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Deutsche Wirtschaftspolitik: Planwirtschaft ohne Plan

22.09.2026PodcastKettner EdelmetalleBegleittext KI-generiert

Es gibt Sätze, die bleiben hängen. Nicht, weil sie besonders elegant formuliert wären, sondern weil sie einen wunden Punkt treffen. „Planwirtschaft ohne Plan“ – so beschreibt der Schweizer Verleger und Publizist Roger Köppel den Zustand der deutschen Wirtschaftspolitik. Und wer die letzten Jahre aufmerksam verfolgt hat, wird dieser Diagnose kaum widersprechen können.

Köppel ist Chefredakteur und Verleger der Weltwoche, der ältesten Wochenzeitung der Schweiz, die im November ihren 93. Geburtstag feiert. Zwischen 2015 und 2023 saß er als Nationalrat im Schweizer Parlament – mit dem Rekord der meisten Stimmen. Er ist also nicht nur Beobachter, sondern kennt den politischen Betrieb von innen.

Sein Blick auf Deutschland ist der Blick des Nachbarn: freundlich, aber schonungslos. Und genau das macht ihn so wertvoll.

Die heilsame Identitätskrise: Wenn der Erfolg zur Falle wird

Köppel greift auf ein Sprichwort zurück, das Goethe zugeschrieben wird: „Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Folge von guten Tagen.“ Deutschland, so seine These, werde heimgesucht vom eigenen Erfolg der vergangenen Jahrzehnte.

Es ist das klassische Buddenbrook-Syndrom, das er als Bild wählt: Die Vorfahren erarbeiten das Vermögen. Die nächste Generation verwaltet es noch anständig. Und die Enkel? Die studieren Kunstgeschichte und geben alles mit vollen Händen aus.

„Es ist wie so eine Politik gegen die Wirklichkeit, eine wohlstandsverwahrloste Politik.“

Wohlstandsverwahrlosung – ein hartes Wort. Aber ein präzises. Denn was sonst soll man einer politischen Klasse entgegenhalten, die über Jahre Substanz verzehrt hat, während sie sich für moralische Weltmeisterin hielt?

Die Chemotherapie der Wirklichkeit

Köppel nennt die aktuelle Lage eine „Chemotherapie der Wirklichkeit“. Ein Land, das durch diese Behandlung hindurchgehen muss, weil die Geschwüre zu groß geworden sind. Und er sieht darin – bemerkenswerterweise – etwas Positives.

Denn der Souverän wacht auf. Die Bürger geben Gegensteuer. Das nennt Köppel einen „kerngesunden demokratischen Prozess“:

„Demokratie, das ist die Staatsform der Alternativen. Und jetzt wollen wir mal eine Alternative ausprobieren.“

Nur: Dieser Prozess läuft in einer Zeit ab, in der die Probleme gravierender sind als seit Jahrzehnten. Und das größte davon überschattet alles wie eine dunkle Wolke.

Die dunkle Wolke: Krieg auf europäischem Boden

Roger Köppel wird selten so deutlich wie bei diesem Thema. Seine drei Sätze zum Ukrainekrieg sind so unmissverständlich, dass sie im heutigen Meinungsklima fast wie ein Tabubruch wirken:

  • Russland ist militärisch nicht zu besiegen. Punkt. Fertig aus.
  • Der Ukrainekrieg ist vor allem ein Fehler des Westens – in der ganzen Vorgeschichte.
  • Wer die Kapitulation Russlands will, wird vorher einen Atomkrieg bekommen.

Man muss diese Analyse nicht in jedem Detail teilen. Aber man sollte sie zur Kenntnis nehmen. Denn sie kommt von einem Mann, der aus der neutralen Schweiz auf ein Europa blickt, das sich gerade rüstungspolitisch neu aufstellt – mit einer Geschwindigkeit, die historisch beispiellos ist.

Köppel erinnert daran, wo Europa um 1911 stand: an der Spitze der Welt, mit Weltreichen, wirtschaftlich dominant, kulturell führend. Und dreißig Jahre später? Ein Trümmerhaufen, von dem sich Teile des Kontinents bis heute nicht erholt haben.

„Hier halte ich wirklich die These für berechtigt oder die Frage: Werden wir eigentlich von außenpolitischen Demenzkranken regiert?“

Wenn es aus dem 20. Jahrhundert eine Lehre gibt, dann diese: Nie wieder Krieg auf europäischem Boden. Und vor allem: nie wieder ein großer europäischer Krieg – der ja vor allem auf deutschem Boden ausgefochten würde.

Die Fehlerkette: Fünf Entscheidungen, die Deutschland ruinierten

Auf die Frage nach der einen falschen Entscheidung antwortet Köppel: Es gibt sie nicht. Es ist eine Kette. Eine Abfolge von Weichenstellungen gegen die Wirklichkeit:

  1. Die Klimapolitik – im Ergebnis eine Politik der Deindustrialisierung. „Niemand ist gegen Umweltschutz, aber man hat sozusagen eine Planwirtschaft ohne Plan eingeführt.“
  2. Der Kernenergieausstieg – nicht sachlich begründet, sondern parteitaktisch. Merkel trocknete die Linken aus und gewann Wahlen. Für das Land ein „Riesenproblem“.
  3. Die Migrationspolitik – „Es kamen zu viele und es kamen zu viele von den falschen auch.“ Köppel plädiert dabei ausdrücklich nicht für Stacheldraht, sondern für Realitätsnähe.
  4. Das Corona-Debakel – mit allen Folgen für Vertrauen, Freiheitsrechte und Staatsfinanzen.
  5. Die Russlandpolitik – der Versuch, eine Atommacht militärisch niederzuringen.

Was diese Liste verbindet? Eine Politik des Illusionismus, wie Köppel sagt. Oder auch: eine Politik des Moralismus. Jetzt folge der kalte Entzug.

Das narkotisierte Geldsystem – und warum jetzt alles hochkommt

Für Anleger ist eine andere Beobachtung Köppels noch wichtiger. Seit der Finanzkrise 2008, so seine Analyse, sei die Marktwirtschaft „narkotisiert“ worden – durch eine Politik des manischen Gelddruckens der EZB.

„Man hat im Grunde jede Krise mit Geld zugeschüttet. Jetzt fehlt das Geld – und jetzt kommen halt die Probleme, die man nur zugeschüttet hat, die kommen zum Vorschein.“

Das ist der Kern des Problems. Nicht ein einzelner Politikfehler, sondern ein strukturelles Versagen der Geldordnung. Jahrzehntelang wurden reale Strukturprobleme mit frischer Liquidität überdeckt. Zombie-Unternehmen wurden künstlich am Leben gehalten. Staaten konnten sich verschulden, ohne den Preis dafür zu zahlen.

Und genau hier liegt die Brücke zum Edelmetall. Denn wer verstanden hat, dass Papiergeld beliebig vermehrbar ist und physisches Gold nicht, der versteht auch, warum der Goldpreis in den vergangenen Jahren jene Höhen erreicht hat, die viele noch vor einem Jahrzehnt für unmöglich hielten. Dass Gold rund um die 4.000er-Marke eine stabile Bodenbildung zeigt, ist kein Zufall – es ist die logische Reaktion auf ein Geldsystem, dem die Marktteilnehmer schrittweise das Vertrauen entziehen.

Der Staat wächst – und niemand stoppt ihn

Ein Zahlenpaar, das aufhorchen lässt: Der deutsche Staat wuchs im vergangenen Jahr real rund siebenmal schneller als die Wirtschaft, die ihn finanzieren muss. Die Staatsquote liegt längst weit über 50 Prozent. Mehr als jeder zweite Euro läuft durch staatliche Hände.

Warum stoppt das niemand? Köppels Antwort ist unsentimental: Weil es ein Naturgesetz sei, dass der Staat dem Interventionismus huldigt. Er ist ein Monopol ohne Konkurrenz innerhalb seiner Grenzen.

Die Mechanik der Selbstvergrößerung

Dazu kommt die Personalfrage. Köppel formuliert sie mit spitzer Feder: Man habe eine Klasse von Berufspolitikern, „von denen die meisten noch nie einen Bleistift verkauft haben in ihrem Leben“. Deren Interesse liegt strukturell im Wachstum des Apparats:

  • Mehr Staat bedeutet mehr Einfluss
  • Mehr Staat bedeutet mehr Macht
  • Mehr Staat bedeutet höhere Einkünfte und Diäten

Und angedockt an die Verwaltung wächst ein „Speckgürtel von staatsnahen Betrieben und sogenannten NGOs“, die vom Staat leben. Alle wollen etwas Gutes tun. Alle wollen ein Problem lösen. Alle wollen den Menschen die Lebenslasten abnehmen.

In guten Zeiten lässt man sich das gefallen. In schlechten wird es zur existenziellen Frage.

Warum die Schweiz besser dasteht – und was Deutschland fehlt

Köppel macht keinen Hehl daraus: Auch die Schweiz marschiert in dieselbe Richtung. „In der Marschkolonne in den Abgrund sind wir vielleicht vier oder fünf Plätze weiter hinten als die Bundesrepublik“, formuliert er trocken. Die Deutschen zögen eben alles ein bisschen gründlicher durch – das Gute wie das Schlechte.

Aber es gibt Unterschiede. Die Schweiz besitzt Korrektive, die Deutschland fehlen:

  • Direkte Demokratie – das Volk kann Gesetze und Ausgaben tatsächlich stoppen
  • Föderalismus mit Substanz – der „Kantönligeist“ als Bremse gegen Zentralismus
  • Neutralität – kein Hineinziehen in fremde Konfrontationen

In Deutschland dagegen diagnostiziert Köppel eine „etwas dysfunktionale Staatsform“: Die Parteien hätten zu viel Gewicht, der Bürger zu wenig zu sagen, und die Bundesländer könnten die Zentrale in Berlin kaum in Schach halten.

„Früher war die Politik in Bonn, die Medien in Hamburg. Jetzt konzentriert sich alles in dieser Superbubble Berlin, in diesen alten imperialen Ruinen – kommunizierende Röhren, die sich gegenseitig in ihrer Herrlichkeit bestätigen.“

Was fehlt, ist Opposition gegen den Staat. Nicht Opposition gegen diese oder jene Regierung – sondern gegen die Staatsausdehnung selbst. Echter Liberalismus, wie Köppel betont, „wo Liberalismus draufsteht und auch noch Liberalismus drin ist“.

Der Angriff auf das Eigentum – und warum er längst begonnen hat

Hier wird es für Sparer konkret. Die meisten Bürger gehen davon aus, dass es bei höheren Steuern und neuen Schulden bleibt. Ein direkter Zugriff auf das Ersparte? Unvorstellbar für die Mehrheit.

Köppel hält diese Naivität für gefährlich. Er verweist auf seine eigene Erfahrung: Schon vor Jahren hatte er in deutschen Medien das Schweizer Bankkundengeheimnis verteidigt – als Pfeiler der finanziellen Privatsphäre, vergleichbar mit der ärztlichen Schweigepflicht.

Sein Eindruck damals wie heute:

„Unsere Staaten und die Europäische Union werden sich zuallererst als Enteignungsgemeinschaften profilieren.“

Das Bankkundengeheimnis wurde bekämpft, um den Durchgriff des Staates auf das Portemonnaie der Bürger unmittelbarer und übergriffiger gestalten zu können. Und genau das ist eingetreten.

Die Instrumente sind bereits gebaut

Köppel zählt die Entwicklungen auf, die längst laufen:

  • Bestrebungen in Richtung eines europäischen Vermögensregisters
  • Immer weiter ausgedehnte Geldwäsche-Regelungen
  • Beweislastumkehr in manchen Jurisdiktionen – wer Vermögen hat, muss belegen, dass er es nicht gestohlen hat
  • Beschlagnahmung russischer Staatsvermögen als Präzedenzfall
  • Sanktionsdrohungen bei unliebsamen Meinungen zum Ukrainekrieg

Der Punkt bei den eingefrorenen russischen Geldern ist heikel, und Köppel benennt ihn als Erster: Natürlich heißt es, die Russen seien die Bösen, denen dürfe man das Geld wegnehmen. „Ist eine Ungeheuerlichkeit.“ Denn wenn Eigentum einmal politisch verhandelbar wird, gilt das Prinzip. Nicht der Einzelfall.

Dazu die Rhetorik der politischen Klasse: Da wird von einer „Savings and Investment Union“ gesprochen, von „faulem Kapital“, das man „mobilisieren“ müsse. Wer genau zuhört, versteht: Gemeint sind Ihre Ersparnisse.

„Man merkt, dass das Eigentum – ein Grundpfeiler unserer Gesellschaftsordnung – eben nicht mehr garantiert ist, sondern zur Disposition gestellt wird.“

Digitale ID, digitales Zentralbankgeld – der schleichende Kontrollausbau

Selbst die Schweiz ist nicht immun. Die Abstimmung zur digitalen ID ging mit knapper Mehrheit durch – Köppel selbst stimmte dagegen. Seine Skepsis gilt der Verlagerung aller Lebensgrundlagen ins Digitale. Er misstraut sogar der Briefwahl und elektronischen Wahlverfahren: „Da kann betrogen, da kann getrickst werden.“

Rückblickend, so Köppel, sei das eine sehr abstrakte Abstimmung gewesen. Vielen Schweizern war die Tragweite nicht bewusst; man betrachtete es als rein administrative Übung. Genau so funktioniert der Kontrollausbau: nicht mit Getöse, sondern in kleinen, technisch klingenden Schritten.

Und der Weg von der digitalen Identität zum digitalen Zentralbankgeld ist nicht mehr weit. Ein Geld, das programmierbar ist. Das ablaufen kann. Das sich sperren lässt. Wer das für Verschwörungstheorie hält, sollte die Arbeitspapiere der Notenbanken lesen – dort steht es schwarz auf weiß.

Es ist kein Zufall, dass gerade in diesem Umfeld die Debatte über die mögliche Rückkehr zu goldgedeckten Staatsanleihen wieder Fahrt aufnimmt. Wenn das Vertrauen in reines Fiat-Geld erodiert, wird Gold als Ankerwährung wieder zum Thema – auch auf höchster staatlicher Ebene.

Köppels Rezept: Dem Staat das Geld entziehen

Was also tun? Köppels Antwort ist radikal einfach und politisch unbequem:

„Wenn der Staat immer fetter wird und immer mehr Geld aus dem Wirtschaftskreislauf abzieht, dann ist das ganz Entscheidende, dass man dem Staat Geld entzieht. Und ihm gleichzeitig den Auftrag gibt, mit weniger Geld die relevanten Leistungen zu erbringen. Das heißt, dass bestimmte Leistungen dann nicht mehr erbracht werden können.“

Das ist der Satz, den keine Partei aussprechen will. Weniger Geld bedeutet weniger Leistungen. Es gibt keinen schmerzfreien Weg zurück zum schlanken Staat.

Köppel sieht in Deutschland derzeit keine relevante politische Kraft, die diesen Druck ernsthaft aufbaut. In keiner Partei sei Verschlankung eine dezidierte Priorität. Seine Vorschläge für eine Staatsreform:

  1. Einführung der direkten Demokratie nach schweizerischem Muster
  2. Übernahme des Neutralitätsprinzips und Aufgabe der Konfrontationspolitik
  3. Mehr Autonomie für die Bundesländer gegenüber der Zentrale in Berlin

Finanzielle Selbstverteidigung: Was der Einzelne tun kann

Und der einzelne Sparer? Der mit 10.000 oder 100.000 Euro, der sich fragt, wie viel Vertrauen er dem System noch schenken soll?

Köppel, der sich ausdrücklich nicht als Finanzberater versteht, gibt eine bemerkenswert ehrliche Antwort. Sein Vertrauen in die aktuelle Finanzwirtschaft sei „an einem immer kleiner werdenden Ort“. Und er glaubt, dass es vielen Menschen so geht:

„Die haben ein Unbehagen. Die denken sich: Das geht doch gar nicht mit diesen Schuldenbergen, das ist doch jenseits von Gut und Böse. Wie will man diese Schulden sanieren? Werden die Währungen irgendwann reformiert? Ist dann mein Geld nichts mehr wert? Gibt's eine Hyperinflation, gibt's eine schleichende Enteignung des Sparers?“

Niemand glaube, dass das gut ausgehen könne. Man staune eher, dass das Ganze noch nicht in die Luft geflogen ist.

Die Abstimmung mit dem Depot

Und genau dieses Unbehagen sieht Köppel in den Kursen: „Das sehen wir natürlich auch an den Kursen von Gold, dass die Leute in diese Werte gehen“ – und das Metall womöglich im eigenen Garten vergraben, weil sie nicht einmal mehr darauf vertrauen, es aus einem Bankschließfach zurückzuerhalten.

Man kehre, so Köppel, zu archaischen Formen zurück. Man könnte auch sagen: zu bewährten. Denn genau hier liegt der fundamentale Unterschied zwischen einem Anspruch auf Gold und dem Besitz von Gold. Wer die aktuelle Debatte um Papiergold und seine Risiken verfolgt, weiß: Ein Zertifikat ist ein Versprechen. Eine Münze in der Hand ist Eigentum.

Köppels eigenes Prinzip: „Ein Teil nimmst du in Edelmetallen“ – dazu eine Auswahl solide geführter Unternehmen, deren Geschäftsmodell er versteht. Und je abstrakter, je spekulativer, je technischer eine Anlage werde, desto skeptischer sei er.

Vom kleinen Einstieg bis zur Unze: Wie physische Absicherung praktisch aussieht

Die gute Nachricht: Der Weg in physische Edelmetalle ist heute für jeden offen – unabhängig vom Budget. Wer klein anfangen möchte, findet mit einem 0,1-Gramm-Goldbarren von Heimerle und Meule schon für unter 25 Euro einen Einstieg. Auch die 0,5 Gramm Gold Deutscher Adler oder das 1 Gramm Gold Maple Leaf sind ideale Bausteine für den schrittweisen Vermögensaufbau.

Wer größere Summen absichern will, greift zu den international etablierten Klassikern. Im Bereich Goldmünzen gehören dazu:

Für alle, die auf maximale Kosteneffizienz beim Grammpreis setzen, bleiben klassische Goldbarren die erste Wahl. Und wer eine ganze Unze in Münzform bevorzugt, findet mit dem 1 Unze Gold Krügerrand 2026 die weltweit bekannteste Anlagemünze überhaupt.

Eine besondere Erwähnung verdient die 0,5 Gramm Gold Deutsche Mark 2026 in Reverse Proof mit einer Auflage von nur 1.000 Stück – ein Sammlerstück, das an eine Währung erinnert, die für Stabilität stand. Und daran, wie schnell eine Währung verschwinden kann.

Abstimmung mit den Füßen: 30.000 bis 40.000 Deutsche pro Jahr

Ein Detail aus Köppels Analyse verdient besondere Aufmerksamkeit. Jährlich ziehen zwischen 30.000 und 40.000 Deutsche in die Schweiz. Für Köppel ist das eine „Abstimmung mit den Füßen“ – ein Misstrauensvotum, das keine Umfrage abbilden kann.

Gleichzeitig zeigt sich in der Schweiz die Kehrseite: Die Immobilienpreise sind für den Durchschnittsbürger kaum noch bezahlbar. Auch das ist eingepreistes Misstrauen. Kapital flieht in alles, was knapp und real ist.

Übrigens: Wie verzerrt die deutsche Wahrnehmung der Schweiz gelegentlich ist, zeigte sich zuletzt in einer bemerkenswerten Episode, über die wir unter dem Titel „Goldzähne-Vorwurf gegen die Schweiz“ berichtet haben.

Das Drei-Speichen-Prinzip – und warum Gold die tragende Speiche ist

Köppel selbst ist stärker in Immobilien investiert, seine Frau kümmert sich um Aktienportfolios – und ein Teil liegt in Edelmetallen. Das entspricht dem bewährten Drei-Speichen-Prinzip, das seit Jahrtausenden Vermögen über Krisen hinweg getragen hat.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zwischen den Speichen. Immobilien sind ortsgebunden, politisch angreifbar, besteuerbar. Wertpapiere existieren in digitalen Registern, auf die Dritte zugreifen können. Physisches Gold in eigener Verwahrung ist die einzige Anlageklasse, die vollständig unabhängig vom Funktionieren des Systems bleibt.

Gold hat keine Gegenpartei. Keinen Emittenten, der pleitegehen kann. Keinen Server, der ausfallen kann. Keine Regierung, die es per Knopfdruck entwerten kann. Es ist das einzige Geld, das ohne Vertrauen funktioniert – weil es keines braucht.

Nicht verzagen, nicht verzweifeln

Bei all der Schärfe seiner Analyse bleibt Roger Köppel am Ende bemerkenswert gelassen. Er nennt es „eine gewisse existenzielle Gelassenheit“. Er glaube, dass der ganz große Crash, das Armageddon, erspart bleibe – auch wenn er nicht sagen könne, auf welches konkrete Faktum er diese Hoffnung stütze. Es sei ein allgemeines Gottvertrauen.

„Die Welt ist nicht verdammt. Auch wenn es draußen sehr finster ist, es gibt immer einen Lichtblick. Nicht verzagen, nicht verzweifeln, sondern weitermachen. Ärmel hochkrempeln.“

Urdeutsche Tugenden, wie er anmerkt – die man in der Schweiz gern hochhält.

Aber Optimismus ist kein Ersatz für Vorsorge. Wer hofft, dass alles gut geht, und sich gleichzeitig absichert, handelt nicht widersprüchlich. Er handelt klug.

Das Fazit: Realismus ist die neue Pflicht

Was bleibt von diesem Gespräch? Eine Diagnose, die unbequem ist, aber ehrlich. Und eine Handlungsanweisung, die jeder für sich umsetzen kann:

  • Erkennen Sie die Struktur – der Staat wächst aus Eigeninteresse, nicht aus Notwendigkeit
  • Nehmen Sie die Signale ernst – Vermögensregister, digitales Zentralbankgeld und Beweislastumkehr sind keine Theorien, sondern Projekte
  • Verlassen Sie sich nicht auf Versprechen – weder auf politische noch auf papierne
  • Setzen Sie auf Substanz – physische Edelmetalle in eigener Verfügung, gestreut über verschiedene Stückgrößen
  • Bleiben Sie handlungsfähig – kleine Einheiten schaffen Flexibilität, große Einheiten optimieren den Preis

Roger Köppels Begriff der „Planwirtschaft ohne Plan“ beschreibt nicht nur eine gescheiterte Wirtschaftspolitik. Er beschreibt ein Grundmuster: die Bereitschaft, Wirklichkeit durch Wunschdenken zu ersetzen – solange es gutgeht.

Für den einzelnen Anleger heißt das: Wer sich in einem System absichern will, das die eigene Wirklichkeit nicht mehr anerkennt, muss auf Werte setzen, die keine Anerkennung brauchen. Gold ist genau das. Seit über 5.000 Jahren. Über alle Währungen, alle Regierungen und alle Ideologien hinweg.

Es ist keine Spekulation. Es ist Selbstverteidigung.

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