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Sarrazin: Systemversagen bei Abschiebungen – 75 Jahre für eine Aufgabe

09.09.2026VideoKettner EdelmetalleBegleittext KI-generiert

Es gibt Sätze, die bleiben hängen. Nicht wegen ihrer Lautstärke, sondern wegen ihrer nüchternen Klarheit. Thilo Sarrazin hat im Gespräch mit Dominik Kettner einen solchen Satz gesagt – und er richtet sich an jeden, der in diesem Land noch eine Perspektive für sich, seine Kinder und Enkel sehen will:

„Wenn du aber hier bleiben willst und willst, dass du und deine Kinder und vielleicht irgendwann deine Enkel hier eine Zukunft haben, dann musst du dafür sorgen, dass sich etwas ändert."

Kein Aufruf zur Resignation. Kein Wehklagen. Sondern eine Handlungsaufforderung. Und genau das macht dieses Gespräch so bemerkenswert – denn der Mann, der 2010 mit „Deutschland schafft sich ab" die Republik erschütterte, zieht heute Bilanz. Eine Bilanz, die ihn selbst überrascht hat. Nicht, weil er zu schwarz gemalt hätte. Sondern weil er, wie er selbst einräumt, „maßlos untertrieben" hat.

Die Zahlen, die niemand mehr wegdiskutieren kann

Beginnen wir mit dem, was messbar ist. Denn Zahlen sind unbestechlich – auch wenn sie unbequem sind. Sarrazin hat sich vor dem Gespräch durch die aktuellen Statistiken gearbeitet, und das Ergebnis ist ernüchternd.

  • 15.300 ausreisepflichtige Afghanen leben derzeit in Deutschland
  • 10.700 ausreisepflichtige Syrer – davon rund 80 Prozent geduldet
  • Gleichzeitig gehen 1.700 neue Asylanträge pro Monat allein aus Afghanistan ein
  • Drei Abschiebungen nach Syrien in sieben Monaten
  • 9.000 gescheiterte Abschiebungen
  • 280 Piloten haben sich geweigert, Abzuschiebende zu transportieren

Rechnet man das Tempo hoch, kommt man auf eine Zahl, die man zweimal lesen muss: 75 Jahre würde es dauern, allein die ausreisepflichtigen Afghanen zurückzuführen. Drei Generationen. Für eine Verwaltungsaufgabe.

Und während dieser Prozess sich zäh wie Sirup dahinschleppt, kommen jeden Monat mehr Menschen an, als das System jemals zurückführen könnte. Das ist keine Politik. Das ist ein Systemversagen mit Ansage.

Drei Regierungen, null Ergebnis

Bemerkenswert ist die Kontinuität des Scheiterns. Merkel hat nicht gehört. Die Ampel hat nicht gehört. Und auch die aktuelle Regierung unter Friedrich Merz liefert – gemessen an ihren eigenen Ankündigungen – bislang wenig mehr als Rhetorik.

Sarrazin ist dabei fair genug, einzelnen Akteuren gute Absichten zu attestieren. Innenminister Dobrindt sei „sicherlich besser und bemühter" als seine Vorgängerin. Nur: Das nützt nichts.

„Er bekommt das letztlich nicht in den Griff, weil er natürlich vorsichtig im bestehenden Recht operiert – und das bestehende Recht ändert sich nur extrem langsam. Und das ist eben der Fehler."

„Urlaub vom Asyl" – die Absurdität als Geschäftsmodell

Es gibt Details, bei denen selbst hartgesottene Beobachter die Fassung verlieren. Sarrazin verweist auf das Buch „Wir verlieren unser Land" und schildert eine Praxis, die man sich kaum ausdenken könnte.

Geduldete Afghanen mit blauem Pass buchen bei spezialisierten Reisebüros Flüge in ihre Heimat. Der Weg führt über Teheran, von dort geht es weiter nach Kabul. Und damit kein verräterischer Stempel im Pass landet, wird schlicht ein Zettel eingelegt, der abgestempelt wird.

Tausende machen das. Jedes Jahr. Urlaub vom Asyl. Während zeitgleich in Deutschland neue Anträge gestellt werden, weil das Herkunftsland angeblich lebensgefährlich sei.

„Das System ist – der Begriff absurd ist eigentlich noch zu schwach. Es ist in jeder Beziehung funktionsunfähig, sachlich und moralisch diskreditiert."

Wer solche Widersprüche jahrelang duldet, darf sich über den Vertrauensverlust der Bürger nicht wundern. Und genau dieser Vertrauensverlust ist der Grund, warum immer mehr Menschen anfangen, ihre eigene Vorsorge selbst in die Hand zu nehmen – politisch wie finanziell.

Sarrazins Zehn-Punkte-Realismus: Was tatsächlich geschehen müsste

Was diesen Mann von den üblichen Kommentatoren unterscheidet: Er belässt es nicht bei der Diagnose. Als gelernter Ministerialbeamter mit Jahrzehnten Verwaltungserfahrung denkt er in Instrumenten. Und die legt er offen auf den Tisch.

  1. Ausstieg aus der Genfer Flüchtlingskonvention in ihrer heutigen Form – beziehungsweise Rückführung auf den Stand vor 1967, als sie ausschließlich für Menschen aus Europa galt.
  2. Ausstieg aus der Europäischen Menschenrechtskonvention – nicht, um Menschenrechte abzuschaffen, sondern um den systematischen Rechtsmissbrauch zu beenden, der über den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte die gesamte Migrationspraxis blockiert.
  3. Abbau materieller Anreize: Wer ohne gültige Papiere einreist, erhält Sachleistungen – kein Bargeld, nichts, was sich in die Heimat überweisen lässt.
  4. Konsequente Identitätsfeststellung über DNA-Analyse und Dialektanalyse. Moderne Verfahren können die Herkunft bis auf wenige hundert Kilometer eingrenzen.
  5. Sanktionen gegen unkooperative Herkunftsstaaten: Handelsbeschränkungen, Streichung der Entwicklungshilfe – für Marokko, Algerien und alle anderen, die ihre Staatsbürger nicht zurücknehmen.

Der entscheidende Punkt: Diese Maßnahmen wirken nur im Verbund. Einzeln verpuffen sie. Sarrazin spricht von „radikalen, systematisch ineinandergreifenden Rechtsänderungen" – und zwar in kurzer Zeit.

Das Ziel: Deutschland als unattraktivste Adresse

Besonders scharfsinnig ist seine Analyse der europäischen Binnenwanderung. Die Menschen, die über Süditalien oder Spanien einreisen, wollen dort gar nicht bleiben. Sie wollen nach Duisburg, nach Essen – weil es sich dort besser leben lässt. Und die Italiener und Spanier wollen sie ebenfalls nicht behalten. Also stellen sie Zugfahrkarten aus.

„Wenn die Leute sagen: Wenn ich nach Europa gehe, dann aber bestimmt nicht nach Deutschland – dann haben wir die richtige Politik gemacht."

Die Kriminalstatistik: Wenn Fakten unaussprechlich werden

Der zweite große Themenblock des Gesprächs betrifft die innere Sicherheit. Und hier wird es besonders unbequem.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2024 weist aus: 35 Prozent aller Tatverdächtigen sind Ausländer. Rechnet man Personen mit Migrationshintergrund hinzu, steigt der Anteil deutlich. Bei Gewaltkriminalität liegen die Werte noch einmal höher.

Dominik Kettner bringt ein Beispiel aus Baden-Württemberg – jener Region, in der die Welt vermeintlich noch in Ordnung war: 273 Gruppenvergewaltigungen. Bei 56 Prozent davon waren die Tatverdächtigen Ausländer. Mit Migrationshintergrund liegt der Anteil bei rund 80 Prozent.

Der Maßregelvollzug als Frühwarnsystem

Noch aufschlussreicher ist ein Bereich, über den kaum jemand spricht: der Maßregelvollzug. Dort landen Menschen, die für ihre Taten nicht verantwortlich gemacht werden können, vor denen die Bevölkerung aber dauerhaft geschützt werden muss.

Sarrazin berichtet, dass dort mittlerweile 40 bis 50 Prozent der Plätze von jungen ausländischen Männern belegt werden – mit Herkunftsschwerpunkten Marokko, Algerien, Syrien, Iran, Irak, Afghanistan und Türkei. Die Kapazitäten reichen nicht mehr aus. Für niemanden.

Warum die Politik schweigt – ein bemerkenswerter Vergleich

Die spannendste Passage des Gesprächs ist eine psychologische. Auf die Frage, warum Politiker diese Zahlen nicht offen aussprechen, obwohl sie sie kennen, antwortet Sarrazin mit einem verblüffenden Vergleich – und nimmt dabei ausgerechnet den Goldhandel seines Gesprächspartners als Beispiel:

„Sie handeln mit Gold. Der Handel mit Gold ist die materielle Basis Ihrer Firma. Wenn sich jetzt plötzlich ergeben würde, dass Gold ein ganz mieses Geschäft ist – Sie würden lange zögern, das in Ihre Argumentation einzubauen, weil es die Grundvoraussetzung Ihrer Firma gefährdet."

Der Vergleich ist bewusst kühl gewählt. Und er trifft einen wunden Punkt der politischen Klasse: Wer sein gesamtes weltanschauliches Fundament auf einer bestimmten Annahme aufgebaut hat, wird diese Annahme nicht leichtfertig aufgeben. Nicht aus Bosheit – sondern aus Selbstschutz.

Nur: Bei Gold liegt der Fall bekanntlich anders herum. Das älteste Geld der Menschheit hat in fünftausend Jahren jede Währung, jedes Imperium und jedes politische System überlebt. Es braucht keine Beschönigung, keine Umdeutung, keine Statistikkosmetik. Es ist, was es ist – und genau darin liegt seine Stärke.

Die Illusion vom formbaren Menschen

Hinter all den Zahlen steht für Sarrazin ein fundamentaler Denkfehler. Er nennt ihn die Knetgummi-Illusion.

Die Vorstellung, Menschen seien unabhängig von kultureller Herkunft, Tradition und Prägung eine beliebig formbare Masse, die man nach Bedarf zu Facharbeitern modelliert – diese Vorstellung läuft in der Realität schlicht leer.

Sein Gegenbeweis ist dabei bemerkenswert differenziert: Chinesen, Vietnamesen und Inder seien in Deutschland ausgesprochen erfolgreich. Auch sie bringen ihren kulturellen Hintergrund mit. Nur eben einen anderen.

„Die Menschen, die zu uns kommen, sind keine knetbare Masse, die wir in unserem Sinne einsetzen und beeinflussen können. Sie kommen mit ihrem Hintergrund."

Was das mit Ihrem Vermögen zu tun hat

Nun mag mancher fragen: Was hat eine migrationspolitische Debatte auf einem Edelmetall-Kanal zu suchen? Sehr viel. Denn hinter den Symptomen steht ein gemeinsames Grundproblem: Ein Staat, der seine Kernaufgaben nicht mehr erfüllt.

Wer über Jahrzehnte hinweg beweist, dass er weder Grenzen sichern, noch Recht durchsetzen, noch seine Haushalte konsolidieren kann, dem sollte man auch beim Thema Geldwertstabilität nicht blind vertrauen. Es ist derselbe Apparat. Dieselbe Mentalität. Dasselbe Prinzip des Aufschiebens, Verwaltens und Weiterreichens an die nächste Generation.

Die Folgen sind längst sichtbar:

  • Explodierende Sozialausgaben bei gleichzeitig sinkender Erwerbsquote
  • Rekordverschuldung, finanziert über Sondervermögen und kreative Buchführung
  • Eine EZB, die zwischen Inflationsbekämpfung und Staatsfinanzierung längst keine ehrliche Wahl mehr hat
  • Eine schleichende Entwertung von Spareinlagen, Lebensversicherungen und Rentenansprüchen

Wer in diesem Umfeld ausschließlich auf staatliche Zusagen und Papierversprechen setzt, verlässt sich auf ein System, dessen Leistungsfähigkeit täglich vor unseren Augen widerlegt wird.

Sachwerte als stille Antwort auf laute Probleme

Genau deshalb greifen immer mehr Menschen zu physischen Edelmetallen. Nicht als Spekulation. Sondern als Versicherung gegen genau jene Entwicklungen, die Sarrazin beschreibt.

Wer einsteigen will, findet einen breiten Fächer an Möglichkeiten. Klassiker unter den Goldmünzen sind der kanadische Maple Leaf mit seiner Feinheit von 999,9, der Wiener Philharmoniker als europäische Referenz sowie der Krügerrand 2026, die weltweit meistgehandelte Anlagemünze überhaupt.

Wer lieber auf Gewicht statt auf Prägung setzt, ist mit Goldbarren gut beraten – sie bieten in der Regel den geringsten Aufschlag auf den Materialwert. Für Sammler und Liebhaber wiederum sind Serien wie die Lunar-Serie, das australische Känguru, der China Panda mit seinem jährlich wechselnden Motiv, der American Eagle oder die britische Britannia interessante Ergänzungen.

Und für den Einstieg mit kleinem Budget? Da eignen sich Kleinstgewichte hervorragend – etwa das 1-Gramm-Goldstück Maple Leaf, der 0,5g Gold Deutscher Adler oder die streng limitierte 0,5g Gold Deutsche Mark 2026 mit einer Auflage von nur 1.000 Stück. Ein besonderes Sammlerstück ist zudem die Sonderprägung Bulle und Bär in Polierter Platte.

Physisch oder Papier? Die Frage, die alles entscheidet

Ein Punkt sei an dieser Stelle mit Nachdruck betont: Nur physisches Eigentum ist echtes Eigentum. Wer Gold über Zertifikate, ETCs oder andere Papierkonstruktionen hält, besitzt kein Metall – er besitzt ein Versprechen. Und Versprechen sind exakt das, was in Krisenzeiten zuerst gebrochen wird.

Dass diese Frage aktueller ist denn je, zeigt die jüngste Entwicklung an den Märkten. In unserem Beitrag „Papiergold im Comeback: Europas Anleger greifen zu – doch die entscheidende Frage bleibt offen" haben wir die Risiken dieser Konstruktionen ausführlich beleuchtet.

Auch die Preisentwicklung selbst bleibt spannend: Wie wir in „Gold zittert um die 4.000er-Marke" analysiert haben, hält die Bodenbildung trotz aller Volatilität stand. Und mit Blick auf die geldpolitische Großwetterlage lohnt der Blick über den Atlantik: Die Debatte um goldgedeckte US-Anleihen könnte das monetäre System nachhaltiger verändern, als vielen bewusst ist.

Wie schnell übrigens Halbwissen und ideologische Vorurteile beim Thema Gold in die Irre führen, zeigt eindrücklich der Fall, den wir unter „Goldzähne-Vorwurf gegen die Schweiz" dokumentiert haben – ein Lehrstück darüber, was passiert, wenn Emotion die Recherche ersetzt.

Point of no Return? Sarrazins ehrliche Antwort

Am Ende steht die schwerste Frage: Ist der Punkt erreicht, an dem sich nichts mehr drehen lässt?

Sarrazins Antwort ist typisch für ihn – differenziert statt dramatisch. Man müsse unterscheiden, sagt er. Die Vergangenheit lasse sich nicht rückabwickeln: nicht das ausgegebene Geld, nicht die Toten von Attentaten, nicht die Schicksale der Opfer.

Aber die Zukunft? Die ist offen. Sie erfordert politischen Willen – und Menschen, die sich nicht verbieten lassen, die entscheidende Frage zu stellen.

„Die Wirklichkeit muss man akzeptieren. Aber man darf sich die Frage nicht verbieten lassen: Was muss geschehen, damit es vernünftig wird?"

Sein persönlicher Rat fällt schonungslos ehrlich aus. Wer im Rentenalter ist, wird die kommenden Verwerfungen möglicherweise nicht mehr in voller Härte erleben. Wer jung, gut ausgebildet und mobil ist, sollte durchaus prüfen, ob es ihm in der Schweiz oder den USA nicht besser geht. Das müsse jeder selbst entscheiden.

Aber – und das ist die eigentliche Botschaft – wer bleiben will, der muss handeln.

Fazit: Verantwortung beginnt beim Einzelnen

Dominik Kettner formulierte im Gespräch einen Gedanken, der die ganze Haltung zusammenfasst: Man rede nur deshalb noch über diese Themen, weil man eben nicht die Koffer packen wolle. Weil man zu verliebt sei in dieses Land.

Genau darum geht es. Nicht um Untergangsstimmung. Sondern um Eigenverantwortung in einer Zeit, in der der Staat seine Schutzfunktion Stück für Stück aufgibt.

Wer die Zukunft wieder selbst in die Hand nehmen will, tut das auf zwei Ebenen:

  • Politisch – durch Meinung, Beteiligung und den Mut, unbequeme Fakten auszusprechen
  • Finanziell – durch reale, greifbare Werte außerhalb des Systems, das diese Probleme verursacht hat

Gold trägt keine Ideologie. Es lügt nicht, es beschönigt keine Statistik und es braucht keine Legislaturperiode, um zu wirken. Es liegt einfach da – seit Jahrtausenden – und bewahrt, was Menschen erarbeitet haben.

In einer Zeit, in der so vieles im Fluss ist, ist das vielleicht die stabilste Aussage, die man treffen kann. Wer eine Zukunft will, muss dafür sorgen, dass sich etwas ändert. Bei sich selbst zuerst.

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