
35 Milliarden für Gaskraftwerke: Stromkunden zahlen ab 2031

Brüssel hat grünes Licht gegeben: Deutschland darf den Bau neuer Gaskraftwerke mit bis zu 35 Milliarden Euro subventionieren. Die EU-Kommission genehmigte die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums am 2. September 2026. Die Rechnung übernehmen am Ende die Stromkunden – über eine neue Umlage ab 2031.
Es ist eine der größten Beihilfen der deutschen Energiepolitik. Nach Angaben aus Brüssel sind Fördermittel von rund 35,2 Milliarden Euro erlaubt. Begründung der Kommission: Die Maßnahme sei für die Versorgungssicherheit erforderlich, und die Höhe der Förderung entspreche dem tatsächlichen Bedarf.
Erst Erdgas, dann Wasserstoff – irgendwann
Die neuen Anlagen sollen zunächst Erdgas verbrennen. Spätestens 2045 sollen sie klimaneutral mit Wasserstoff laufen und schon beim Bau darauf ausgelegt sein. Ein ehrgeiziger Plan – der voraussetzt, dass ausreichend bezahlbarer Wasserstoff überhaupt verfügbar ist. Genau daran zweifeln Fachleute seit Monaten.
Das Ministerium will noch in diesem Monat mit der Ausschreibung beginnen. Nach früheren Angaben aus dem Haus von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche geht es zunächst um zwölf Gigawatt steuerbare Leistung – rund zehn Gigawatt als langfristig verfügbare Kapazität, zwei Gigawatt technologieoffen, sodass auch Speicher zum Zuge kommen könnten.
Der Kapazitätsmarkt: Geld fürs Nichtstun
Ab 2032 soll ein sogenannter Kapazitätsmarkt entstehen. Das heißt im Klartext: Betreiber bekommen Geld dafür, dass sie Leistung vorhalten, die gerade niemand braucht. Ökonomisch ist das nachvollziehbar – ein Kraftwerk, das nur bei Dunkelflaute anspringt, rechnet sich sonst nicht.
Politisch ist es die Quittung für eine Energiewende, die den Ausstieg schneller organisiert hat als den Ersatz. Erst Kernkraft abschalten, dann Kohle bis 2038 beenden – und nun mit Milliarden gegensteuern, damit die Lichter nicht ausgehen. Die Reservekapazität wird zur Dauersubvention.
Wie teuer wird es für die Bürger?
Die ehrliche Antwort lautet: Niemand weiß es. Die Umlage soll laut Bundeswirtschaftsministerium erst mit dem Gesetz zum Kapazitätsmarkt im Jahr 2027 eingeführt und ab 2031 erhoben werden – die Höhe sei noch nicht abschätzbar. Der grüne Energiepolitiker Michael Kellner kritisierte diese Intransparenz gegenüber der "Welt" scharf:
Kaum zu glauben, dass die Bundesregierung nicht weiß, wie teuer der Strompreis durch die Kraftwerksstrategie wird. Klar ist nur, der Strompreis steigt.
Bemerkenswert: Die Kritik kommt hier ausgerechnet aus einer Partei, die den Ausstiegskurs maßgeblich geprägt hat. In der Sache hat sie trotzdem einen Punkt. Denn Strom ist in Deutschland ohnehin teuer – Medienberichten zufolge zogen die Preise für Neukunden im Frühjahr 2026 infolge des Iran-Krieges binnen kurzer Zeit um 16 Prozent an.
Was Verbraucher jetzt einordnen sollten
Parallel soll der Ökostromausbau weiterlaufen: Bis 2030 sollen mindestens 80 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Quellen kommen. Zwei Systeme werden also gleichzeitig finanziert – das erneuerbare und sein fossiles Sicherungsnetz.
Für Bürger und Mittelstand bedeutet das eines: Die Energiekosten dürften auf Jahre hinaus eine Belastung bleiben. Wer sein Vermögen gegen schleichende Kaufkraftverluste absichern will, setzt traditionell auch auf physische Edelmetalle – als ruhenden Pol in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag ist journalistische Information und keine Anlageberatung. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser trifft seine Anlageentscheidungen eigenverantwortlich und sollte sich vorab selbst informieren.

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