
28 Raketen, null Abfangerfolge: Kiews Luftschirm ist zum Sieb geworden

In der Nacht zum Mittwoch hat sich über der ukrainischen Hauptstadt ein Szenario abgespielt, das man in Berlin, Brüssel und Paris seit Jahren für unmöglich erklärt hatte. 28 russische Raketen, begleitet von 98 Drohnen, rasten auf Kiew zu. Abgefangen wurde laut Angaben der ukrainischen Luftwaffe keine einzige Rakete. Nicht eine. Mindestens fünfzehn Menschen verloren ihr Leben, Wohnhäuser und Lagerhallen wurden getroffen, in einem zwanzigstöckigen Gebäude brach Feuer aus.
Zwei Erzählungen, ein Trümmerfeld
Die ukrainischen Behörden sprechen von einem gezielten Angriff auf die Zivilbevölkerung. Moskau hält dem entgegen, man habe mit sogenannten Präzisionswaffen Logistik- und Verteilzentren für militärisches Material ins Visier genommen. Wer in diesem Krieg die Wahrheit sucht, sollte sich darauf einstellen, sie in Bruchstücken zu finden – zwischen zwei Propagandamaschinen, die beide auf Hochtouren laufen. Fest steht nur das Ergebnis: Tote, Verletzte, brennende Häuser.
Die Lücke, vor der Kiew seit Monaten warnt
Eine Abfangquote von null Prozent ist keine Pechsträhne, sondern eine militärische Bankrotterklärung. Kiew warnt seit langem, dass die Abwehrraketen ausgehen. Wenige Tage vor diesem Angriff hatte ein weiterer Raketenschlag auf die Hauptstadt mindestens neun Menschen getötet und über dreissig verletzt. Der schützende Schirm über Kiew, den westliche Politiker so gern als Symbol westlicher Wehrhaftigkeit präsentierten, ist offenkundig durchlöchert.
Man kann Solidarität nicht auf Pressekonferenzen abfeuern. Entweder die Magazine sind voll – oder sie sind es nicht.
Und genau hier liegt die unbequeme Frage, die sich die deutsche Politik stellen lassen muss: Vier Jahre Krieg, Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe, unzählige Reisen nach Kiew mit Kameratross – und am Ende reicht es nicht für ein einziges abgefangenes Geschoss? Wer Grossmachtrhetorik betreibt, ohne die industrielle Basis dafür zu haben, betreibt keine Politik, sondern Theater. Ein Theater, dessen Rechnung der deutsche Steuerzahler bezahlt, während die eigene Infrastruktur bröckelt, die Bundeswehr an Ersatzteilen knapst und die Inflation die Ersparnisse der Bürger anknabbert.
Auch die andere Richtung brennt
Der Krieg verläuft längst in beide Richtungen. In der russischen Region Tula setzte ein ukrainischer Drohnenangriff ein Logistikzentrum des Onlinehändlers Wildberries in Brand, ein Mensch wurde verletzt, wie der Gouverneur Dmitri Miljajew mitteilte. Das Unternehmen erklärte, seit Mitte Juli seien mehr als ein Dutzend seiner Anlagen attackiert und teils schwer beschädigt worden. Eskalation als Dauerzustand – und jede Woche verschieben sich die roten Linien ein Stück weiter.
Was das für Europa bedeutet
Für den europäischen Bürger ist die Botschaft dieser Nacht unangenehm klar: Die Vorräte an Abwehrmunition sind endlich, die Produktion hinkt Jahre hinterher, und die Priorisierung amerikanischer Systeme richtet sich nach amerikanischen Interessen – nicht nach Brüsseler Wunschzetteln. Wer glaubte, man könne einen Abnutzungskrieg mit Absichtserklärungen und Sonntagsreden bestreiten, erlebt gerade die Quittung. Statt endlich ernsthafte diplomatische Kanäle zu öffnen, verharrt man in einer Haltung, die vor allem eines produziert: Rechnungen und Särge.
Politische Eskalation, ausgereizte Staatshaushalte, kreditfinanzierte Aufrüstung und eine Notenbank, die im Zweifel wieder die Druckerpresse anwerfen wird – das ist der Cocktail, der Vermögen im Stillen entwertet. Wer in solchen Zeiten nach Stabilität sucht, findet sie traditionell nicht in Papierversprechen, sondern in physischen Werten. Gold und Silber haben in jeder Kriegs- und Krisenphase der vergangenen Jahrhunderte eines bewiesen: Sie brauchen kein Vertrauen in eine Regierung, um ihren Wert zu behalten.
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