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De-Dollarisierung und die BRICS-Unit: Was der gold-gedeckte Zahlungsverkehr 2026 für Anleger bedeutet

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Die Abkehr vom US-Dollar ist 2026 keine reine Rhetorik mehr. Unter Indiens BRICS-Vorsitz verschiebt sich die Debatte von der Ankündigung in die praktische Umsetzung: Immer mehr Handel läuft in Landeswährungen, das Zahlungsnetzwerk BRICS Pay tritt als Alternative zu SWIFT an, und im Hintergrund kursiert die Idee einer gold-gedeckten Recheneinheit namens Unit. Für Privatanleger ist die entscheidende Frage nicht, ob der Dollar über Nacht gestürzt wird, sondern was diese schleichende Blockbildung für die langfristige Nachfrage nach physischem Gold bedeutet.

Goldbarren auf dunkler Oberfläche mit digitalem Netzwerk-Motiv als Symbol für gold-gedeckten Zahlungsverkehr
Gold rückt als neutraler Reserveanker in den Mittelpunkt einer neuen, teils digitalen Zahlungsarchitektur.

Warum die De-Dollarisierung gerade jetzt Fahrt aufnimmt

De-Dollarisierung beschreibt keinen einzelnen Beschluss, sondern einen langsamen Prozess: Staaten diversifizieren weg vom US-Dollar als bevorzugter Reservewährung und Handelsmittel und wickeln stattdessen mehr Geschäfte in nationalen Währungen oder Währungskörben ab. Dieser Trend ist nicht neu, doch er hat sich in den vergangenen Jahren spürbar beschleunigt. Treiber sind die Sorge vor der Waffenwirkung des Dollars durch Sanktionen, die hohe US-Staatsverschuldung und der Wunsch großer Schwellenländer nach mehr währungspolitischer Unabhängigkeit.

Der Anteil des Dollars an den globalen Währungsreserven ist über zwei Jahrzehnte gesunken: von rund 71 Prozent um das Jahr 2000 auf zuletzt etwa 57 Prozent. Das ist kein Absturz, sondern eine langsame, aber stetige Erosion. Wichtig für die Einordnung: Der Dollar bleibt mit Abstand die dominierende Reservewährung. Was sich verändert, ist die Richtung des Trends und die Geschwindigkeit, mit der Alternativen aufgebaut werden.

Ein wesentlicher Beschleuniger ist die Erfahrung, dass Reserven im westlichen Finanzsystem eingefroren werden können. Seither suchen Zentralbanken außerhalb des Westens nach einem Reserveanker, der keiner fremden Rechtsordnung unterliegt. Genau hier kommt physisches Gold ins Spiel: Es ist ein Aktivum ohne Gegenpartei-Risiko, das in eigenen Tresoren lagern kann und sich politisch nicht einfrieren lässt.

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BRICS 2026: Vom Fünferbund zum erweiterten Block

Ursprünglich stand BRICS für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Inzwischen ist der Block deutlich gewachsen und umfasst Partnerländer wie Iran, Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien. Diese Erweiterung verändert das Gewicht der Gruppe: Sie deckt einen erheblichen Teil der Weltbevölkerung, der globalen Rohstoffförderung und des Welthandels ab.

2026 hat Indien den rotierenden BRICS-Vorsitz übernommen, offiziell seit dem 1. Januar 2026, unter dem Leitmotiv „Aufbau von Resilienz, Innovation, Kooperation und Nachhaltigkeit". Der 18. BRICS-Gipfel ist für den 12. und 13. September 2026 in Neu-Delhi angesetzt. Indiens Präsidentschaft gilt als pragmatisch: Neu-Delhi legt den Schwerpunkt auf konkrete Zusammenarbeit in Bereichen wie Gesundheit, Landwirtschaft, Klima und Digitalisierung und geht bei besonders konfrontativen Währungsprojekten eher auf Distanz.

  • Wachsende Mitgliederzahl: Der erweiterte Block bündelt mehr wirtschaftliches und politisches Gewicht, was die Abstimmung allerdings komplexer macht.
  • Heterogene Interessen: Zwischen China, Indien und den Golfstaaten bestehen unterschiedliche Prioritäten, was einheitliche Währungsprojekte bremst.
  • Pragmatischer Vorsitz: Indien vermeidet offene Konfrontation mit dem Westen und setzt eher auf Infrastruktur als auf eine gemeinsame Währung.

Für Anleger ist diese Differenzierung wichtig: Der Block bewegt sich weniger als geschlossene Front denn als loses Bündnis, das an vielen Stellen zugleich am Dollar vorbei baut. Gerade diese Vielzahl kleiner Schritte macht den Trend so belastbar.

Die Unit: Was hinter der gold-gedeckten Recheneinheit steckt

Im Zentrum der Spekulationen steht die sogenannte Unit, eine digitale Handels- und Recheneinheit für die grenzüberschreitende Abwicklung. Ihr Konzept sieht eine Deckung von rund 40 Prozent durch Gold und 60 Prozent durch einen Korb aus BRICS-Währungen vor. Sie ist als Blockchain-basiertes Abwicklungsinstrument gedacht, das lokale Währungen bindet und im Gegenzug Unit-Token freigibt.

Entscheidend ist der nüchterne Blick auf den Stand der Dinge: Die Unit ist bislang ein Prototyp im Test, keine einsatzbereite Währung. Ein erster Pilot lief im Oktober 2025 mit einer sehr kleinen Ausgabemenge, gedacht als Infrastrukturtest, nicht als Dollar-Ersatz. Sie soll nationale Währungen ausdrücklich nicht ablösen, sondern den Handel zwischen den Mitgliedern erleichtern und die Abhängigkeit vom Dollar reduzieren. Ein verbindlicher Zeitplan für eine breite Einführung existiert nicht.

Gestapelte Goldbarren in einem Tresor als Symbol für die Goldreserven der BRICS-Zentralbanken
Die kombinierten Goldreserven der BRICS-Staaten übersteigen inzwischen 6.000 Tonnen und stützen die Idee eines gold-gedeckten Ankers.

Warum die Deckung überhaupt Gold verlangt

Eine reine Korbwährung aus Rubel, Renminbi, Rupie und Real hätte ein Vertrauensproblem: Keine dieser Währungen genießt international dasselbe Vertrauen wie der Dollar, und untereinander misstrauen sich die Partner in Währungsfragen. Gold löst dieses Dilemma, weil es neutral ist. Es gehört keinem einzelnen Staat, unterliegt keiner Notenbankpolitik und ist über Jahrhunderte als Wertmaßstab akzeptiert. Ein Gold-Anteil verleiht der Konstruktion Glaubwürdigkeit, die eine reine Papierwährung des Blocks nicht hätte.

Genau deshalb ist die Unit für den Goldmarkt relevant, unabhängig davon, ob sie je in großem Stil eingesetzt wird. Schon die Absicht, eine Recheneinheit teilweise mit Gold zu unterlegen, verankert das Metall strukturell in der Reserve-Logik der beteiligten Staaten.

BRICS Pay: Die stille Revolution neben der Schlagzeile

Während die Unit die Schlagzeilen dominiert, findet der eigentliche Umbruch leiser statt. BRICS Pay ist ein grenzüberschreitendes Zahlungssystem, das als Alternative zu SWIFT konzipiert ist. Zusammen mit bilateralen Währungsswaps und der geplanten Verknüpfung digitaler Zentralbankwährungen entsteht so eine Zahlungsinfrastruktur, die den Handel ohne Dollar-Zwischenschritt ermöglicht und die Anfälligkeit für einseitige Maßnahmen verringert.

Die Zahlen zeigen, wie weit dieser Umbau in einzelnen Korridoren bereits fortgeschritten ist:

  • Der bilaterale Handel zwischen China und Russland wird nach russischen Angaben inzwischen weit überwiegend, zu über 90 Prozent, in Rubel und Renminbi abgewickelt.
  • Der Handel zwischen Indien und Russland läuft mittlerweile fast vollständig in nationalen Währungen.
  • Bilaterale Währungsswaps zwischen den Mitgliedern summieren sich auf hunderte Milliarden Dollar Gegenwert.
  • Indien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben eine Verknüpfung ihrer digitalen Zentralbankwährungen vereinbart.

Diese Verschiebungen sind bislang überwiegend bilateral, nicht der vollständig koordinierte, blockweite Abwicklungsmechanismus, der ursprünglich vorschwebte. Doch gerade die Summe vieler bilateraler Kanäle baut ein paralleles System auf, das mit jedem neuen Handelskorridor robuster wird.

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Der eigentliche Hebel: struktureller statt zyklischer Goldbedarf

Für Anleger ist die wichtigste Unterscheidung die zwischen zyklischer und struktureller Nachfrage. Zyklische Goldnachfrage entsteht, wenn Anleger in Krisen oder bei fallenden Realzinsen kurzfristig in Gold flüchten. Diese Nachfrage kommt und geht mit der Konjunktur. Strukturelle Nachfrage dagegen ist dauerhaft: Sie entsteht, wenn Zentralbanken Gold systematisch als Reserveanker aufbauen, unabhängig vom aktuellen Preis.

Genau das geschieht seit Jahren. Zwischen 2020 und 2024 kauften die Zentralbanken der BRICS-Staaten in Summe einen erheblichen Teil des weltweit gehandelten Goldes und reduzierten damit systematisch ihre Abhängigkeit von dollarbasierten Anlagen. Die kombinierten Goldreserven der Mitgliedsstaaten übersteigen inzwischen 6.000 Tonnen, angeführt von Russland und China, gefolgt von Indien. Selbst Brasilien kaufte 2025 erstmals seit Jahren wieder Gold hinzu.

Für den Goldpreis ist entscheidend, dass diese Käufe preisunabhängig erfolgen. Eine Zentralbank, die Gold als geopolitischen Reserveanker aufbaut, verkauft nicht bei jedem Kursanstieg, sondern hält und stockt auf.

Dieser preisunabhängige, langfristig motivierte Käuferkreis verändert die Nachfragestruktur am Goldmarkt. Er schafft einen dauerhaften Nachfragesockel, der die zyklischen Schwankungen überlagert. Das erklärt, warum sich der Goldpreis in den vergangenen Jahren robust entwickelt hat, auch in Phasen, in denen die klassischen Treiber wie fallende Realzinsen nicht eindeutig für Gold sprachen.

Wichtige Einordnung: Kein Dollar-Ende auf Knopfdruck

Zur Seriosität gehört die Gegenrede. Eine gemeinsame BRICS-Währung im engeren Sinne würde weit mehr erfordern als eine Gipfelerklärung: verbindliche Verträge, einen gemeinsamen geldpolitischen Rahmen, Disziplin in der Haushaltspolitik und eine Einigung darüber, wer entscheidet, wenn nationale Interessen kollidieren. Für ein solches Integrationsniveau gibt es derzeit keine belastbaren Anzeichen. Der Dollar bleibt die dominierende Reserve- und Handelswährung, und sein Rückgang verläuft langsam.

Wer De-Dollarisierung als bevorstehenden Zusammenbruch des Dollars verkauft, überzeichnet. Die realistische Lesart ist eine andere: Es entsteht keine Ablösung, sondern eine multipolare Ordnung, in der der Dollar Marktanteile abgibt und Gold als neutraler Anker an Bedeutung gewinnt. Für Privatanleger ist das die relevantere und nüchternere Perspektive.

Was Privatanleger daraus ableiten können

Die Blockbildung ist kein kurzfristiges Handelssignal, sondern ein langfristiges Strukturargument. Wer physisches Gold hält, besitzt exakt jenes Aktivum, das Zentralbanken aus geopolitischen Gründen anhäufen: ein Wertspeicher ohne Gegenpartei-Risiko und ohne fremde Rechtsordnung im Rücken. Daraus lassen sich einige nüchterne Grundsätze ableiten.

  1. Physisch statt nur Papier: Der Kern des Arguments ist die Gegenpartei-Freiheit. Diesen Vorteil bietet nur physisches Gold in eigener Verfügung, nicht ein bloßer Anspruch auf Papier.
  2. Langfristig denken: Struktureller Zentralbankbedarf wirkt über Jahre, nicht über Wochen. Gold eignet sich als langfristiger Vermögensbaustein, nicht als kurzfristige Spekulation auf einen Gipfeltermin.
  3. Standardware bevorzugen: Gängige, weltweit handelbare Formate mit anerkannter Prägung sind später leichter zu veräußern als exotische Sonderformen.
  4. Diversifikation statt Alles-oder-nichts: Gold ist ein Baustein zur Absicherung, kein Ersatz für ein breit gestreutes Vermögen.

Wer über einen Einstieg oder eine Aufstockung nachdenkt, orientiert sich bei physischem Gold sinnvollerweise an etablierten Formaten. Bewährte Barren wie der 1-Unze-Goldbarren von PAMP Suisse oder Anlagemünzen wie der Krügerrand gehören zu den weltweit bekanntesten und liquidesten Produkten. Einen breiten Überblick bietet die Kategorie Goldbarren sowie das gesamte Sortiment unter Gold.

Physischer Goldbarren in einer Hand über einem dunklen Schreibtisch als Symbol für privaten Vermögensschutz
Physisches Gold in eigener Verfügung ist genau das Aktivum, das Zentralbanken als neutralen Reserveanker aufbauen.
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Einordnung: Chancen und offene Risiken im Überblick

Für eine ausgewogene Bewertung lohnt der direkte Vergleich zwischen dem, was den Goldbedarf strukturell stützt, und dem, was den Trend bremsen könnte.

Struktureller Rückenwind für Gold Bremsende Faktoren / offene Risiken
Preisunabhängige Zentralbankkäufe der BRICS-Staaten Uneinheitliche Interessen innerhalb des erweiterten Blocks
Gold als neutraler, sanktionssicherer Reserveanker Dollar weiterhin dominierend, Rückgang nur langsam
Aufbau paralleler Zahlungsinfrastruktur (BRICS Pay) Unit bislang nur Prototyp ohne Einführungsplan
Wachsende Zahl bilateraler Landeswährungs-Korridore Politischer Gegendruck aus den USA

Die Tabelle macht deutlich: Der Trend zur De-Dollarisierung ist real und stützt die Goldnachfrage strukturell, doch er verläuft graduell und ist nicht frei von Rückschlägen. Für Anleger ergibt sich daraus eher ein Argument für Geduld und langfristige Positionierung als für hektische Reaktionen auf einzelne Schlagzeilen.

Häufige Fragen zur De-Dollarisierung und Gold

Was bedeutet De-Dollarisierung konkret?

De-Dollarisierung bezeichnet den Prozess, bei dem Staaten ihre Abhängigkeit vom US-Dollar als Reserve- und Handelswährung schrittweise verringern. Sie wickeln mehr Handel in nationalen Währungen ab, bauen alternative Zahlungssysteme auf und diversifizieren ihre Reserven, unter anderem in physisches Gold. Es handelt sich um einen langsamen Trend, nicht um einen plötzlichen Bruch.

Ist die BRICS-Unit schon eingeführt?

Nein. Die Unit ist bislang ein Prototyp, der 2025 in einem sehr kleinen Pilotversuch getestet wurde. Sie soll rund 40 Prozent durch Gold und 60 Prozent durch einen Korb aus BRICS-Währungen gedeckt sein und den Handel zwischen den Mitgliedern erleichtern. Einen verbindlichen Zeitplan für eine breite Einführung gibt es nicht, und sie soll nationale Währungen nicht ersetzen.

Wird der US-Dollar bald durch Gold ersetzt?

Nein. Der Dollar bleibt mit einem Anteil von rund 57 Prozent an den globalen Reserven die dominierende Währung. Sein Rückgang verläuft langsam und stetig, nicht abrupt. Realistisch entsteht keine Ablösung, sondern eine multipolare Ordnung, in der Gold als neutraler Reserveanker an Bedeutung gewinnt.

Warum spielt Gold bei der De-Dollarisierung eine besondere Rolle?

Gold ist neutral: Es gehört keinem Staat, unterliegt keiner Notenbankpolitik und lässt sich politisch nicht einfrieren. Für Länder, die ihre Reserven vor Sanktionen schützen wollen, ist es ein Aktivum ohne Gegenpartei-Risiko. Deshalb kaufen Zentralbanken außerhalb des Westens seit Jahren systematisch Gold und unterlegen auch die Unit-Konstruktion teilweise mit dem Metall.

Was ist der Unterschied zwischen zyklischer und struktureller Goldnachfrage?

Zyklische Nachfrage entsteht kurzfristig, etwa bei Krisen oder fallenden Realzinsen, und schwankt mit der Konjunktur. Strukturelle Nachfrage ist dauerhaft und preisunabhängig, etwa wenn Zentralbanken Gold als geopolitischen Reserveanker aufbauen. Die BRICS-Blockbildung stärkt vor allem die strukturelle Nachfrage und schafft so einen langfristigen Nachfragesockel.

Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Privatanleger?

Der Trend ist ein langfristiges Strukturargument, kein kurzfristiges Handelssignal. Wer physisches Gold in eigener Verfügung hält, besitzt genau das Aktivum, das Zentralbanken aus geopolitischen Gründen aufbauen. Sinnvoll sind gängige, liquide Standardformate, ein langfristiger Anlagehorizont und Gold als ein Baustein innerhalb eines breit gestreuten Vermögens, nicht als alleinige Wette.

Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Die Entwicklung von Edelmetallpreisen unterliegt Schwankungen; aus vergangenen oder erwarteten Entwicklungen lassen sich keine verbindlichen Aussagen über die künftige Wertentwicklung ableiten.

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