
Energiekrise verschärft sich: Uniper will Bayerns größten Gasspeicher stilllegen

Was sich hier anbahnt, ist nichts weniger als ein energiepolitisches Desaster mit Ansage. Der Gasspeicher Breitbrunn in Bayern – immerhin der drittgrößte seiner Art in ganz Deutschland – weist einen erschreckend niedrigen Füllstand von gerade einmal 19 Prozent auf. Und als wäre das nicht besorgniserregend genug, plant der Betreiber Uniper nun auch noch die vollständige Stilllegung der Anlage. Die Versorgungssicherheit Süddeutschlands steht damit auf dem Spiel.
Gesetzliche Vorgaben werden krachend verfehlt
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Nach der geltenden Gasspeicherfüllstandsverordnung müsste der Speicher am 1. Februar zu mindestens 40 Prozent gefüllt sein. Breitbrunn verfehlt diese Marke um mehr als die Hälfte. Während der bundesweite Durchschnitt zuletzt bei etwa 36 Prozent lag, fällt der bayerische Standort dramatisch ab. Besonders pikant: Die Vorgaben für Bayern sind bewusst strenger als in anderen Regionen – und werden dennoch nicht eingehalten.
Bereits vor Beginn der Heizsaison zeichnete sich das Defizit ab. Am 1. November 2025 lag der Füllstand bei mageren 57 Prozent, obwohl 80 Prozent vorgesehen waren. Der Speicher startete also mit einem erheblichen Handicap in den Winter. Diese prekäre Ausgangslage hat sich im Verlauf der Heizperiode weiter verschärft – ein Umstand, der jeden verantwortungsbewussten Bürger alarmieren sollte.
Ein strategischer Verlust für die Energiesicherheit
Man muss sich die Dimension vor Augen führen: Breitbrunn ist kein unbedeutender Randstandort. Der Porenspeicher gilt als größter Gasspeicher Bayerns und verfügt über eine maximale Kapazität von rund 11,5 Terawattstunden Erdgas. Aktuell sind davon nur noch etwa 2,2 Terawattstunden eingelagert. Der Standort verliert damit seine essenzielle Funktion als verlässlicher Winterpuffer – ausgerechnet in einer Zeit, in der Deutschland ohnehin unter den Folgen einer verfehlten Energiepolitik leidet.
Porenspeicher gelten technisch als besonders aufwendig. Das Gas wird in poröses Tiefengestein gepresst, was den Betrieb deutlich teurer macht als bei Kavernenspeichern. Diese Kostenstruktur führt dazu, dass Händler solche Speicherarten vor allem saisonal nutzen. Die Nachfrage bleibt entsprechend begrenzt – insbesondere bei den derzeit unsicheren Marktbedingungen.
Uniper kapituliert vor den wirtschaftlichen Realitäten
Die Begründung von Uniper für die geplante Stilllegung ist so ernüchternd wie bezeichnend. Eine Unternehmenssprecherin erklärte unmissverständlich: „Wir können den Speicher in Breitbrunn nicht wirtschaftlich betreiben." Die Margen seien sehr gering oder bereits negativ. Vor diesem Hintergrund hat Uniper die Stilllegung zum 31. März 2027 beantragt.
Bis dahin soll der Speicher noch einen Winter lang genutzt werden. Danach würde der Standort endgültig vom Netz gehen. Diese Entscheidung reiht sich in eine besorgniserregende Entwicklung ein: Bereits 2023 wurde ein anderer Gasspeicher in Bayern nahe Nürnberg stillgelegt. Die Infrastruktur bröckelt, während die Politik tatenlos zusieht.
Bayerische Landespolitik stemmt sich gegen die Stilllegung
Aus der bayerischen Landespolitik kommt immerhin deutlicher Widerstand. Energieminister Hubert Aiwanger forderte die Bundesnetzagentur auf, die Genehmigung zur Stilllegung zu verweigern. Er sieht die Versorgungssicherheit im Freistaat akut gefährdet. Damit prallen wirtschaftliche Argumente und politische Sicherheitsinteressen frontal aufeinander – ein Konflikt, der symptomatisch für die gesamte deutsche Energiepolitik steht.
Uniper betont zwar, dass andere Speicherstandorte nicht betroffen seien. Dennoch zeigt der Fall Breitbrunn überdeutlich, wie fragil das gesamte System geworden ist. Jeder einzelne Speicher gewinnt an Bedeutung, wenn die Gesamtlage derart angespannt bleibt.
Systemisches Versagen: Fehlende Anreize für volle Speicher
Das Problem beschränkt sich keineswegs auf Breitbrunn allein. Auch an anderen Standorten lohnt sich das Vorhalten von Gas für Betreiber kaum noch. Die sogenannte Speicherarbitrage – also der Gewinn aus saisonalen Preisunterschieden – ist stark geschrumpft. Monatliche Füllstandsvorgaben begrenzen die unternehmerische Flexibilität zusätzlich und machen den Betrieb unattraktiv.
Uniper erklärte zuletzt, die Versorgungssicherheit mit Erdgas in Deutschland sei aktuell „nicht garantiert".
Das Unternehmen fordert verlässliche und langfristige Rahmenbedingungen sowie gezielte Marktanreize, um Speicher wieder wirtschaftlich befüllen zu können. Doch wer soll diese Rahmenbedingungen schaffen? Eine Politik, die jahrelang auf ideologiegetriebene Energiewende setzte und dabei die Versorgungssicherheit sträflich vernachlässigte?
Droht eine Notlage im Spätwinter?
Schon zu Beginn dieses Winters lagen die Speicherstände unter dem Vorjahresniveau. Dieser beunruhigende Trend setzte sich fort, auch weil die Heizperiode vergleichsweise kalt ausfiel. Sollte sich diese Entwicklung fortsetzen, könnte bereits im Februar eine akut angespannte Versorgungslage entstehen.
In einem solchen Szenario wären zunächst industrielle Großverbraucher betroffen. Abschaltungen in der Industrie gelten als erster Schritt, bevor weitere Maßnahmen folgen müssten. Der niedrige Füllstand in Breitbrunn verschärft dieses Risiko erheblich, weil regionale Ausgleichsmöglichkeiten schlichtweg fehlen.
Die Quittung für eine verfehlte Energiepolitik
Was wir hier erleben, ist die direkte Konsequenz einer Energiepolitik, die über Jahre hinweg Ideologie über Pragmatismus stellte. Der überhastete Ausstieg aus der Kernenergie, die Abhängigkeit von russischem Gas, die mangelnde Diversifizierung der Energiequellen – all diese Fehlentscheidungen rächen sich nun bitter. Die deutschen Bürger und die heimische Industrie werden die Zeche zahlen müssen.
In Zeiten derartiger Unsicherheit erscheint es umso wichtiger, das eigene Vermögen breit zu streuen und auf bewährte Werte zu setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als krisenfeste Anlage bewährt und können einen wertvollen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten – gerade wenn die Energieversorgung und damit die wirtschaftliche Stabilität eines Landes auf wackligen Beinen steht.












