
Plagiatsjäger entlarvt Medienkartell: Der Fall Brosius-Gersdorf als Lehrstück über Deutschlands Presselandschaft
Was sich in den vergangenen Wochen rund um die gescheiterte Verfassungsrichterin Frauke Brosius-Gersdorf abgespielt hat, offenbart einmal mehr den desolaten Zustand unserer Medienlandschaft. Der österreichische Plagiatsjäger Stefan Weber, der die wissenschaftlichen Verfehlungen der SPD-Kandidatin akribisch dokumentierte, sieht sich nun selbst im Kreuzfeuer einer orchestrierten Kampagne. Seine Worte könnten deutlicher nicht sein: Was hier ablaufe, sei eine "einzige riesige Propagandalüge".
Die Wahrheit auf den Kopf gestellt
Weber wirft den großen deutschen Medienhäusern vor, die Realität "um 180 Grad" verdreht zu haben. Spiegel, taz, Süddeutsche Zeitung, Stern und der öffentlich-rechtliche Rundfunk – sie alle hätten aus unabhängig agierenden Bürgern eine angeblich "rechtsextreme konzertierte Aktion" konstruiert. Selbst die einst als konservativ geltenden Blätter FAZ und Zeit seien teilweise auf diesen Zug aufgesprungen.
Die Dreistigkeit dieser Verdrehung ist atemberaubend. Da deckt ein Wissenschaftler mit nachprüfbaren Fakten gravierende Mängel in den Schriften einer Kandidatin für das höchste deutsche Gericht auf – und plötzlich ist er der Bösewicht? Plötzlich gefährdet nicht die mangelnde wissenschaftliche Integrität einer designierten Verfassungsrichterin die Demokratie, sondern derjenige, der diese Mängel aufzeigt?
Eine "Sternstunde der Demokratie"
Weber bezeichnet das Geschehen als "seltene Sternstunde" der Demokratie – und er hat recht. Denn was könnte demokratischer sein, als dass aufmerksame Bürger die Qualifikation derjenigen hinterfragen, die über unsere Grundrechte wachen sollen? Was könnte wichtiger sein, als sicherzustellen, dass nur die Besten und Integren in solche Positionen gelangen?
"Ich weiß genau, wie es seit 1. Juli gelaufen ist und wer wie und warum an den Schriften von Frauke Brosius-Gersdorf gearbeitet hat"
Diese Aussage Webers deutet darauf hin, dass er über detaillierte Kenntnisse der Abläufe verfügt. Seit dem 11. Juli habe er Artikel gelesen, "in denen kaum ein Satz stimmt". Eine vernichtende Bilanz für den deutschen Qualitätsjournalismus, der sich gerne als vierte Gewalt im Staat versteht.
Das Versagen der Institutionen
Besonders bitter ist Webers Urteil über die deutschen Universitäten. Er wirft ihnen "massives Versagen" vor – und trifft damit einen wunden Punkt. Wie konnte es sein, dass wissenschaftliche Mängel jahrelang unentdeckt blieben? Wo waren die Kontrollmechanismen? Oder wurden sie bewusst außer Kraft gesetzt, weil die politische Gesinnung stimmte?
Die offizielle Begründung für Brosius-Gersdorfs Rückzug – mangelnder Rückhalt aus der CDU – bezeichnet Weber als "verlogen". Er vermutet eine Absprache mit ihrem Anwalt Gernot Lehr. Tatsächlich wirkt die Erklärung wie ein durchsichtiger Versuch, das Gesicht zu wahren und von den eigentlichen Problemen abzulenken.
Journalisten als "Feiglinge und Mitläufer"
Webers Charakterisierung der beteiligten Journalisten fällt vernichtend aus. Er stellt sie vor die Wahl: Entweder glaubten sie tatsächlich ihre eigene Darstellung – "dann sind sie dumm, naiv und im Tunnelblick gefangen". Oder sie wüssten es besser – "dann sind sie Feiglinge und Mitläufer ohne Rückgrat".
Diese harten Worte mögen provozieren, doch sie treffen einen Nerv. Wie oft erleben wir, dass Journalisten lieber dem Mainstream folgen, als unbequeme Wahrheiten auszusprechen? Wie oft werden Kritiker mundtot gemacht, indem man sie in die rechte Ecke stellt?
Die wahre Gefahr für die Demokratie
Der Fall Brosius-Gersdorf zeigt exemplarisch, wo die wahren Gefahren für unsere Demokratie lauern. Nicht bei denjenigen, die Missstände aufdecken und Fragen stellen. Sondern bei einem Medienkartell, das die Realität nach Belieben zurechtbiegt. Bei Institutionen, die ihre Kontrollpflichten vernachlässigen. Bei einer politischen Klasse, die Loyalität über Kompetenz stellt.
Was bleibt, ist die bittere Erkenntnis: Ohne mutige Einzelkämpfer wie Stefan Weber wäre Frauke Brosius-Gersdorf heute vielleicht Verfassungsrichterin. Mit all ihren wissenschaftlichen Mängeln. Mit all den unbeantworteten Fragen. Das sollte uns zu denken geben – und zeigt einmal mehr, wie dringend Deutschland einen politischen Neuanfang braucht. Einen Neuanfang mit Politikern, die wieder für Deutschland arbeiten statt gegen Deutschland. Die Integrität über Ideologie stellen. Die sich nicht hinter einem willfährigen Medienkartell verstecken, sondern sich der kritischen Öffentlichkeit stellen.
Die Lehre aus diesem Fall ist klar: Wir brauchen mehr Bürger wie Stefan Weber. Mehr Menschen, die genau hinschauen. Die sich nicht einschüchtern lassen. Die der Wahrheit verpflichtet sind – koste es, was es wolle. Nur so können wir die Erosion unserer demokratischen Institutionen aufhalten. Nur so können wir sicherstellen, dass die wichtigsten Ämter unseres Landes mit den besten und integren Persönlichkeiten besetzt werden.
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