Goldkronen aus Österreich: 10, 20 und 100 Kronen als Anlagemünze mit Nachprägung 1915
30,49 Gramm Feingold, das Porträt Kaiser Franz Josephs I. und eine Jahreszahl, die mehr als hundert Jahre zurückliegt: Die österreichische 100 Kronen Goldmünze ist Geschichtsdokument und nüchternes Anlageprodukt zugleich. Die Münze Österreich prägt sie bis heute nach, stets mit dem Datum 1915. Ihre Geschichte zeigt, was mit einer Währung geschieht, wenn Krieg und Schulden das Papiergeld entwerten: Die Papierkrone ging in der Hyperinflation unter, das Gold in der Münze blieb. Dieser Ratgeber erklärt, wie sich 10, 20 und 100 Kronen unterscheiden, was es mit der Nachprägung auf sich hat und worauf Sie beim Kauf und Verkauf achten sollten.
Vom Gulden zur Krone: Österreichs Goldwährung ab 1892
Bis Anfang der 1890er-Jahre rechnete man in der Habsburgermonarchie in Gulden. Mit dem Gesetz vom 2. August 1892 stellte Österreich-Ungarn auf eine Goldwährung um. Neue Rechnungseinheit wurde die Krone, unterteilt in 100 Heller. Das Münzgold bestand aus 900 Teilen Gold und 100 Teilen Kupfer. Diese Legierung verleiht den Stücken ihren leicht rötlichen Goldton und machte sie im täglichen Umlauf deutlich widerstandsfähiger als reines Gold.
Als Goldmünzen gab es zunächst die 10 und die 20 Kronen. Die große 100 Kronen kam erst 1908 hinzu, geprägt zum 60-jährigen Regierungsjubiläum von Kaiser Franz Joseph I. Alle drei Nominale zeigen das Porträt des Kaisers. Laut Münze Österreich wurden Kronen bis 1915 amtlich geprägt, also bis mitten in den Ersten Weltkrieg hinein.
Ein Dezimalsystem aus Gold
Die drei Goldkronen folgen einer klaren Logik: Eine 100 Kronen enthält mit 30,49 Gramm praktisch genauso viel Feingold wie fünf 20 Kronen mit je 6,10 Gramm oder zehn 10 Kronen mit je 3,05 Gramm. Der Nennwert war unmittelbar an das Gewicht gekoppelt. Genau das macht eine Goldwährung aus: Das Geld ist kein bloßes Versprechen, es ist das Metall.
Vom Brotpreis zur Währungsreform
Nach dem Zerfall der Monarchie 1918 geriet die Krone als Papiergeld unter die Räder. Das Museum Niederösterreich hat die Folgen anhand von Alltagspreisen nachgezeichnet: Vor dem Krieg kostete ein Laib Brot eine halbe Krone, 1922 waren es 5.670 Kronen. Ein Paar Schuhe, in Friedenszeiten für 18 Kronen zu haben, kostete 1922 bereits 150.000 Kronen. Die Lebenshaltungskosten erreichten das 14.000-fache der Vorkriegszeit.
Die 1923 gegründete Oesterreichische Nationalbank zog schließlich den Schlussstrich. Das Schillingrechnungsgesetz vom 20. Dezember 1924 führte zum 1. März 1925 den Schilling ein, und zwar zum Kurs von 10.000 Kronen für einen Schilling. Wer seine Ersparnisse in Papierkronen gehalten hatte, hatte fast alles verloren. Wer eine goldene 100 Kronen besaß, hielt weiterhin 30,49 Gramm Gold in der Hand.
- 1892 Das Gesetz vom 2. August führt die Kronenwährung auf Goldbasis ein, zunächst mit Goldmünzen zu 10 und 20 Kronen.
- 1908 Die erste 100 Kronen erscheint zum 60-jährigen Regierungsjubiläum Franz Josephs I.
- 1915 Laut Münze Österreich letzter Jahrgang der amtlichen Kronenprägung und bis heute das Datum der Nachprägungen von 20 und 100 Kronen.
- 1918 Die Habsburgermonarchie zerfällt, in den Folgejahren galoppiert die Inflation.
- 1922 Ein Laib Brot kostet 5.670 Kronen statt einer halben Krone vor dem Krieg.
- 1925 Der Schilling löst die Krone ab: 10.000 Kronen werden zu einem Schilling.
10, 20 und 100 Kronen im Vergleich: Gewicht, Maße und Preis je Gramm
Alle drei Goldkronen bestehen aus derselben 900er Legierung, unterscheiden sich aber deutlich in Größe, Gewicht und Preis je Gramm Feingold. Die folgende Übersicht beruht auf den Produktdaten der Münze Österreich:
| Merkmal | 10 Kronen | 20 Kronen | 100 Kronen |
|---|---|---|---|
| Feingewicht | 3,05 g | 6,10 g | 30,49 g |
| Gesamtgewicht | 3,39 g | 6,78 g | 33,88 g |
| Feingehalt | 900/1000 | 900/1000 | 900/1000 |
| Durchmesser | 19 mm | 21 mm | 37 mm |
| Jahreszahl der Nachprägung | 1912 | 1915 | 1915 |
| Preis Münze Österreich* | 388,28 € | 762,43 € | 3.670,92 € |
| Preis je Gramm Feingold* | ca. 127,30 € | ca. 124,99 € | ca. 120,40 € |
3,05 g Feingold, 19 mm
6,10 g Feingold, 21 mm
30,49 g Feingold, 37 mm
Die 100 Kronen bringt rund 0,98 Unzen Feingold auf die Waage, das sind etwa 0,61 Gramm weniger als eine Feinunze mit 31,1035 Gramm. Wer sie mit einer Unzenmünze vergleicht, muss diesen Unterschied herausrechnen. Andernfalls wirkt die Krone günstiger, als sie tatsächlich ist.
Auffällig ist die Preisstaffel: Je kleiner die Münze, desto teurer das Gramm. Am 27. Oktober 2026 lag der Goldpreis bei rund 3.600 Euro je Unze, also bei etwa 115,70 Euro je Gramm. Gemessen daran verlangte die Münze Österreich an diesem Tag für die 100 Kronen rechnerisch rund 4 Prozent Aufschlag auf den reinen Goldwert, für die 20 Kronen rund 8 Prozent und für die 10 Kronen rund 10 Prozent. Der Grund: Prägung, Prüfung und Verpackung kosten je Stück ähnlich viel, verteilen sich bei kleinen Münzen aber auf weniger Gold.
Welche Stückelung passt zu welchem Ziel?
- 100 Kronen: der niedrigste Preis je Gramm und damit die erste Wahl für größere Beträge. Nachteil: Sie lässt sich nur als Ganzes verkaufen.
- 20 Kronen: der Mittelweg zwischen Aufgeld und Flexibilität. Fünf Stück enthalten so viel Gold wie eine 100 Kronen, lassen sich aber einzeln veräußern.
- 10 Kronen: der kleinste Einstieg, beliebt als Geschenk oder als Reserve, die sich im Ernstfall stückweise einsetzen lässt. Dafür zahlen Sie den höchsten Aufschlag je Gramm.
Im Shop finden Sie die drei Nominale als 100 Kronen Österreich, 20 Kronen Österreich und 10 Kronen Österreich. Weil der Wert aller drei fast vollständig vom Goldgehalt abhängt, folgt ihr Preis dem Goldkurs:
Nachprägung 1915: Was die Jahreszahl verrät und was nicht
Die Münze Österreich formuliert es knapp: Kronen wurden bis 1915 amtlich geprägt und tragen auch als Nachbildung dieses Datum. Eine Ausnahme bildet die 10 Kronen, deren Nachprägung die Jahreszahl 1912 trägt. Für Sie als Käufer heißt das: Eine heute gekaufte 100 Kronen kann im vergangenen Monat geprägt worden sein, obwohl „1915“ daraufsteht. Die Jahreszahl ist Teil des Münzbildes, kein Hinweis auf das Alter.
Nachprägung heißt nicht Fälschung
Das Wort „Nachprägung“ weckt bei manchem Anleger Misstrauen. Zu Unrecht: Die Stücke stammen von der Münze Österreich, einer Tochtergesellschaft der Oesterreichischen Nationalbank, und haben exakt festgelegtes Gewicht und festgelegten Feingehalt. Die Münze Österreich führt die Kronen gemeinsam mit Dukaten und Gulden in ihrer Serie „Dukaten Gulden Kronen“. Wie solche Restrikes generell einzuordnen sind, lesen Sie in unserem Beitrag über Nachprägungen und Neuprägungen von Goldmünzen. Den Dukaten stellen wir im Ratgeber zum Gold-Dukaten vor.
Woran Sie die 100 Kronen erkennen
Das Münzbild der 100-Kronen-Nachprägung folgt dem Typ der späteren Jahrgänge:
- Vorderseite: Porträt Franz Josephs I. nach rechts, ohne Lorbeerkranz, mit der Signatur „ST. SCHWARTZ“ des Medailleurs Stefan Schwartz.
- Rückseite: der gekrönte Doppeladler der Habsburger.
- Rand: die Inschrift „VIRIBVS VNITIS“, zu Deutsch „Mit vereinten Kräften“, der Wahlspruch des Kaisers.
Originale mit Sammlerwert
Ganz anders liegt der Fall bei echten Prägungen aus der Kaiserzeit. Besonders gesucht ist die 100 Kronen von 1908: ein eigenständiger Typ mit allegorischer Rückseite und den Jahreszahlen 1848–1908, die an das Regierungsjubiläum erinnern. Solche Stücke werden nach Erhaltung, Auflage und Nachfrage bewertet, nicht nach dem Goldgewicht. Im Katalog der Münzhandlung Sonntag für ihre Auktion am 30. November 2026 ist eine 100 Kronen 1908 mit 7.500 Euro geschätzt, eine 100 Kronen 1912 mit 5.000 Euro. Eine Nachprägung kostete Ende Oktober 2026 bei der Münze Österreich rund 3.670 Euro.
Die Unterschiede auf einen Blick:
- Preisbildung: Die Nachprägung kostet Goldwert plus geringes Aufgeld, das Original einen Sammlerpreis, der weit über dem Goldwert liegen kann.
- Prüfaufwand: Nachprägungen lassen sich über Gewicht und Maße prüfen. Bei Originalen kommen Erhaltungsgrad, Stempelvarianten und im Zweifel ein Gutachten hinzu.
- Wiederverkauf: Nachprägungen kaufen Edelmetallhändler in der Regel nahe am Goldkurs an. Originale erzielen ihren Preis eher im Münzfachhandel oder in Auktionen.
Geht es Ihnen um Gold als Vermögenswert, ist die Nachprägung die naheliegende Wahl. Originale sind ein Feld für Sammler mit Fachwissen.
100 Kronen oder Unzenmünze? Der nüchterne Vergleich
Wiener Philharmoniker, Maple Leaf, Krügerrand und American Eagle prägen heute das Bild des Goldmarkts. Bevor der Krügerrand 1967 als erste moderne Anlagemünze im Unzenformat auf den Markt kam, waren in Europa historische Handelsgoldmünzen wie Krone, Dukat oder Vreneli die übliche Form, Gold zu besitzen. Beide Welten haben ihre Berechtigung, der Vergleich gelingt aber nur mit der richtigen Rechengröße.
Rechnen Sie in Gramm Feingold
Der Stückpreis allein sagt wenig, weil die Münzen unterschiedlich viel Gold enthalten. Entscheidend ist, was Sie für ein Gramm Feingold bezahlen:
Preis je Gramm Feingold = Verkaufspreis ÷ Feingewicht in Gramm
100 Kronen: 3.670,92 € ÷ 30,49 g ≈ 120,40 € je Gramm
1-Unzen-Münze: Verkaufspreis ÷ 31,1035 g
Vergleichen Sie beide Werte am selben Tag und beim selben Händler, denn Goldkurs und Aufgeld ändern sich laufend. Dieselbe Rechnung gilt übrigens für Goldbarren. So sehen Sie auf einen Blick, ob die 100 Kronen oder der Wiener Philharmoniker in 1 Unze gerade das bessere Angebot ist.
Legierung als Vorteil
Philharmoniker und Maple Leaf bestehen aus Feingold mit 999,9 Tausendteilen. Das ist weich, Kratzer und Dellen entstehen schnell. Die Krone mit ihren 100 Teilen Kupfer ist robuster, ähnlich wie Krügerrand und American Eagle, die mit 22 Karat ebenfalls legiert sind. Am Wert ändert das nichts: Bezahlt wird das enthaltene Feingold, das Kupfer ist Beiwerk.
Wo die Unze im Vorteil ist
Unzenmünzen sind weltweit standardisiert und bei jedem Händler sofort einzuordnen. Die Krone ist vor allem im deutschsprachigen Raum verbreitet, wo Händler sie als festen Bestandteil ihres Sortiments führen. Für Anleger in Deutschland und Österreich ist das kein Nachteil. Wer aber damit rechnet, Gold irgendwann im Ausland zu verkaufen, fährt mit der Unze in der Regel einfacher.
Goldkronen kaufen: Mehrwertsteuer, Echtheit und Lagerung
Umsatzsteuerfrei als Anlagegold
Goldmünzen sind in Deutschland nach § 25c Umsatzsteuergesetz von der Umsatzsteuer befreit, wenn sie vier Bedingungen erfüllen:
- Sie haben einen Feingehalt von mindestens 900 Tausendsteln.
- Sie wurden nach dem Jahr 1800 geprägt.
- Sie sind oder waren im Ursprungsland gesetzliches Zahlungsmittel.
- Sie werden üblicherweise zu einem Preis verkauft, der den Offenmarktwert ihres Goldgehalts um nicht mehr als 80 Prozent übersteigt.
Die Goldkronen erfüllen alle vier Kriterien, mit ihrer 900er Legierung sogar exakt an der Untergrenze. Zusätzlich veröffentlicht die EU-Kommission jedes Jahr eine Liste der Münzen, die als Anlagegold gelten. Anders als bei Silber, auf das in Deutschland Umsatzsteuer anfällt, bezahlen Sie bei Goldkronen also nur das Metall und das Aufgeld.
Echtheit prüfen
Bei jeder verbreiteten Goldmünze gilt: Kaufen Sie nur, was sich prüfen lässt. Diese Merkmale helfen bei der ersten Kontrolle:
- Gewicht: 33,88 Gramm bei der 100 Kronen, 6,78 Gramm bei der 20 Kronen und 3,39 Gramm bei der 10 Kronen. Eine Feinwaage mit einer Genauigkeit von 0,01 Gramm zeigt Abweichungen.
- Durchmesser: 37, 21 beziehungsweise 19 Millimeter, nachzumessen mit dem Messschieber.
- Magnettest: Gold ist nicht magnetisch. Haftet die Münze am Magneten, ist sie unecht. Ein bestandener Test beweist allerdings noch keine Echtheit.
- Prägedetails: Randschrift, Signatur und Schärfe des Reliefs lassen sich mit der Lupe beurteilen.
- Professionelle Analyse: Seriöse Händler prüfen zusätzlich mit Messverfahren wie der Röntgenfluoreszenzanalyse. Kettner Edelmetalle arbeitet mit einer ISO-konformen Echtheitsprüfung.
Vorsicht bei Privatangeboten auf Kleinanzeigenportalen: Dort fehlen in der Regel Prüfung, Rechnung und Rückgaberecht. Die Rechnung brauchen Sie später zudem als Nachweis für die Haltedauer. Beim Onlinekauf sollten Sie auf einen vollständig versicherten Versand achten.
Richtig lagern
Goldkronen werden meist in Münzkapseln oder Folien geliefert. Belassen Sie sie darin: Fingerabdrücke und Kratzer mindern bei Nachprägungen zwar kaum den Goldwert, schmälern beim Wiederverkauf aber den Eindruck. Für die Aufbewahrung kommen ein zertifizierter Tresor zu Hause, ein Bankschließfach oder ein professionelles Lager außerhalb des Bankensystems in Betracht. Aus unserer Sicht spricht viel dafür, zumindest einen Teil des Goldes in eigener Verfügung zu halten, also dort, wo kein Dritter über den Zugriff entscheidet.
Goldkronen verkaufen: Ankauf, Spread und Steuern
Beim Verkauf zeigt sich der praktische Vorteil der Nachprägungen. Händler kaufen sie in der Regel ohne aufwendige Begutachtung an, der Ankaufspreis richtet sich nach Feingoldgehalt und aktuellem Goldkurs. Die eigentlichen Kosten stecken im Spread, also in der Differenz zwischen dem Preis, zu dem ein Händler verkauft, und dem Preis, zu dem er ankauft. Bei großen Münzen fällt dieser Abstand je Gramm meist geringer aus als bei kleinen.
Wer mehrere 20 oder 10 Kronen besitzt, kann zudem gezielt nur einen Teil verkaufen, etwa um eine größere Anschaffung zu finanzieren, ohne den gesamten Bestand aufzulösen. Mit einer einzelnen 100 Kronen geht das nicht.
Steuern beim Verkauf
Physisches Gold gilt in Deutschland nicht als Kapitalanlage im Sinne der Abgeltungsteuer, sondern als privates Wirtschaftsgut. Verkaufen Sie Ihre Kronen nach mehr als einem Jahr, ist der Gewinn nach § 23 Einkommensteuergesetz steuerfrei. Innerhalb der Jahresfrist wird der Gewinn mit Ihrem persönlichen Steuersatz besteuert, sofern Ihre Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr insgesamt 1.000 Euro oder mehr betragen. Diese Freigrenze gilt seit 2024. Wird sie erreicht, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil oberhalb von 1.000 Euro.
Checkliste für den Verkauf
- Rechnung und Kaufdatum bereithalten, um die Haltedauer zu belegen.
- Ankaufspreise mehrerer Händler am selben Tag vergleichen.
- Münzen in der Originalkapsel belassen.
- Kurz vor Ablauf der Jahresfrist das Datum genau prüfen: Ein paar Tage Geduld können die Steuerlast entfallen lassen.
- Originale, etwa den Jahrgang 1908, nicht zum Goldpreis abgeben, sondern numismatisch bewerten lassen.
Einen Überblick über alle verfügbaren Stücke finden Sie in der Kategorie Goldkronen:
Dänische 20 Kronen: Gleicher Name, andere Münze
Wer nach „20 Kronen Gold“ sucht, stößt schnell auf eine zweite Münze: die dänischen 20 Kronen. Sie entstammen der Skandinavischen Münzunion, die ab 1873 einen gemeinsamen Goldstandard im Norden Europas schuf. Dänemark prägte seine goldenen 20 Kronen zwischen 1873 und 1931, nacheinander mit den Porträts der Könige Christian IX., Frederik VIII. und Christian X. Ein kleines Herz als Münzzeichen verweist auf die Münzstätte Kopenhagen.
| Merkmal | 20 Kronen Österreich | 20 Kronen Dänemark |
|---|---|---|
| Feingewicht | 6,10 g | 8,06 g |
| Gesamtgewicht | 6,78 g | 8,96 g |
| Feingehalt | 900/1000 | 900/1000 |
| Durchmesser | 21 mm | 23 mm |
| Prägezeitraum | 1892–1915 amtlich, heute als Nachprägung 1915 | 1873–1931 |
| Porträt | Kaiser Franz Joseph I. | Christian IX., Frederik VIII. oder Christian X. |
Der Unterschied ist erheblich: Die dänische Münze enthält mit 8,06 Gramm rund ein Drittel mehr Feingold als die österreichische mit 6,10 Gramm. Prüfen Sie bei Angeboten und Ankaufspreisen deshalb immer das Herkunftsland. Wer eine dänische 20 Kronen zum Preis einer österreichischen verkauft, verschenkt Geld. Umgekehrt zahlen Sie zu viel.
Hinzu kommt die Preislogik: Bei den dänischen Stücken handelt es sich um historische Prägungen. Für die Jahrgänge unter Christian IX. und Frederik VIII. nennt der Edelmetallhandel Auflagen zwischen rund 100.000 und 1,4 Millionen Stück. Seltene Jahrgänge können deshalb Sammleraufschläge erzielen, für Anleger zählt vor allem der Goldgehalt. Im Shop finden Sie unter anderem die 20 Kronen Christian X. und die 20 Kronen Frederik VIII.
Kettner-Einordnung: Was die Krone über unser Geld lehrt
Die Geschichte der Krone zeigt im Kleinen, was sich im Geldsystem im Großen immer wiederholt. 1892 war die Krone an Gold gebunden, ihr Wert stand im Gesetz und im Metall. Gut drei Jahrzehnte später tauschten die Österreicher 10.000 Papierkronen gegen einen einzigen Schilling. Dazwischen lagen Krieg, der Zerfall eines Reiches und eine Inflation, die die Ersparnisse breiter Bevölkerungsschichten vernichtete.
Heute ist weder der Euro noch der Dollar durch Gold gedeckt. Die Europäische Zentralbank strebt offiziell eine Inflationsrate von zwei Prozent an und nennt das Preisstabilität. Rechnen Sie nach: Bei zwei Prozent im Jahr halbiert sich die Kaufkraft Ihres Geldes in rund 35 Jahren, und zwar mit Ansage. Wie schnell es auch heute gehen kann, zeigte das Jahr 2022. Am 17. Januar 2023 meldete das Statistische Bundesamt für 2022 eine Inflationsrate von 7,9 Prozent. Wenige Wochen später stellte die Behörde den Verbraucherpreisindex auf das neue Basisjahr 2020 um, mit neuen Gewichten im Warenkorb, die überwiegend aus dem Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021 abgeleitet sind. Seitdem steht für 2022 offiziell ein Wert von 6,9 Prozent in der Statistik, einen ganzen Prozentpunkt weniger.
Offiziell heißt es, das hohe Niveau werde durch die Neuberechnung grundsätzlich bestätigt. Die Preise, die Verbraucher 2022 an der Supermarktkasse und an der Zapfsäule bezahlt haben, sind dadurch allerdings nicht gesunken. Die Frage muss erlaubt sein, wie verlässlich eine amtliche Kennzahl den Kaufkraftverlust abbildet, wenn sie sich rückwirkend um einen ganzen Prozentpunkt verschiebt.
Wie sich Goldpreis und deutsche Inflationsrate über die vergangenen Jahre entwickelt haben, zeigt die folgende Grafik:
Unsere Einschätzung: Ein Geldsystem, das stetige Geldentwertung zum offiziellen Ziel erklärt, nützt vor allem den größten Schuldnern, und der größte Schuldner ist der Staat. Inflation senkt den realen Wert seiner Schulden, ohne dass ein Parlament über eine Steuererhöhung abstimmen muss. Für Sparer wirkt sie wie eine stille Enteignung.
Die goldene 100 Kronen ist das Gegenmodell zum Papierversprechen. Sie bringt keine Zinsen, und ihr Preis schwankt mit dem Goldkurs. Ihr Wert hängt aber nicht davon ab, ob eine Regierung Haushaltsdisziplin wahrt oder eine Notenbank ihr Ziel erreicht. Das Kaiserreich, das sie prägen ließ, ist seit über hundert Jahren Geschichte. Das Gold darin ist geblieben.
Was die Geldentwertung mit Ihrem Ersparten macht, können Sie hier selbst durchrechnen:
Berechnen Sie Ihren Kaufkraftverlust durch die Inflation
Aktuelles vom Goldmarkt
Häufige Fragen zu Goldkronen
Wie viel Gold enthält eine 100 Kronen Goldmünze?
Eine 100 Kronen enthält 30,49 Gramm Feingold bei einem Gesamtgewicht von 33,88 Gramm. Der Feingehalt liegt bei 900 Tausendsteln, der Rest ist Kupfer. Das entspricht rund 0,98 Feinunzen.
Warum tragen neue 100 Kronen die Jahreszahl 1915?
Laut Münze Österreich wurden Kronen bis 1915 amtlich geprägt. Dieses Datum trägt die 100 Kronen auch als heutige offizielle Nachprägung. Über das tatsächliche Prägejahr sagt die Jahreszahl nichts aus.
Warum trägt die 10 Kronen die Jahreszahl 1912?
Die Münze Österreich prägt die 10 Kronen als Nachbildung mit dem Datum 1912, während 20 und 100 Kronen das Jahr 1915 tragen. Auch hier ist die Jahreszahl Teil des Münzbildes und kein Hinweis auf das Prägejahr.
Ist eine Nachprägung weniger wert als ein Original?
Beim Goldgehalt gibt es keinen Unterschied. Originale aus der Kaiserzeit können jedoch einen Sammlerwert haben, der deutlich über dem Goldwert liegt, besonders der Jahrgang 1908. Nachprägungen werden dagegen nahe am Goldpreis gehandelt.
Sind Goldkronen mehrwertsteuerfrei?
Ja. Die österreichischen Goldkronen erfüllen die Kriterien für Anlagegold nach § 25c UStG: mindestens 900er Feingehalt, Prägung nach 1800, früher gesetzliches Zahlungsmittel und ein Preis nahe am Goldwert. Beim Kauf in Deutschland fällt deshalb keine Umsatzsteuer an.
Was ist günstiger: 100 Kronen oder Philharmoniker in 1 Unze?
Das hängt vom Tagespreis ab. Teilen Sie den Verkaufspreis jeweils durch das Feingewicht, also 30,49 Gramm bei der 100 Kronen und 31,1035 Gramm bei der Unzenmünze. Die Münze mit dem niedrigeren Preis je Gramm ist das günstigere Angebot.
Muss ich Gewinne aus dem Verkauf von Goldkronen versteuern?
Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn in Deutschland steuerfrei. Bei einem Verkauf innerhalb eines Jahres ist er steuerpflichtig, wenn Ihre Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Kalenderjahr insgesamt 1.000 Euro oder mehr erreichen.
Wie unterscheide ich österreichische und dänische 20 Kronen?
Die österreichische 20 Kronen zeigt Kaiser Franz Joseph I., wiegt 6,78 Gramm und misst 21 Millimeter. Die dänische trägt das Porträt eines dänischen Königs, wiegt 8,96 Gramm, misst 23 Millimeter und enthält mit 8,06 Gramm rund ein Drittel mehr Feingold.
Quellen: Münze Österreich, Produktdaten 10, 20 und 100 Kronen (abgerufen am 27. Oktober 2026); Oesterreichische Nationalbank, Presseaussendung vom 28. Februar 2025 zur Einführung des Schillings; Museum Niederösterreich, „Erinnern für die Zukunft: Tausche 10.000 Kronen gegen 1 Schilling“; Gesetz vom 2. August 1892 (dokumentiert von der OeNB); § 25c UStG; § 23 EStG; Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 17. Januar 2023 und Hintergrundpapier zur Revision des Verbraucherpreisindex vom 22. Februar 2023; Händlerangaben zu den Auflagen der dänischen 20 Kronen; Auktionskatalog der Münzhandlung Sonntag (Auktion vom 30. November 2026).
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