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30.08.2025
07:58 Uhr

Wehrpflicht-Debatte: Merz öffnet Büchse der Pandora für Geschlechtergleichstellung im Dienst an der Waffe

Die Bundeswehr steht vor einem historischen Wendepunkt. Bundeskanzler Friedrich Merz hat in einem Interview mit dem französischen Sender TF1 eine Debatte angestoßen, die das Potenzial hat, die deutsche Gesellschaft fundamental zu spalten: Die mögliche Einführung einer Wehrpflicht auch für Frauen. Was auf den ersten Blick wie ein Schritt zur Gleichberechtigung aussehen mag, entpuppt sich bei genauer Betrachtung als weiterer Baustein in der fortschreitenden Demontage traditioneller Gesellschaftsstrukturen.

Der Kanzler und seine verfassungsrechtlichen Überlegungen

Merz' Aussagen lassen aufhorchen. Sollte das neue, auf Freiwilligkeit basierende Wehrdienst-Modell nicht die erhofften Rekrutierungszahlen liefern, müsse man über eine Rückkehr zur Wehrpflicht nachdenken – und diese dann konsequenterweise auch auf Frauen ausweiten. "Das müssten wir dann eigentlich tun", betonte der Kanzler mit einer Selbstverständlichkeit, die nachdenklich stimmt. Die Verfassung erlaube es derzeit nicht, Frauen zum Wehrdienst heranzuziehen, räumte er ein, fügte aber vielsagend hinzu: "Da liegen noch einige Hürden vor uns, aber wir fangen an."

Diese Formulierung lässt tief blicken. Offenbar sieht die neue Bundesregierung verfassungsrechtliche Grundprinzipien nicht als unumstößliche Säulen unserer Rechtsordnung, sondern als überwindbare Hindernisse auf dem Weg zu einer vermeintlich moderneren Gesellschaft. Die Leichtfertigkeit, mit der hier über eine mögliche Verfassungsänderung gesprochen wird, sollte jeden Demokraten alarmieren.

Die russische Bedrohung als Rechtfertigung

Als Begründung für seine weitreichenden Überlegungen führt Merz die russische Bedrohung an. Putin wolle die alte Sowjetunion wiederherstellen und habe es nicht nur auf die Ukraine abgesehen. "Es geht um die Destabilisierung unserer Demokratie und dagegen müssen wir uns zur Wehr setzen", warnte der Kanzler. Diese Einschätzung der geopolitischen Lage mag durchaus zutreffend sein. Doch rechtfertigt sie wirklich einen derart massiven Eingriff in die persönliche Freiheit junger Menschen – und nun möglicherweise auch junger Frauen?

Die Bundeswehr soll von derzeit gut 182.000 auf mindestens 260.000 Soldatinnen und Soldaten anwachsen. Ein ambitioniertes Ziel, das Verteidigungsminister Boris Pistorius zunächst mit einem Freiwilligenmodell erreichen will. Doch bereits jetzt mehren sich die Zweifel, ob diese Rechnung aufgeht. Besonders in den Reihen der Union wird bezweifelt, dass sich genügend junge Menschen freiwillig für den Dienst an der Waffe begeistern lassen.

Der Fehler von 2011 und seine Folgen

Merz räumte ein, dass die Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011 "aus heutiger Sicht ein Fehler" gewesen sei. Diese späte Einsicht kommt nicht überraschend. Schon damals warnten konservative Stimmen vor den Konsequenzen dieser Entscheidung. Die Wehrpflicht war nicht nur ein Instrument der Landesverteidigung, sondern auch eine Schule der Nation, die junge Männer aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammenführte und ihnen Disziplin, Kameradschaft und Verantwortungsbewusstsein vermittelte.

Nun, da die sicherheitspolitische Lage eine Kehrtwende erfordert, zeigt sich das ganze Ausmaß des damaligen Fehlers. Die Bundeswehr kämpft nicht nur mit Personalmangel, sondern auch mit einem dramatischen Imageverlust. Eine ganze Generation ist ohne die prägende Erfahrung des Wehrdienstes aufgewachsen. Die Streitkräfte sind für viele junge Menschen zu einer fremden, unbekannten Welt geworden.

Die Geschlechterfrage als gesellschaftlicher Sprengsatz

Die Überlegung, auch Frauen zur Wehrpflicht heranzuziehen, wirft fundamentale Fragen auf. Befürworter werden argumentieren, dass Gleichberechtigung auch gleiche Pflichten bedeute. Doch ist es wirklich im Interesse unserer Gesellschaft, auch Frauen zwangsweise in militärische Strukturen einzubinden? Die biologischen Unterschiede zwischen den Geschlechtern lassen sich nicht wegdiskutieren. Frauen haben in unserer Gesellschaft traditionell andere, nicht minder wichtige Aufgaben übernommen – von der Kindererziehung bis zur Pflege von Angehörigen.

Eine Wehrpflicht für Frauen würde diese gewachsenen Strukturen weiter aufweichen. Sie würde junge Frauen in ihrer Lebensplanung massiv einschränken und könnte sich negativ auf die ohnehin schon bedenklich niedrige Geburtenrate in Deutschland auswirken. Statt Familiengründung und Kinderwunsch stünde dann möglicherweise der Dienst an der Waffe im Vordergrund.

Die transatlantische Bindung und nukleare Fragen

Interessant sind auch Merz' Ausführungen zur nuklearen Abschreckung. Er bekräftigte die transatlantische Bindung Deutschlands und den Verbleib unter dem nuklearen Schutzschirm der USA. Gleichzeitig zeigte er sich offen für Gespräche mit Frankreich über nukleare Teilhabe. "Ich möchte uns nicht in neue zusätzliche Abhängigkeiten führen", betonte er dabei. Diese vorsichtige Formulierung deutet darauf hin, dass die neue Bundesregierung in der Sicherheitspolitik mehrgleisig fahren will – ein durchaus vernünftiger Ansatz angesichts der unsicheren geopolitischen Lage.

Kanzleramtschef Thorsten Frei zeigte sich optimistisch, dass eine Einigung in der Koalition über eine mögliche Wehrpflicht nicht schwer zu finden sein dürfte. Diese Zuversicht mag angesichts der unterschiedlichen Positionen von CDU/CSU und SPD in dieser Frage überraschen. Doch offenbar ist man in der Großen Koalition bereit, ideologische Differenzen zugunsten vermeintlicher Sachzwänge hintanzustellen.

Ein Blick in die Zukunft

Die Debatte um die Wehrpflicht – und insbesondere um ihre mögliche Ausweitung auf Frauen – wird Deutschland in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen. Sie berührt grundlegende Fragen unseres Gesellschaftsverständnisses: Wie viel Freiheit sind wir bereit, für vermeintliche Sicherheit aufzugeben? Welche Rolle sollen traditionelle Geschlechterrollen in einer modernen Gesellschaft noch spielen? Und wie weit darf der Staat in die Lebensplanung junger Menschen eingreifen?

Die Geschichte lehrt uns, dass einmal eingeführte staatliche Zwangsmaßnahmen nur selten wieder zurückgenommen werden. Wer heute einer Wehrpflicht für Frauen das Wort redet, sollte sich der weitreichenden Konsequenzen bewusst sein. Es geht um nicht weniger als die Frage, in welcher Gesellschaft wir leben wollen – in einer, die auf Freiwilligkeit und individueller Entscheidungsfreiheit basiert, oder in einer, die ihre Bürger zu Diensten verpflichtet, die früher undenkbar gewesen wären.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Politik den Mut hat, diese Debatte ehrlich und ohne ideologische Scheuklappen zu führen. Die Bürger haben ein Recht darauf zu erfahren, welche Pläne ihre Regierung wirklich verfolgt – bevor vollendete Tatsachen geschaffen werden, die das Gesicht unserer Gesellschaft nachhaltig verändern könnten.

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