
Italiens Milliardengrab: Die Brücke nach Sizilien wird zur unendlichen Baustelle
Was für ein Déjà-vu! Italiens Verkehrsminister Matteo Salvini verkündet stolz die Baugenehmigung für eine Brücke nach Sizilien – ein Projekt, das seit über 50 Jahren wie ein Gespenst durch die italienische Politik geistert. Während die Regierung Meloni von einem "historischen Moment" schwärmt, reiben sich Kritiker verwundert die Augen: Soll das wirklich der Beginn eines der größten Infrastruktur-Desaster Europas werden?
Ein Prestigeprojekt mit fragwürdiger Priorität
13,5 Milliarden Euro – diese astronomische Summe soll die geplante Hängebrücke über die Meerenge von Messina verschlingen. Sechs Autobahnspuren und zwei Bahngleise sollen das italienische Festland mit Sizilien verbinden. Doch während Salvini von einem "Entwicklungsbeschleuniger" träumt, der Arbeitsplätze schaffe und die marode Infrastruktur Süditaliens revolutioniere, sprechen die Fakten eine andere Sprache.
Die betroffenen Regionen Sizilien und Kalabrien kämpfen mit fundamentalen Problemen: Die Arbeitslosigkeit ist erschreckend hoch, die Infrastruktur befindet sich in einem desolaten Zustand. Gino Sturniolo aus Messina bringt es auf den Punkt: "Wir haben zu Hause manchmal nur ein paar Stunden Wasser, weil die Wasserleitungen so schlecht sind." Statt in eine funktionierende Grundversorgung zu investieren, verpulvert die italienische Regierung Milliarden für ein Prestigeprojekt, das die wahren Probleme der Region ignoriert.
Eine Brücke im Erdbebengebiet – was könnte schon schiefgehen?
Als wäre die finanzielle Dimension nicht schon besorgniserregend genug, plant Italien seine Mega-Brücke ausgerechnet in einem der seismisch aktivsten Gebiete Europas. Die Meerenge von Messina ist berüchtigt für ihre Erdbeben – aber warum sollte das die Planer stören? Schließlich geht es hier um Politik, nicht um Vernunft.
Die Bürgerinitiative "No Ponte" warnt seit Jahren vor den ökologischen Folgen für das sensible Ökosystem der Meerenge. Doch ihre Bedenken verhallen ungehört in den Fluren der römischen Ministerien. Stattdessen greift die Regierung zu einem besonders perfiden Trick: Sie will die Brücke als "verteidigungsrelevant" einstufen und damit zu einem strategischen NATO-Projekt erklären. So lassen sich nicht nur zusätzliche Finanzierungsquellen erschließen, sondern auch lästige Umweltauflagen umgehen.
Die unendliche Geschichte einer politischen Seifenblase
Seit 1969 – man stelle sich das vor – diskutiert Italien über diese Brücke. Silvio Berlusconi startete mehrere Anläufe, jede Nachfolgeregierung stoppte das Projekt wieder. Ein endloser Kreislauf aus Ankündigungen, Planungen und Absagen, der Milliarden verschlungen hat, ohne dass auch nur ein einziger Pfeiler errichtet wurde.
Gino Sturniolo, der seit 25 Jahren gegen das Projekt kämpft, zeigt sich ernüchtert: "Es wird gesagt, der Bau startet, dann gestoppt, dann gestartet, wieder gestoppt – das klebt schon richtig an uns. Und behindert uns, in die Zukunft zu gehen." Seine Befürchtung, dass die Region zu einer "Riesenbaustelle wird, die Jahrzehnte dauert", erscheint angesichts der italienischen Baugeschichte mehr als berechtigt. Man denke nur an den Flughafen Berlin-Brandenburg – und multipliziere die Probleme mit dem Faktor Italien.
Ein Blick in die Kristallkugel
Salvini verspricht vollmundig, schon im September oder Oktober mit den Bauarbeiten zu beginnen. Wer die Geschichte italienischer Großprojekte kennt, darf herzlich lachen. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Brücke jemals fertiggestellt wird, tendiert gegen null. Stattdessen droht Süditalien eine jahrzehntelange Baustelle, die Milliarden verschlingt, die Umwelt zerstört und am Ende als Bauruine in der Landschaft steht.
Während Deutschland unter der Ampel-Koalition seine Infrastruktur mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen sanieren musste – was die Inflation weiter anheizte und künftige Generationen belastet –, zeigt Italien eindrucksvoll, wie man Steuergelder noch effizienter verbrennen kann. Immerhin: In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit erweisen sich physische Edelmetalle einmal mehr als solide Wertanlage. Denn während Prestigeprojekte kommen und gehen, behält Gold seinen Wert – ganz ohne Baugenehmigung.
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