
Kretschmer fordert radikalen Kurswechsel: Karenztag und weniger Teilzeit für mehr Wachstum
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat mit seinen jüngsten Vorschlägen zur Wirtschaftspolitik für erheblichen Wirbel gesorgt. Der sächsische Regierungschef fordere nichts weniger als eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Wirtschaftspolitik, um das schwächelnde Wachstum wieder anzukurbeln. Seine Kernforderung: Der Staat müsse sich aus dem Wirtschaftsleben zurückziehen, die ausufernde Regulierungswut beenden und endlich wieder mehr Freiheit wagen.
Weniger Staat, mehr Freiheit – ein überfälliger Paradigmenwechsel?
In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" brachte Kretschmer es auf den Punkt: Europa, und insbesondere Deutschland, müsse wieder "ein Raum der Freiheit sein und nicht der Regulierung". Diese Worte könnten kaum treffender die Misere beschreiben, in die uns jahrelange sozialdemokratische und grüne Überregulierung manövriert hat. Während andere Länder ihre Wirtschaft entfesseln, erstickt Deutschland unter einem Wust von Vorschriften, Verboten und bürokratischen Hürden.
Die Forderung nach Deregulierung und dem Zurückdrängen des Staates aus dem Wirtschaftsleben sei längst überfällig. Jahrzehntelang habe die Politik – insbesondere unter der Ägide der Ampel-Koalition – den Unternehmern das Leben schwer gemacht. Immer neue Auflagen, immer höhere Steuern, immer mehr Bürokratie. Das Ergebnis: Deutschland verliert international den Anschluss, während dynamische Volkswirtschaften uns links und rechts überholen.
Karenztag bei Krankmeldungen – ein Tabubruch mit Signalwirkung
Besonders brisant ist Kretschmers Vorstoß beim Thema Krankmeldungen. Deutschland sei bei Krankschreibungen europaweit mit an der Spitze – eine wenig schmeichelhafte Führungsposition. Der Ministerpräsident schlage daher vor, einen Karenztag einzuführen: Am ersten Tag der Krankmeldung gäbe es keine Lohnfortzahlung mehr. "Wer wirklich krank ist, muss sich auskurieren können und weiter seinen Lohn bekommen", so Kretschmer, aber die grassierenden "Eintages-Krankheiten" müssten endlich unterbunden werden.
Dieser Vorschlag dürfte bei den Gewerkschaften und linken Parteien für Schnappatmung sorgen. Doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Der durchschnittliche Krankenstand in Deutschland liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Während in anderen Ländern Karenztage längst üblich sind, hält Deutschland an einem System fest, das offensichtlich zum Missbrauch einlädt. Die Leidtragenden sind die ehrlichen Arbeitnehmer und die Unternehmen, die die Kosten tragen müssen.
Teilzeitgesetz auf dem Prüfstand – zurück zur Vollbeschäftigung
Nicht minder kontrovers ist Kretschmers Forderung, das Teilzeit- und Befristungsgesetz "auf ein absolutes Mindestmaß zu reduzieren". In Zeiten des Fachkräftemangels könne es sich Deutschland schlicht nicht mehr leisten, dass immer mehr Menschen in Teilzeit arbeiten. Die Realität zeige: Während Unternehmen händeringend nach Arbeitskräften suchen, reduzieren immer mehr Beschäftigte ihre Arbeitszeit.
Diese Entwicklung sei nicht nur wirtschaftlich problematisch, sondern auch gesellschaftlich bedenklich. Eine Nation, die ihren Wohlstand erhalten wolle, brauche Menschen, die bereit sind, Vollzeit zu arbeiten und Leistung zu erbringen. Das ständige Gerede von Work-Life-Balance und Vier-Tage-Woche möge in prosperierenden Zeiten verlockend klingen, doch angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen sei es schlicht realitätsfern.
Die neue Bundesregierung in der Pflicht
Mit seinen Vorschlägen legt Kretschmer den Finger in die Wunde der deutschen Wirtschaftspolitik. Die seit Mai 2025 amtierende Große Koalition unter Bundeskanzler Friedrich Merz stehe nun in der Verantwortung, endlich die notwendigen Reformen anzupacken. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, doch ohne grundlegende strukturelle Reformen werde es verpuffen wie ein Tropfen auf dem heißen Stein.
Besonders pikant: Während Merz im Wahlkampf versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen, plant die neue Regierung nun massive Ausgabenprogramme. Die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 werde Generationen von Steuerzahlern belasten und die Inflation weiter anheizen. Statt immer neuer Schulden brauche Deutschland endlich eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik, die Unternehmen entlastet und Leistung wieder belohnt.
Ein Weckruf zur rechten Zeit?
Kretschmers Vorstoß kommt zur rechten Zeit. Deutschland stehe an einem Scheideweg: Entweder wir besinnen uns auf die Tugenden, die unser Land einst stark gemacht haben – Fleiß, Leistungsbereitschaft, unternehmerische Freiheit – oder wir versinken weiter in der Mittelmäßigkeit einer überregulierten, trägen Wohlstandsgesellschaft.
Die Reaktionen auf Kretschmers Vorschläge werden zeigen, ob die politische Klasse bereit ist, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen. Die üblichen Verdächtigen werden Zeter und Mordio schreien, von "Sozialabbau" und "neoliberaler Kälte" sprechen. Doch die Fakten sind eindeutig: Ohne einen grundlegenden Kurswechsel wird Deutschland seinen Wohlstand nicht halten können. Es ist höchste Zeit, dass endlich jemand den Mut hat, unbequeme Wahrheiten auszusprechen. Kretschmer hat den Anfang gemacht – nun liegt es an der neuen Bundesregierung, Taten folgen zu lassen.

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