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Kettner Edelmetalle

Welche Platinmünze kaufen? Philharmoniker, Känguru, Big Five und Lunar im Direktvergleich

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Bei Gold und Silber ist die Auswahl der Standardmünze fast Routine. Bei Platin ist sie es nicht: Das Angebot ist schmaler, die Stückelung fast immer auf eine Unze beschränkt, und über die tatsächlichen Kosten entscheidet nicht das Motiv, sondern die steuerliche Behandlung. Wer wissen will, welche Platinmünze zum eigenen Vorhaben passt, muss deshalb drei Ebenen trennen: Produkt, Aufgeld und Umsatzsteuer. Dieser Vergleich stellt Wiener Philharmoniker, Känguru Nugget, Big Five und Lunar nebeneinander und ordnet ein, wo die Unterschiede wirklich liegen.

Warum Platin derzeit überhaupt zur Frage wird

Platin ist das kleinste der drei klassischen Anlagemetalle. Die jährliche Minenproduktion liegt bei einem Bruchteil dessen, was bei Gold gefördert wird, und sie konzentriert sich auf wenige Regionen: Auf Südafrika, Russland und Simbabwe entfallen zusammen rund 90 Prozent der primären Förderung von Platingruppenmetallen. Diese Enge macht den Markt beweglich – schon vergleichsweise kleine Verschiebungen bei Angebot oder Nachfrage schlagen deutlicher auf den Preis durch als bei Gold.

Genau das prägt die aktuelle Lage. Der World Platinum Investment Council rechnet in seinem im Mai 2026 veröffentlichten Platinum Quarterly für 2026 mit dem vierten Angebotsdefizit in Folge: Die Produktion soll die Nachfrage um 297.000 Unzen verfehlen. Die Lücke fällt damit kleiner aus als in den drei Jahren zuvor – entscheidend ist aber das Muster dahinter. Die oberirdischen Bestände sollen bis Jahresende auf 1,747 Millionen Unzen sinken und damit auf weniger als drei Monate der weltweiten Nachfrage. Gleichzeitig zieht die physische Nachfrage privater Käufer an: Der Absatz von Barren und Münzen soll 2026 um 27 Prozent auf 718.000 Unzen steigen und damit den höchsten Stand seit sechs Jahren erreichen. Die Angebotsseite reagiert darauf kaum – das Wachstum kommt überwiegend aus dem Recycling, nicht aus neuen Minen. Wie sich der Markt in diese Lage manövriert hat, ordnet der Beitrag Platin-Angebotsdefizit 2026 im Detail ein.

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Hinzu kommen zwei Faktoren, die es bei Gold in dieser Form nicht gibt. Erstens die Industrie: Platin steckt in Abgaskatalysatoren, in der Glas- und Chemieindustrie, in der Elektronik und in Elektrolyseuren für die Wasserstofferzeugung – welche Rolle dieser vergleichsweise junge Nachfragezweig spielt, beleuchtet der Beitrag zu Platin in der Wasserstoffwirtschaft. Die Nachfrage hängt damit auch am Konjunkturzyklus. Zweitens die Herkunftsfrage. Russisches Material ist seit Jahren Gegenstand von Sanktionsdebatten, und jede Verschärfung würde einen ohnehin knappen Markt zusätzlich belasten. Beides sind Gründe, warum Platin schwankungsanfälliger ist als Gold – in beide Richtungen.

Eine Platinmünze und eine Goldmünze nebeneinander auf dunklem Schiefer
Platin ist deutlich seltener als Gold – gehandelt wird es dennoch mit spürbar größeren Preisausschlägen.

Das Verhältnis zu Gold als Einordnungshilfe

Viele Käufer schauen auf das Gold-Platin-Verhältnis, also darauf, wie viele Unzen Platin man rechnerisch für eine Unze Gold bekommt. Historisch lag Platin über lange Phasen über dem Goldpreis; seit 2015 ist es überwiegend darunter notiert. Das Verhältnis ist keine Prognose und kein Kaufsignal, sondern schlicht eine Vergleichsgröße: Es zeigt, wie teuer oder günstig ein Metall relativ zum anderen bewertet wird. Wie sich beide Kurven über die Jahre zueinander verhalten haben, macht die folgende Darstellung sichtbar.

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Die Umsatzsteuer: der größte Kostenhebel bei Platin

Der wichtigste Unterschied zu Gold hat nichts mit der Münze zu tun. Anlagegold ist in der EU von der Umsatzsteuer befreit. Für Platin gilt diese Befreiung nicht. Platinmünzen und Platinbarren unterliegen in Deutschland grundsätzlich dem vollen Steuersatz von 19 Prozent. Damit ist die steuerliche Konstruktion des Kaufs für die Gesamtkosten wichtiger als jeder Aufgeld-Unterschied zwischen zwei Prägungen.

In der Praxis begegnen Ihnen drei Varianten:

  • Regelbesteuerung: Auf den Nettopreis kommen 19 Prozent Umsatzsteuer, die auf der Rechnung ausgewiesen wird. Für Privatkäufer ist das die teuerste Variante, für vorsteuerabzugsberechtigte Unternehmen dagegen neutral.
  • Differenzbesteuerung nach § 25a UStG: Der Händler versteuert nur seine Handelsspanne, nicht den vollen Warenwert. Voraussetzung ist, dass die Ware aus einer Quelle ohne Vorsteuerabzug stammt, etwa aus Privatbesitz. Der Bruttopreis liegt dadurch spürbar unter dem regelbesteuerter Ware – dafür wird keine Umsatzsteuer ausgewiesen und ein Vorsteuerabzug ist ausgeschlossen.
  • Zollfreilager beziehungsweise offenes Zolllager: Solange das Metall das Steuergebiet nicht betritt, entsteht keine Einfuhrumsatzsteuer. Sie kaufen und lagern also unversteuert. Bei einer späteren Auslieferung nach Deutschland wird die Steuer fällig; wird innerhalb des Lagers verkauft, entfällt sie.

Rechnen Sie deshalb nie Bruttopreise unterschiedlicher Besteuerungsformen gegeneinander. Ein differenzbesteuertes Stück kann optisch günstiger wirken als ein regelbesteuertes und beim Wiederverkauf trotzdem im selben Ankaufsraster landen – denn beim Verkauf zählt das Metall, nicht die Historie der Rechnung.

Steuerliche Varianten beim Platinkauf im Überblick
Variante Steuer beim Kauf Ausweis auf der Rechnung Typisch für
Regelbesteuerung 19 % auf den vollen Warenwert ja Neuware direkt von der Prägestätte
Differenzbesteuerung 19 % nur auf die Handelsspanne nein Zweitmarktware, Ankäufe von Privat
Zollfreilager zunächst keine entfällt bis zur Einfuhr größere Bestände zur Einlagerung

Ein zweiter Steueraspekt betrifft den Verkauf: Physische Edelmetalle gelten als andere Wirtschaftsgüter im Sinne des § 23 EStG. Gewinne aus einem Verkauf innerhalb eines Jahres sind steuerpflichtig, sobald die Freigrenze für private Veräußerungsgeschäfte überschritten wird; nach mehr als einem Jahr Haltedauer bleiben sie steuerfrei. Diese Regel gilt für Platin genauso wie für Gold. Sie ist einer der Gründe, warum sich physisches Metall eher für längere Zeiträume eignet als für kurzfristiges Hin und Her. Individuelle Fragen gehören in jedem Fall zum Steuerberater – dieser Text ersetzt keine Beratung.

Der Direktvergleich: vier Serien, vier Charaktere

Das Angebot an Platinmünzen ist überschaubar. Prägeanstalten legen Platin nur in kleinen Mengen auf, weil die Nachfrage im Vergleich zu Gold und Silber gering ist. Praktisch alle relevanten Anlagemünzen haben eine Feinheit von 999,5 und werden als Ein-Unzen-Stück ausgegeben. Die Unterschiede liegen woanders: in der Auflagenhöhe, im Bekanntheitsgrad und darin, ob eine Münze als Anlage- oder als Sammlerstück konzipiert ist.

Platin Wiener Philharmoniker

Die Münze Österreich prägt den Philharmoniker seit März 2016 auch in Platin: eine Feinunze, Feinheit 999,5, Nennwert 100 Euro. Motiv und Gestaltung entsprechen den bekannten Gold- und Silberausgaben: die Orgel des Wiener Musikvereins auf der Wertseite, das Instrumenten-Ensemble auf der Bildseite. Der praktische Vorteil liegt in der Vertrautheit. Der Philharmoniker ist die bekannteste in der Eurozone geprägte Anlagemünze – jeder Händler kennt sie, und die Herkunft aus einer staatlichen europäischen Prägestätte ist für manche Käufer ein Argument für sich. Der Platin Philharmoniker des Jahrgangs 2026 ist als laufende Anlageprägung dauerhaft verfügbar, ältere Jahrgänge werden preislich praktisch identisch gehandelt.

Platin Känguru Nugget

Die Perth Mint gibt das Platin-Känguru mit einer Unze, einer Feinheit von 999,5 und einem Nennwert von 100 australischen Dollar aus. Anders als das Motiv vermuten lässt, ist die Serie jung: Das Känguru in Platin erscheint erst seit 2018 und trat damals an die Stelle des zuvor geprägten Platypus. Die Verarbeitungsqualität der Perth Mint ist im Handel unbestritten, jede Münze wird in einer Schutzkapsel ausgeliefert. Preislich liegt das Känguru Nugget 2026 in der Regel leicht unter dem Philharmoniker. Wer rein auf Metall pro Euro schaut, findet hier oft den günstigeren Einstieg.

Platin Big Five

Die South African Mint bildet mit der Big-Five-Serie die fünf großen Wildtiere Afrikas ab – Elefant, Löwe, Nashorn, Büffel und Leopard. Zwischen 2019 und 2023 erschien die Reihe in zwei Durchgängen, und sie richtet sich stärker an Sammler: Die Proof-Ausgaben in Platin sind auf jeweils wenige hundert Stück limitiert und werden in Polierter Platte geprägt. Das schlägt auf den Preis durch. Während reguläre Anlagemünzen dicht am Metallwert liegen, kosten Proof-Ausgaben wie der Big Five Löwe 2019 in Polierter Platte mit einer Auflage von 500 Stück ein Vielfaches. Für den reinen Metallaufbau ist das die falsche Wahl; als numismatisches Sammelgebiet mit klarer thematischer Klammer hat die Serie dagegen ihren eigenen Reiz – mit dem Risiko, dass Sammleraufgelder beim Wiederverkauf nicht garantiert sind.

Platin Lunar III

Die Lunar-Serie der Perth Mint folgt dem chinesischen Tierkreis, jedes Jahr ein neues Motiv. In Platin ist die dritte Serie auf 5.000 Stück je Jahrgang begrenzt – deutlich weniger als bei Gold und Silber. Diese Kombination aus Anlageformat und echter Auflagenbegrenzung macht die Reihe interessant für Käufer, die Metall aufbauen und gleichzeitig einen Sammelaspekt möchten. Ausgaben wie die Lunar III Schlange 2025 werden nahe am Anlagepreis gehandelt, während die zusätzlich aufgelegten Proof-Versionen mit Auflagen im dreistelligen Bereich in einer ganz anderen Preisklasse liegen. Ein Hinweis zur Erwartungshaltung: Ältere Lunar-Jahrgänge entwickeln bisweilen einen Aufschlag gegenüber dem Metallwert – verlassen sollte man sich darauf nicht.

Platinbarren und Platinmünzen in einem dunkel ausgekleideten Tresorfach
Platin lagert in denselben Strukturen wie Gold – steuerlich gelten allerdings andere Regeln.

Die Serien im Überblick

Platinmünzen im Vergleich (Standardformat 1 Unze, Feinheit 999,5)
Serie Prägestätte Auflage Charakter Aufgeld
Wiener Philharmoniker Münze Österreich unbegrenzt, laufend Anlagemünze niedrig
Känguru Nugget Perth Mint unbegrenzt, laufend Anlagemünze niedrig
Lunar III Perth Mint 5.000 Stück je Jahrgang Anlage mit Sammelaspekt niedrig bis mittel
Big Five South African Mint teils wenige hundert Stück Sammlerprägung hoch

Stand August 2026 bewegten sich die gängigen Ein-Unzen-Anlageprägungen in einem engen Band von rund 2.350 bis etwa 2.600 Euro je Stück. Limitierte Proof-Ausgaben derselben Serien lagen im selben Zeitraum zwischen etwa 4.700 und über 9.000 Euro – bei identischem Metallgehalt. Diese Spreizung ist der wichtigste Befund des Vergleichs: Zwischen Anlage- und Sammlerprägung liegen Welten, zwischen den Anlageprägungen untereinander dagegen nur wenige Prozent. Alle genannten Preise sind Momentaufnahmen; maßgeblich ist stets der aktuelle Platinpreis zuzüglich Aufgeld und Umsatzsteuer.

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Aufgeld, Stückelung und Liquidität

Das Aufgeld ist die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem reinen Metallwert. Es deckt Prägung, Vertrieb, Versicherung und Handelsmarge ab. Bei Platin fällt es prozentual meist höher aus als bei Gold, weil die Stückzahlen kleiner und die Umschlagsgeschwindigkeit geringer sind. Drei Regeln helfen bei der Einordnung:

  1. Je größer die Einheit, desto kleiner das Aufgeld. Bei Platin ist die Auswahl allerdings begrenzt – unterhalb einer Unze gibt es kaum reguläre Prägungen, und Kleinstformate tragen überproportionale Aufschläge.
  2. Je höher die Auflage, desto enger die Spanne. Standardware wird von Händlern jederzeit zurückgenommen und deshalb knapper kalkuliert als eine Prägung mit 188 Stück Auflage.
  3. Das Aufgeld verschwindet beim Verkauf. Wer den Ankaufspreis eines Händlers mit dem eigenen Einkaufspreis vergleicht, sieht sofort, wie viel Preisbewegung nötig ist, um die Handelsspanne wieder einzuspielen.

Zur Liquidität: Platin ist gut handelbar, aber nicht so gut wie Gold. Die Zahl der Interessenten ist kleiner, die Ankaufsspannen sind entsprechend etwas breiter. Wer verkaufen möchte, kommt mit Standardware am schnellsten ans Ziel. Nischenprägungen ohne Verpackung und Zertifikat sind aufwendiger zu verwerten – bewahren Sie Kapsel, Etui und Echtheitszertifikat deshalb konsequent auf.

Eine gekapselte Platinmünze auf einer Feinwaage neben einem Messschieber
Gewicht, Durchmesser und Dicke sind die erste Echtheitskontrolle – die Originalkapsel erleichtert später den Wiederverkauf.
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Münze oder Barren – was bei Platin sinnvoller ist

Weil bei Platin ohnehin keine Steuerbefreiung greift, entfällt ein Argument, das bei Gold für Münzen spricht. Übrig bleiben die klassischen Abwägungen. Münzen haben einen Nennwert, sind weltweit bekannt und in kleinen Einheiten teilbar. Barren sind in der Herstellung günstiger und deshalb oft näher am Metallwert – gerade in größeren Gewichten.

  • Für kleine Beträge und flexible Teilverkäufe: Ein-Unzen-Münzen wie Philharmoniker oder Känguru sowie kleine Barren, etwa ein 10-Gramm-Platinbarren.
  • Für größere Positionen: Barren mit höherem Gewicht, beispielsweise ein 50-Gramm-Platinbarren, senken das Aufgeld je Gramm spürbar.
  • Für den Sammelaspekt: limitierte Serien wie Lunar III oder die Sonderausgaben des Maple Leaf – bewusst als eigenes Segment, nicht als Ersatz für die Basisposition.

Achten Sie bei Barren auf einen anerkannten Hersteller und, wo vorhanden, auf die Originalverpackung mit Seriennummer. Bei beiden Formen gilt: Prüfbarkeit schlägt Optik. Eine Standardprägung aus dem laufenden Sortiment lässt sich schneller verifizieren als ein unbekanntes Stück ohne Papiere.

Typische Fehler beim Platinkauf

Vier Muster tauchen immer wieder auf – und alle vier kosten Geld, ohne dass sich am Metall etwas ändert.

  • Brutto gegen Netto vergleichen. Ein regelbesteuertes und ein differenzbesteuertes Angebot lassen sich nicht direkt gegenüberstellen. Fragen Sie im Zweifel nach, welche Variante zugrunde liegt.
  • Sammlerprägung als Anlage kaufen. Wer eine Proof-Münze zum doppelten Metallwert erwirbt, kauft überwiegend Numismatik. Das kann Freude machen, ist aber kein Metallaufbau.
  • Zu klein stückeln. Wenige große Einheiten sind günstiger als viele kleine – solange die Position insgesamt teilbar bleibt.
  • Die Schwankung unterschätzen. Platin bewegt sich stärker als Gold. Wer eine ruhige Basis sucht, gewichtet Platin als Ergänzung und nicht als Kern.
Platin ist kein Ersatz für Gold, sondern ein eigenständiges Metall mit eigener Nachfragestruktur. Es reagiert auf Industriezyklen, auf Fördernachrichten aus Südafrika und auf sanktionspolitische Entscheidungen – und damit auf Faktoren, die den Goldpreis kaum berühren.

Welche Platinmünze passt zu welchem Ziel

Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht, wohl aber eine saubere Zuordnung nach Kaufmotiv:

  • Maximale Handelbarkeit: Platin Wiener Philharmoniker. Bekannt, europäisch geprägt, jederzeit im Ankauf.
  • Günstigster Metallpreis je Unze: Platin Känguru Nugget. Meist ein Stück unter dem Philharmoniker, gleiche Feinheit.
  • Anlage mit Sammelaspekt: Platin Lunar III. Begrenzte Auflage bei weiterhin anlagenahem Preis.
  • Reines Sammelinteresse: Platin Big Five. Thematisch geschlossen, sehr kleine Auflagen, hohes Aufgeld.
  • Größere Beträge: Platinbarren statt Münzen – oder ein Zollfreilager-Modell, wenn die Umsatzsteuer den Ausschlag gibt.

Wer Platin erstmals beimischt, fährt in der Regel am unkompliziertesten mit einer Standardprägung in Anlagequalität. Alles Weitere – Sonderausgaben, ältere Jahrgänge, Proof-Qualitäten – lässt sich später ergänzen, wenn die Basis steht. Einen Überblick über die verfügbaren Serien inklusive der kleineren Reihen bietet die Kategorie Weitere Platinmünzen; die Grundlagen zu Formaten, Aufgeld und Lagerung fasst der Ratgeber zu Platinmünzen und Platinbarren zusammen. Wer den gleichen Vergleich für das gelbe Metall sucht, findet ihn unter Welche Goldmünze kaufen?.

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Häufige Fragen zum Kauf von Platinmünzen

Warum ist auf Platin Umsatzsteuer fällig, auf Gold aber nicht?

Die Befreiung gilt europaweit ausschließlich für Anlagegold. Silber, Platin und Palladium sind davon nicht erfasst und unterliegen in Deutschland dem Regelsteuersatz von 19 Prozent. Über die Differenzbesteuerung oder ein Zollfreilager lässt sich die Belastung reduzieren beziehungsweise aufschieben, aufheben lässt sie sich nicht.

Welche Feinheit haben Platin-Anlagemünzen?

Die gängigen Anlageprägungen – Philharmoniker, Känguru Nugget, Lunar III, Maple Leaf, Britannia und American Eagle – haben in ihrer regulären Anlageausführung eine Feinheit von 999,5. Das ist der etablierte Standard für Platin; eine höhere Reinheit bringt im Handel keinen Vorteil. Einzelne Sonder- und Sammlerausgaben weichen davon ab, spielen für den Metallaufbau aber keine Rolle.

Gibt es Platinmünzen unterhalb einer Unze?

Nur vereinzelt. Anders als bei Gold, wo Halb-, Viertel- und Zehntelunzen zum Standard gehören, konzentriert sich das Platinangebot fast vollständig auf die Ein-Unzen-Prägung. Es gibt Ausnahmen: Die Münze Österreich gibt den Platin Philharmoniker seit Juni 2017 zusätzlich als 1/25 Unze mit einem Nennwert von 4 Euro aus. Solche Kleinstformate tragen jedoch deutlich höhere Aufgelder. Wer feiner stückeln möchte, greift eher zu kleinen Barren.

Ist der Gewinn aus einem Platinverkauf steuerfrei?

Physisches Platin fällt unter die Regeln für private Veräußerungsgeschäfte. Nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr sind Gewinne einkommensteuerfrei, innerhalb der Jahresfrist sind sie steuerpflichtig, sobald die Freigrenze überschritten wird. Maßgeblich ist Ihre persönliche Situation – klären Sie das mit Ihrem Steuerberater.

Wie erkenne ich, ob eine Platinmünze echt ist?

Gewicht, Durchmesser und Dicke sind die erste Kontrolle, da Platin eine sehr hohe Dichte hat und Fälschungen daran regelmäßig scheitern. Professionelle Händler prüfen zusätzlich zerstörungsfrei, etwa per Röntgenfluoreszenz oder Ultraschall. Beim Kauf über eine geprüfte Bezugsquelle und mit Originalverpackung reduziert sich das Risiko erheblich.

Lohnt sich ein älterer Jahrgang gegenüber der aktuellen Ausgabe?

Bei Anlagemünzen spielt der Jahrgang preislich kaum eine Rolle – gehandelt wird der Metallwert. Ältere Jahrgänge sind daher oft minimal günstiger, ohne Nachteil beim Wiederverkauf. Anders bei limitierten Serien: Dort kann ein bestimmter Jahrgang gesucht sein, das ist aber Sammlerlogik und keine verlässliche Größe.

Wie viel Platin ist im Verhältnis zu Gold und Silber sinnvoll?

Dafür gibt es keinen allgemeingültigen Wert. In der Praxis behandeln viele Käufer Platin als Beimischung neben einer Gold- und Silberbasis, weil es stärker schwankt und enger am Industriezyklus hängt. Die konkrete Gewichtung hängt von Anlagehorizont, Liquiditätsbedarf und persönlicher Risikotragfähigkeit ab.

Fazit

Die Frage nach der richtigen Platinmünze beantwortet sich weniger über das Motiv als über die Kostenstruktur. Philharmoniker und Känguru Nugget sind die beiden Arbeitspferde: gleiche Feinheit, gleiches Format, minimale Preisunterschiede, hohe Handelbarkeit. Lunar III schlägt die Brücke zwischen Anlage und Sammlung, Big Five ist ein bewusst numismatisches Gebiet mit entsprechendem Aufgeld. Entscheidend bleibt die Ebene darüber: Wer Regelbesteuerung, Differenzbesteuerung und Zollfreilager sauber auseinanderhält, spart in der Regel mehr als durch die Wahl zwischen zwei Prägungen. Und wer sich über die Schwankungsbreite des Metalls im Klaren ist, trifft die Entscheidung ohnehin gelassener.

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