit Golddekor

  • Prägejahre: 1920 und 1921

  • Rohgewicht: 49,8 g (Satz)

  • Herkunft: Deutschland, Freistaat Sachsen

  • Erhaltung: Umlaufware. Die Stücke sind gelaufenes Zahlungsmittel und tragen entsprechende Spuren. Die Stücke können von der Abbildung abweichen.

  • Lieferumfang: Etui, mit Echtheitszertifikat, versicherter Werteversand

Historie zum Anfassen – für Sammler und Substanzbewusste

Meissen war nicht allein: Auch die Porzellanfabrik Pfeffer in Gotha, Rosenthal in Selb oder die Krister-Manufaktur in Waldenburg gaben keramisches Notgeld und Jetons aus. Bekanntheit und künstlerischer Rang der sächsischen Ausgabe blieben jedoch unerreicht – sie ist der Klassiker des Sammelgebiets. Wer Kurantgeld des Kaiserreichs sammelt, kennt die Lücke, die die Jahre nach 1914 hinterlassen: Edelmetallhaltige Münzen verschwanden, ersetzt durch Zink, Eisen, Papier – und eben Porzellan. Historische Silbermünzen überzeugen mit Feingehalt und Materialwert, das Meissener Porzellangeld dagegen mit Seltenheit, Handwerkskunst und Erzählkraft. In einer Sammlung ergänzen sich beide Welten hervorragend.

Gold ist die älteste Währung der Menschheit und hat alle anderen überlebt. Dieses Porzellangeld führt eindrucksvoll vor Augen, was geschieht, wenn Papierversprechen an ihre Grenzen stoßen.

Genau darin liegt der Reiz: Der Satz ist ein Mahnmal aus gebrannter Erde – und eine reizvolle Ergänzung für alle, die bei Sachwerten ohnehin auf Inflationsschutz und Krisenschutz achten. Geschlossene Sätze sind gefragt, denn die goldstaffierten Spitzennominale und die Jahrgänge 1920 tauchen selten gemeinsam auf. Verwahrt im Etui, dokumentiert durch das beiliegende Zertifikat: So kommt ein Stück deutscher Währungsgeschichte in Ihre Sammlung.

Produktdarstellung kann vom Endprodukt abweichen.

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