
S-Bahn-Chaos in Berlin: Milliardengrab auf Kosten der Steuerzahler
Die Berliner S-Bahn-Vergabe entwickelt sich zu einem Lehrstück politischen Versagens. Nach jahrelangem Hickhack soll nun das Konsortium aus Deutscher Bahn, Siemens und Stadler den Zuschlag für ein 15-Milliarden-Euro-Projekt erhalten. Doch was als Lösung für die chronischen S-Bahn-Probleme verkauft wird, entpuppt sich als teures Abenteuer auf dem Rücken der Steuerzahler.
Ein Vergabeverfahren der Superlative - negativ gemeint
Neun Jahre Vorbereitung, 24 Fristverlängerungen und ein explodierendes Budget von ursprünglich elf auf nun 15 Milliarden Euro - die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Während die rot-schwarze Bundesregierung unter Friedrich Merz vollmundig von Effizienz und Sparsamkeit predigt, zeigt die Realität ein anderes Bild. Die Kosten für mindestens 1400 neue S-Bahn-Wagen samt 30-jähriger Wartung und 15 Jahren Betrieb haben sich in schwindelerregende Höhen geschraubt.
Besonders pikant: Der unterlegene Bieter Alstom wirft den Verantwortlichen vor, ein deutlich günstigeres Angebot ignoriert zu haben. Die Vergabekammer hatte bereits im Mai 2024 festgestellt, dass das Verfahren teilweise gegen geltendes Vergaberecht verstößt. Doch statt Konsequenzen zu ziehen, wird munter weitergemacht - koste es, was es wolle.
Rechtliche Auseinandersetzungen könnten Jahre dauern
Der französische Konzern Alstom erwägt, erneut vor die Vergabekammer und notfalls bis zum Kammergericht zu ziehen. Bis zum 11. September läuft die Einspruchsfrist. Das bedeutet: Während Berlin dringend funktionierende S-Bahnen bräuchte, droht ein jahrelanger Rechtsstreit. Der geplante Start der neuen S-Bahn-Generation 2031 rückt damit in weite Ferne.
Die wahren Kosten trägt der Bürger
Was bedeutet das für die Berliner? Zunächst einmal weitere Jahre mit unzuverlässigem Nahverkehr. Die S-Bahn-Krise, die 2009 ihren ersten Höhepunkt erreichte, wird sich fortsetzen. Signalstörungen, Zugausfälle und überfüllte Bahnen bleiben Alltag in der Hauptstadt. Gleichzeitig explodieren die Kosten - Geld, das an anderer Stelle fehlt.
"Selbst wenn Alstom ein deutlich günstigeres Angebot abgäbe, lägen die Chancen bei Null", warnen Beobachter. Ein Schelm, wer dabei an Vetternwirtschaft denkt.
Die Große Koalition aus CDU/CSU und SPD, die seit Mai 2025 regiert, hatte versprochen, verantwortungsvoll mit Steuergeldern umzugehen. Doch Projekte wie die S-Bahn-Vergabe zeigen, dass sich wenig geändert hat. Während Merz keine neuen Schulden machen wollte, werden durch die Hintertür Milliardenprojekte durchgewunken, deren Kosten die nächsten Generationen belasten werden.
Ein Symptom des Systemversagens
Die S-Bahn-Misere ist symptomatisch für den Zustand unseres Landes. Statt pragmatische Lösungen zu finden, verliert man sich in bürokratischen Mammutverfahren. Die Anforderungen wurden während des laufenden Verfahrens mehrfach geändert - ein Zeichen von Planlosigkeit und mangelnder Weitsicht. Währenddessen verschlechtert sich die Infrastruktur zusehends.
Es ist höchste Zeit, dass die Politik zur Vernunft kommt. Berlin braucht keine prestigeträchtigen Milliardenprojekte, sondern funktionierende Verkehrsmittel zu vertretbaren Kosten. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ihre Steuergelder sinnvoll eingesetzt werden - nicht für endlose Rechtsstreitigkeiten und überteuerte Vergabeverfahren.
Die Entscheidung mag gefallen sein, doch der Streit wird weitergehen. Am Ende zahlt, wie so oft, der Bürger die Zeche für politisches Versagen. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen endlich aus ihren Fehlern lernen - auch wenn die bisherige Erfahrung wenig Anlass zur Hoffnung gibt.

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