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Gold kaufen - Goldbarren & Goldmünzen

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Kaum ein Material begleitet die Menschheit so lange wie Gold: Es rostet nicht, es verblasst nicht, und eine Unze aus dem Jahr 1900 ist heute exakt dieselbe Unze wie damals. Genau diese Beständigkeit macht das Edelmetall zum Klassiker der Vermögenssicherung – vom 1-Gramm-Barren bis zur weltweit gehandelten Anlagemünze. In den folgenden Abschnitten geht es um die Unterschiede zwischen Goldbarren und Goldmünzen, um Stückelungen, Feingehalt und Aufgeld, um die Umsatzsteuerbefreiung von Anlagegold, um Echtheitsprüfung, Lagerung und die Frage, wie der Goldpreis überhaupt entsteht.

Gold kaufen: Warum das Edelmetall seit Jahrtausenden fasziniert

Der lateinische Name aurum steckt bis heute im Börsenkürzel XAU. Pharaonen ließen sich damit bestatten, Goldgräber zogen dafür über Kontinente, Notenbanken stapeln es bis heute in ihren Tresoren. Der Grund ist banal und mächtig zugleich: Gold lässt sich nicht drucken. Sämtliches jemals geförderte Gold der Welt passt rechnerisch in einen Würfel von rund 22 Metern Kantenlänge, und pro Jahr kommen nur wenige Prozent hinzu. Papiergeld dagegen ist Fiatgeld – seine Menge ist eine politische Entscheidung.

Wer eine Feinunze zum ersten Mal in der Hand hält, bemerkt sofort das ungewohnte Gewicht: 31,1035 Gramm auf der Fläche einer Zwei-Euro-Münze. Gold ist rund 19-mal so schwer wie Wasser. Dieses Gewicht ist zugleich der erste, sehr sinnliche Echtheitshinweis.

Was physisches Gold von anderen Anlageformen unterscheidet

Physisches Gold zahlt keine Zinsen und schüttet keine Dividende aus – es arbeitet nicht, es bewahrt. Dafür kennt es kein Emittentenrisiko: Ein Barren im Tresor bleibt werthaltig, auch wenn eine Bank, ein Fonds oder ein Zertifikate-Herausgeber ausfällt. Deshalb wird das Metall in unruhigen Marktphasen traditionell als sicherer Hafen nachgefragt und häufig als Baustein zum Schutz vor Kaufkraftverlust betrachtet. Anders als bei Silber, dessen Preis stark an der Industrienachfrage hängt, speist sich der Goldkurs überwiegend aus Anlage-, Schmuck- und Notenbanknachfrage.

Goldbarren oder Goldmünzen – zwei Wege in physisches Gold

Für Anlagezwecke haben sich zwei Produktgattungen durchgesetzt, weil beide ein vergleichsweise geringes Aufgeld auf den Materialwert tragen: Barren und geprägte Anlagemünzen. Welche Form passt, hängt weniger vom Goldpreis ab als vom Zweck – Vermögensaufbau in großen Einheiten oder handelbare Kleinteiligkeit.

Gestapelte Goldbarren neben geprägten Goldmünzen mit Randriffelung auf dunklem Schiefer
Barren und Anlagemünzen sind die beiden Standardwege in physisches Gold – der Unterschied liegt im Aufgeld und in der Teilbarkeit.

Goldbarren: der direkte Weg zum Materialwert

Goldbarren bilden den Goldpreis am unmittelbarsten ab. Ihr Wert ergibt sich ausschließlich aus Feingewicht und Feingehalt, hinzu kommen Gieß- oder Prägekosten, Verpackung, Logistik und Handelsspanne. Je größer die Einheit, desto geringer fällt dieser Aufschlag prozentual aus – ein Kilobarren ist im Verhältnis deutlich günstiger als tausend Ein-Gramm-Barren. Unterschieden wird zwischen gegossenen Barren mit rauer, individueller Oberfläche und geprägten Barren, die meist in einem versiegelten Blister mit Zertifikat und Seriennummer stecken. Eine praktische Sonderform ist der Tafelbarren, der sich ohne Werkzeug in kleine Einheiten brechen lässt. Scheideanstalten wie Heraeus, Umicore, C.Hafner oder Valcambi liefern LBMA-zertifizierte Ware, die international anerkannt ist.

Goldmünzen: teilbar, wiedererkennbar, sammelbar

Goldmünzen sind in der Herstellung aufwendiger und tragen daher ein etwas höheres Aufgeld. Dafür bieten sie Vorteile, die kein Kurszettel abbildet: Sie sind gesetzliches Zahlungsmittel ihres Ausgabelandes, weltweit bekannt, in kleinen Stückelungen erhältlich und dadurch flexibler veräußerbar. Komplexe Motive, Randriffelung und feine Prägedetails erschweren zudem Fälschungen. Und manche Ausgabe entwickelt über die Jahre einen Sammlerwert, der über den reinen Goldgehalt hinausgeht.

  • Barren – niedrigstes Aufgeld, ideal für größere Beträge, platzsparend, streng am Materialwert orientiert
  • Anlagemünzen – hohe Bekanntheit, gute Teilbarkeit, breiter Ankaufsmarkt, etwas höherer Aufschlag
  • Sammlermünzen – limitierte Auflagen und Prägequalitäten wie Polierte Platte; Preis wird zusätzlich von Seltenheit und Erhaltungsgrad bestimmt

Stückelung: Wie viel Gold pro Einheit sinnvoll ist

Die Stückelung gehört zu den unterschätzten Entscheidungen beim Goldkauf. Sie bestimmt, wie viel Aufgeld gezahlt wird – und wie gut sich ein Bestand später portionsweise wieder verkaufen lässt. Faustregel: große Einheiten für den Vermögensaufbau, kleine Einheiten für Flexibilität.

EinheitFeingewichtTypischer Einsatz
1 g bis 5 g1–5 gEinstieg, Geschenke, sehr kleine Handelsstücke
1/10 oz3,11 gkleinste gängige Anlagemünze
1/4 oz7,78 gMittelweg aus Preis und Teilbarkeit
1/2 oz15,55 ggrößere Teilstückelung
1 oz31,10 gweltweiter Standard bei Anlagemünzen
100 g100 gbeliebte Barrengröße für den Bestandsaufbau
1 kg1.000 ggeringstes Aufgeld je Gramm

Ein 1-Gramm-Goldbarren kostet prozentual ein Vielfaches dessen, was beim Kilobarren anfällt – dafür ist er jederzeit einzeln verwertbar. Viele Anleger mischen deshalb bewusst: eine solide Basis in 100-Gramm-Barren oder Unzenmünzen, ergänzt um kleine Einheiten für den Fall, dass nur ein Teil des Bestands liquidiert werden soll. Wer schrittweise aufbauen möchte, findet in Sparplan-Produkten eine Möglichkeit, regelmäßig kleinere Mengen zu erwerben und den Einstandspreis über die Zeit zu glätten.

Feingehalt, Karat und Feinunze – die Qualitätsmerkmale

Reinheit wird in Tausendsteln angegeben. 999,9 bedeutet: 999,9 von 1.000 Gewichtsanteilen sind reines Gold, also 99,99 Prozent. Vor Einführung des metrischen Systems war die Karat-Angabe üblich, bei der reines Gold 24 Karat entspricht. Beide Systeme laufen bis heute nebeneinander her – die Karatzahl für Edelmetall darf dabei nicht mit dem Karat für Edelsteine verwechselt werden, das ein Gewichtsmaß ist.

  • 999,9 (24 Karat) – Feingold; Standard bei Barren sowie bei Maple Leaf, Britannia, Philharmoniker und Känguru
  • 916,7 (22 Karat) – klassische Legierung mit Kupferanteil, bekannt von Krügerrand und American Eagle
  • 900 (21,6 Karat) – historische Münzlegierung, etwa beim Schweizer Vreneli oder bei Kaiserreich-Prägungen
  • 750 (18 Karat) – typischer Schmuckfeingehalt in Mitteleuropa
  • 333 (8 Karat) – Mindestfeingehalt, ab dem in Deutschland überhaupt von Gold gesprochen werden darf

Entscheidend ist die Unterscheidung von Feingewicht und Gesamtgewicht: Eine 1-Unzen-Münze aus 916,7er Gold enthält volle 31,1 Gramm Feingold, wiegt insgesamt aber rund 33,93 Gramm, weil Kupfer als Härtezusatz hinzukommt. Diese Beimischung erklärt auch die leicht rötliche Färbung mancher Anlagemünzen – über die Reinheit sagt die Farbe für sich genommen nichts aus. Ein 1-Unzen-Barren in 999,9 und eine 22-karätige Unzenmünze enthalten exakt dieselbe Menge Feingold.

Die bekanntesten Goldmünzen der Welt

Weltweit dominieren wenige Serien den Handel mit Anlagegold. Sie stammen von staatlichen Prägestätten, erscheinen in hohen Auflagen und sind an jedem Handelsplatz bekannt – was sie besonders unkompliziert wieder veräußerbar macht.

  • Krügerrand – seit 1967 die erste moderne Anlagegoldmünze und bis heute die meistgehandelte der Welt. 22 Karat, ohne aufgeprägten Nennwert, mit dem Porträt Paul Krugers und der Springbock-Antilope. Kettner Edelmetalle ist offizieller deutscher Partner der South African Mint.
  • Maple Leaf – kanadischer Pionier des Feingoldes, seit 1979 im Umlauf und seit 1982 in 999,9. Radiale Präzisionslinien und eine Mikrogravur im Ahornblatt zählen zu den fortschrittlichsten Sicherheitsmerkmalen im Anlagesegment.
  • Wiener Philharmoniker – Europas erfolgreichste Anlagemünze, seit 1989 in 999,9 geprägt, mit der Orgel des Goldenen Saals und Motiven klassischer Instrumente.
  • American Eagle – seit 1986 von der United States Mint ausgegeben, 22 Karat mit Kupfer- und Silberanteil, Vorderseite mit der schreitenden Lady Liberty.
  • Britannia und Känguru – britische und australische Klassiker in 999,9, beide mit wechselnden Sicherheitsmerkmalen im Prägebild.

Jahrgangsserien und Sammlerprägungen

Neben den Dauerläufern gibt es Serien, die vom jährlichen Motivwechsel leben. Der China Panda erscheint seit 1982 mit jedem Jahr in neuem Bild und wird seit 2016 in metrischen Gewichten ausgegeben. Die Lunar Serie III der Perth Mint widmet sich den Tierkreiszeichen des chinesischen Kalenders; einzelne Motive wie Drache oder Tiger entwickeln regelmäßig einen spürbaren Sammleraufschlag. Der Goldeuro greift nationale Themen auf, etwa Welterbestätten oder heimische Wälder. Und historische Stücke wie das Schweizer Vreneli aus 900er Gold oder Prägungen des Deutschen Kaiserreichs verbinden Materialwert mit Zeitgeschichte.

Goldpreis verstehen: Spotpreis, Aufgeld und Spread

Der weltweite Referenzpreis ist der Spotpreis, notiert in US-Dollar je Feinunze. Über die London Bullion Market Association (LBMA) wird zweimal täglich ein Referenzkurs festgestellt, der als Grundlage für den außerbörslichen Handel dient. Für Käufer im Euroraum kommt der Wechselkurs hinzu: Ein schwächerer Euro verteuert Gold, selbst wenn der Dollarpreis unverändert bleibt. Der jeweils aktuelle Goldpreis lässt sich tagesaktuell nachvollziehen, inklusive Umrechnung auf Gramm, Kilogramm und alle gängigen Stückelungen.

Der Endpreis eines Produkts liegt immer über dem Spotpreis. Die Differenz heißt Aufgeld und deckt Prägung, Verpackung, Versicherung, Transport und Handelsspanne ab. Sie fällt bei kleinen Einheiten prozentual höher aus als bei großen und ist bei Barren in der Regel niedriger als bei Münzen. Die zweite wichtige Kennziffer ist der Spread – die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs. Ein enger Spread und ein liquider Ankaufsmarkt sind für die spätere Verwertbarkeit oft entscheidender als ein paar Euro Ersparnis beim Einkauf.

Gold-Silber-Ratio als Orientierung

Die Kennzahl zeigt, wie viele Unzen Silber dem Wert einer Unze Gold entsprechen. Sie schwankt historisch stark und dient Marktbeobachtern als Anhaltspunkt für die relative Bewertung beider Metalle. Wer beide Seiten abdecken möchte, findet in Silberbarren und Silbermünzen die passende Ergänzung – dort gelten allerdings andere Steuerregeln.

Steuern: Warum Anlagegold umsatzsteuerbefreit ist

Anlagegold wird in Deutschland steuerlich wie eine Währung behandelt und ist gemäß § 25c UStG von der Umsatzsteuer befreit. Damit unterscheidet sich Gold klar von Silber, Platin und Palladium, bei denen Mehrwertsteuer oder Differenzbesteuerung anfällt. Als Anlagegold gilt dabei nicht alles, was glänzt – der Gesetzgeber nennt klare Kriterien.

  • Barren und Plättchen mit einem Feingehalt von mindestens 995/1000 und einem am Edelmetallmarkt akzeptierten Gewicht
  • Münzen mit einem Feingehalt von mindestens 900/1000, geprägt nach dem Jahr 1800
  • die Münze ist oder war im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel
  • der Verkaufspreis übersteigt den Materialwert um nicht mehr als 80 Prozent

Klassische Anlagemünzen aus Gold erfüllen diese Bedingungen durchweg. Stark limitierte Sammlerausgaben in Polierter Platte können die 80-Prozent-Grenze dagegen überschreiten und sind dann umsatzsteuerpflichtig.

Spekulationsfrist beachten

Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold sind nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr steuerfrei (§ 23 EStG). Innerhalb dieser Frist gilt der Gewinn als privates Veräußerungsgeschäft und wird oberhalb der geltenden Freigrenze mit dem persönlichen Einkommensteuersatz belegt. Eine Abgeltungsteuer wie bei Wertpapieren fällt nicht an. Dieser Hinweis ersetzt keine steuerliche Beratung.

Beim Kauf gegen Bargeld greift in Deutschland seit 2020 eine Identifizierungspflicht ab 2.000 Euro. Kaufbelege sollten in jedem Fall dauerhaft archiviert werden: Sie sind später der Nachweis für Erwerbszeitpunkt und Haltedauer – und damit für die Steuerfreiheit beim Verkauf.

Echtheit prüfen und Gold sicher lagern

Anlagegold ist standardisiert, und genau das macht die Prüfung vergleichsweise einfach. Jede gängige Münze hat exakt definierte Werte für Durchmesser, Dicke und Gewicht. Weicht einer davon ab, stimmt etwas nicht.

Makroaufnahme einer Feingold-Oberfläche, im Hintergrund Feinwaage und Messschieber zur Echtheitsprüfung
Gewicht und Maße sind bei Anlagegold exakt genormt – Feinwaage und Messschieber sind deshalb die einfachsten Prüfwerkzeuge.
  1. Wiegen und messen – Feinwaage und Messschieber decken die meisten Fälschungen auf, weil kein Ersatzmetall Dichte und Maße gleichzeitig trifft
  2. Magnettest – Gold ist nicht magnetisch; ein starker Neodym-Magnet gleitet an einem echten Stück wirkungslos vorbei
  3. Klangprobe – Feingold erzeugt einen langen, hellen Ton, Unedelmetall klingt dumpf
  4. Ultraschall- und Leitfähigkeitsmessung – erkennt Wolframkerne unter einer Goldauflage
  5. Röntgenfluoreszenzanalyse – bestimmt die Legierung zerstörungsfrei und ist Standard im professionellen Handel

Bei Kettner Edelmetalle durchläuft jede Position eine ISO-konforme Echtheitsprüfung, bevor sie das vollautomatisierte Hochsicherheits-Logistikzentrum verlässt. Für die Aufbewahrung gilt danach: Originalverpackung möglichst geschlossen lassen, denn Blister, Etui und Zertifikat gehören zum Werterhalt. Fingerabdrücke lassen sich besonders bei Polierter Platte kaum wieder entfernen – Münzkapseln und Münzkassetten schützen davor.

Bei der Lagerung konkurrieren drei Wege: der eigene Tresor mit ausreichender Widerstandsklasse und fester Verankerung, das Bankschließfach mit separater Versicherung sowie die Verwahrung bei einem spezialisierten Dienstleister. Gold hat dabei einen praktischen Vorteil – derselbe Gegenwert beansprucht in Silber rund das Sechzigfache an Volumen. Ein sechsstelliger Betrag in Barren passt in eine Schublade; für den Anfang genügt oft ein Dosensafe oder ein kleiner Möbeltresor. Wichtig bleibt eine saubere Bestandsliste samt Belegen.

Gold im Portfolio: Krisenschutz, Vorsorge, Sammelfreude

Wofür Gold gekauft wird, unterscheidet sich stark – und mit dem Zweck ändert sich die sinnvolle Produktauswahl. Drei Motive dominieren.

Absicherung und langfristige Vorsorge

Der häufigste Beweggrund ist Sicherheit. Gold entwickelt sich unabhängig von Bankbilanzen und Emittenten und wird deshalb oft als Ergänzung zur langfristigen Vorsorge genutzt. Wer diesen Weg geht, greift meist zu marktgängigen Standardprodukten mit geringem Aufgeld: große Barren und bekannte Unzenmünzen. Fertig zusammengestellte Investorenpakete in Gold bündeln solche Positionen.

Handlungsfähigkeit im Ernstfall

Das zweite Motiv ist Teilbarkeit. Ein Kilobarren lässt sich schlecht portionieren, kleine Münzen dagegen sehr gut. Genau darauf zielen Krisenschutzpakete, die bewusst auf viele kleine Einheiten statt auf wenige große setzen.

Sammeln, schenken, weitergeben

Und schließlich gibt es die Freude am Objekt selbst: an einer Prägung in Polierter Platte, an einem geschlossenen Jahrgangssatz, an einer Auflage von wenigen hundert Stück. Bei Sammlermünzen bestimmen Auflagenhöhe, Erhaltungsgrad und Nachfrage den Preis mit, der Goldwert bildet lediglich die Untergrenze. Kleine Einheiten ab einem halben Gramm haben sich zudem als Geschenk etabliert, das anders als vieles andere einen bleibenden Materialwert behält.

Gold war nie eine schnelle Wette. Es ist das Metall der langen Linien – und genau darin liegt seine Ruhe.

Häufige Fragen zum Kauf von Gold

Sind Goldbarren oder Goldmünzen die bessere Wahl? +

Beides ist Anlagegold, der Unterschied liegt im Zweck. Barren bilden den Materialwert mit dem niedrigsten Aufgeld ab und eignen sich für größere Beträge. Münzen kosten etwas mehr, sind dafür weltweit bekannt, besser teilbar und schwerer zu fälschen. Eine Mischung aus beidem deckt beide Anforderungen ab.

Warum kostet eine Goldmünze mehr als der reine Goldwert? +

Die Differenz zwischen Spotpreis und Endpreis heißt Aufgeld. Sie umfasst Prägekosten, Verpackung, versicherten Transport, Lagerhaltung und Handelsspanne. Bei kleinen Stückelungen fällt sie prozentual deutlich höher aus als bei einer Unze oder einem 100-Gramm-Barren.

Fällt beim Goldkauf Mehrwertsteuer an? +

Auf Anlagegold nicht. Barren ab 995/1000 sowie Münzen ab 900/1000, die nach 1800 geprägt wurden und gesetzliches Zahlungsmittel sind oder waren, sind nach § 25c UStG umsatzsteuerbefreit. Limitierte Sammlerausgaben, deren Preis den Materialwert um mehr als 80 Prozent übersteigt, fallen nicht darunter. Bei Silber gilt die Befreiung generell nicht.

Wie lange muss Gold gehalten werden, damit der Verkauf steuerfrei ist? +

Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind Veräußerungsgewinne bei physischem Gold gemäß § 23 EStG steuerfrei. Innerhalb dieser Spekulationsfrist gelten sie als privates Veräußerungsgeschäft. Kaufbelege sollten dauerhaft aufbewahrt werden, da sie den Erwerbszeitpunkt nachweisen. Diese Angaben geben den allgemeinen Rahmen wieder und ersetzen keine individuelle Beratung – wie sich Fristen, Freigrenzen und der persönliche Steuersatz im Einzelfall auswirken, klärt am besten ein Steuerberater.

Welche Goldmünze eignet sich für den Einstieg? +

Bewährt haben sich international bekannte Anlagemünzen mit hoher Auflage, etwa Maple Leaf, Wiener Philharmoniker oder Krügerrand. Mit kleinem Budget bieten 1/10-Unzen-Prägungen und 1-Gramm-Barren einen niedrigschwelligen Einstieg – bei entsprechend höherem Aufgeld.

Wie lässt sich Gold auf Echtheit prüfen? +

Gewicht, Durchmesser und Dicke sind bei jeder Anlagemünze exakt festgelegt und lassen sich mit Feinwaage und Messschieber kontrollieren. Ergänzend helfen Magnet- und Klangprobe. Professionelle Händler setzen zusätzlich Ultraschall-, Leitfähigkeits- und Röntgenfluoreszenzmessung ein – Verfahren, die auch Wolframkerne unter einer dünnen Goldauflage aufdecken.

Was bedeutet 999,9 Feingold? +

Die Angabe beschreibt den Feingehalt in Tausendsteln: 999,9 von 1.000 Anteilen sind reines Gold, das entspricht 24 Karat. Anlagemünzen aus 916,7er Gold enthalten dieselbe Menge Feingold, wiegen wegen des Kupferanteils insgesamt aber mehr. Die Farbe eines Stücks sagt für sich genommen nichts über die Reinheit aus.

Lässt sich Gold jederzeit wieder verkaufen? +

Marktgängige Barren mit Zertifikat und bekannte Anlagemünzen gehören zu den liquidesten Sachwerten überhaupt und werden weltweit angekauft. Entscheidend sind unbeschädigte Verpackung, vorhandenes Zertifikat und ein Produkt, das der Markt kennt. Bei exotischen Prägungen oder beschädigten Blistern fällt die Ankaufsspanne breiter aus.

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