
Innenstadt-Mieten explodieren: Wer zahlt am Ende die Rechnung?
Sechs Prozent plus bei Einzelhandelsmieten in deutschen Metropolen. Während die offizielle Inflationsrate bei rund 2,3 Prozent dümpelt, steigen die Mieten in den Innenstädten fast dreimal so stark. Was als „Erholung“ verkauft wird, ist in Wahrheit ein klares Signal: Die Kosten im System ziehen wieder an – schneller als die Kaufkraft vieler Bürger. Die Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft spricht von einer „deutlichen Erholung“ der Mieten. Tatsächlich zeigt sie vor allem eines: Die Top-Lagen werden teurer – und der Rest fällt zurück. Der Markt konzentriert sich auf Premium-Standorte, während Nebenlagen an Bedeutung verlieren. Attraktive Innenstadtlagen schrumpfen räumlich, bleiben aber begehrt. Mit anderen Worten: Weniger Fläche, höhere Preise, härtere Verdrängung.

60 Prozent Aufschlag – Normalität oder Warnsignal?
Für zentrale Innenstadtlagen wird ein Preisaufschlag von rund 60 Prozent gegenüber dem übrigen Stadtgebiet veranschlagt. Sechzig Prozent. Das ist kein kosmetischer Unterschied, das ist ein struktureller Kostenschub. Und wer trägt ihn? Am Ende der Einzelhändler – und letztlich der Kunde.
Zwar sei dieser Aufschlag seit 2018 leicht rückläufig, heißt es. Doch in den Haupteinkaufsstraßen der großen Metropolen wird dieser Effekt wieder ausgeglichen. Gerade dort, wo Frequenz und Sichtbarkeit maximal sind, werden die Preise stabilisiert oder sogar nach oben gedrückt. Das bedeutet: Wer vorne mitspielen will, zahlt. Wer es nicht kann, verschwindet.
Diese Entwicklung ist kein Zufall, sondern Marktbereinigung. Die Zahl der Inserate sinkt, weniger Flächen stehen zur Verfügung. Angebot verknappt sich, Preise steigen. Das ist klassische Marktdynamik – aber sie trifft auf eine Wirtschaft, die ohnehin unter Druck steht.
Bereinigung oder Verdrängung?
Das IW spricht von einer „Bereinigung des Marktes“. Klingt technisch, fast gesund. Tatsächlich bedeutet es: Schwächere Händler sind verschwunden, Insolvenzen haben Lücken gerissen, Filialnetze wurden ausgedünnt. Übrig bleiben kapitalkräftige Ketten und Konzepte mit hoher Marge.
Gleichzeitig verlangsamt sich das Wachstum im Online-Handel. Doch wer glaubt, dass damit eine Renaissance des stationären Handels eingeläutet wird, greift zu kurz. Die Rückkehr in die Innenstadt erfolgt zu deutlich höheren Fixkosten. Und Fixkosten sind das, was Unternehmen in Krisenzeiten zuerst in die Knie zwingt.
Die steigenden Mieten sind deshalb kein isoliertes Phänomen. Sie sind Teil eines größeren Bildes: steigende Energiepreise, höhere Löhne, regulatorische Auflagen, Bürokratie. Das Geschäftsmodell Innenstadt wird komplexer und teurer – nicht einfacher.
Die stille Preiswelle
Wenn Mieten schneller steigen als die Verbraucherpreise, entsteht Druck. Händler kalkulieren neu. Margen schrumpfen. Preise werden angepasst. Nicht sofort, nicht überall – aber schleichend. Der Kunde merkt es vielleicht nicht an einem Produkt, sondern an vielen kleinen Anpassungen.
Das Problem: Offizielle Inflationszahlen bilden solche strukturellen Kostenschübe oft nur verzögert ab. Die Statistik zeigt 2,3 Prozent. Die Realität in Top-Lagen zeigt sechs Prozent. Diese Diskrepanz ist politisch bequem – wirtschaftlich jedoch brisant.
Denn steigende Gewerbemieten wirken wie ein Multiplikator. Sie verteuern nicht nur Kleidung oder Elektronik, sondern Gastronomie, Dienstleistungen, Alltagsbedarf. Wer in der Innenstadt präsent sein will, muss höhere Umsätze erzielen – oder höhere Preise durchsetzen.
Konzentration auf wenige Gewinner
Die Analyse basiert auf rund 268.000 Mietangeboten zwischen 2018 und 2025. Ein breiter Datensatz – und ein klares Bild: Die Innenstadt polarisiert sich. Premiumlagen bleiben gefragt, Randlagen verlieren an Strahlkraft. Der Einzelhandel verdichtet sich auf wenige Straßenzüge.
Das mag aus immobilienwirtschaftlicher Sicht effizient erscheinen. Doch volkswirtschaftlich bedeutet es eine weitere Konzentration von Kapital und Kaufkraft. Kleine Anbieter, inhabergeführte Konzepte, experimentelle Formate haben es schwerer, in diese Preisregionen vorzudringen.
Am Ende entsteht eine Innenstadt, die homogener, austauschbarer und stärker von großen Marken geprägt ist. Vielfalt kostet – und Vielfalt braucht Spielraum. Wenn dieser Spielraum durch steigende Mieten enger wird, verändert sich das Stadtbild nachhaltig.
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Ein Symptom größerer Spannungen
Steigende Innenstadtmieten sind kein isoliertes Ereignis. Sie sind ein Symptom. Ein Symptom dafür, dass Kapital in knappe, vermeintlich sichere Lagen fließt. Immobilien bleiben ein Anker in unsicheren Zeiten. Wer investieren kann, sucht stabile Cashflows – und Top-Lagen versprechen genau das.
Doch diese Stabilität hat ihren Preis. Und dieser Preis wird im Wirtschaftskreislauf weitergereicht. Während Politik von Entlastung spricht, steigen die strukturellen Kosten in zentralen Lebensbereichen weiter. Wohnen ist teuer, Energie ist teuer – und nun zieht auch der stationäre Handel wieder an.
Die Frage lautet daher nicht, ob sechs Prozent viel sind. Die Frage lautet: Wie viele solcher Kostenwellen kann eine ohnehin belastete Volkswirtschaft verkraften, bevor Kaufkraft, Konsum und Mittelstand ernsthaft unter Druck geraten?
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