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122 Millionen Euro für junge Migranten: Hamburgs Rekordrechnung

122 Millionen Euro für junge Migranten: Hamburgs Rekordrechnung
Symbolbild: KI-generiert

Hamburg hat 2025 rund 122 Millionen Euro für unbegleitete minderjährige Ausländer ausgegeben, so viel wie in keinem Jahr seit mindestens 2019. Das steht in einer Antwort des rot-grünen Senats auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion in der Bürgerschaft. Auffällig ist dabei, wohin das Geld floss: Der größte Teil kam Menschen zugute, die längst volljährig sind.

Jugendhilfe für Erwachsene

Von den 122 Millionen Euro entfielen laut Senat etwa 95 Millionen auf die sogenannte Anschlusshilfe. Diese Unterstützung endet nicht mit dem 18. Geburtstag. Wer als Minderjähriger allein nach Deutschland gekommen ist, kann sie auch als junger Erwachsener weiter erhalten. Möglich macht das die Hilfe für junge Volljährige im Sozialgesetzbuch VIII. Die übrigen 27 Millionen Euro gingen in die Inobhutnahme, also in die erste Unterbringung und Versorgung nach der Ankunft.

Insgesamt erhielten 2025 genau 1.348 Personen solche Leistungen, gezählt zum Stichtag 31. Dezember. Davon bekamen 952 Volljährigenhilfe, das sind mehr als zwei Drittel. 232 erhielten Minderjährigenhilfe, 164 waren in Obhut genommen. Die meisten der in Obhut Genommenen stammten zum Jahresende aus der Ukraine, Afghanistan und Syrien. Danach folgten Somalia, Ägypten, die Türkei, Guinea, Marokko, Ghana und Albanien.

Über 11.000 Euro pro Kopf und Monat

Rechnet man die Kosten auf die Fälle um, kostete ein Platz in der Inobhutnahme 2025 im Schnitt etwa 11.300 Euro im Monat. Das ist mehr, als viele Familien in Deutschland in einem Vierteljahr netto verdienen. 2019 lag der Wert mit fast 16.000 Euro sogar noch höher. In der Anschlusshilfe kostete eine Person im Schnitt knapp 5.550 Euro im Monat, und dieser Betrag steigt laut Senat seit 2018 jedes Jahr.

2019 gab Hamburg insgesamt noch rund 63 Millionen Euro aus. Davor sind die Zahlen lückenhaft. Für die Anschlusshilfe nennt der Senat 72,4 Millionen Euro im Jahr 2018 und 92 Millionen im Jahr 2017. Was die Inobhutnahme in diesen beiden Jahren gekostet hat, konnte die Behörde nicht beziffern. Begründung: Die SAP-Berichte würden gerade überarbeitet, deshalb sei das in der Antwortfrist nicht möglich gewesen. 2017 wurden 1.800 Personen betreut, davon 1.288 als Volljährige. Am wenigsten waren es 2021 mit 594 Personen.

Fast jeder Vierte war schon volljährig

Der Senat betont, er habe bei fehlenden Ausweispapieren in keinem Fall auf eine Altersfeststellung verzichtet. 2025 bestätigten medizinische und andere Prüfungen 466-mal, dass jemand tatsächlich unter 18 war. 142-mal kam dagegen heraus, dass die Person schon volljährig war. Damit war fast jeder vierte Geprüfte älter als angegeben. Hier geht es um Steuergeld und um die Glaubwürdigkeit eines Hilfesystems, das eigentlich Kinder schützen soll.

Der Senat sieht das anders. Nach eigener Darstellung will er mit dem Geld jungen Menschen

„Schutz, Stabilität und Perspektiven für ihre persönliche, schulische und gesellschaftliche Entwicklung“

ermöglichen. Die Kosten seien „Ausdruck der Wahrnehmung gesetzlicher Aufgaben“.

AfD wirft dem Senat „Ausgabensucht“ vor

Thomas Reich, sozialpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion, hatte die Anfrage gestellt. Er spricht vom „Offenbarungseid einer hemmungslosen Ausgabensucht auf Kosten der Steuerzahler“. Reich verlangt einen festen Ausgabendeckel und medizinische Altersprüfungen für alle Fälle vom ersten Tag an. Wer volljährig sei, habe in der Jugendhilfe nichts mehr verloren, sagt er.

Ein weiteres Beispiel zeigt, wie teuer die Unterbringung in Hamburg ist. Seit September wohnen nach Angaben der Sozialbehörde 340 ukrainische Flüchtlinge im Harburger Designhotel „The Niu Quay“. Bis Ende 2026 rechnet die Behörde dafür mit bis zu 3,4 Millionen Euro. Ein Hotelplatz kostete 2025 in Hamburg im Schnitt rund 82 Euro pro Person und Tag, Verpflegung inklusive. Die genauen Vertragsbedingungen nennt die Behörde nicht und verweist auf Geschäftsgeheimnisse. Ab Januar 2027 soll die Belegung schrittweise sinken, spätestens im Juli 2027 soll das Hotel keine Flüchtlingsunterkunft mehr sein.

Die Rechnung bezahlen am Ende die Bürger, die mit ihren Steuern den Haushalt finanzieren. Die Zahlen werfen eine grundsätzliche Frage auf, die Hamburg und die Bundespolitik beantworten müssen: Wie lange lässt sich ein Hilfesystem finanzieren, dessen Kosten pro Kopf jedes Jahr steigen und das zum größten Teil Erwachsene versorgt?

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