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25.08.2026
16:35 Uhr
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57 Prozent durchgefallen: Sprach-Debakel bei Ärzten in Sachsen

57 Prozent durchgefallen: Sprach-Debakel bei Ärzten in Sachsen
Symbolbild: KI-generiert

In Sachsen scheitert mehr als jeder zweite ausländische Arzt beim ersten Anlauf an der Fachsprachenprüfung. Das geht aus einer Antwort des sächsischen Gesundheitsministeriums auf eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Katja Dietz (AfD) hervor, über die mehrere Medien berichten. Im ersten Halbjahr 2026 wurden demnach 416 Prüfungen abgenommen.

232 davon waren Erstprüfungen – bestanden wurden lediglich 100. Macht eine Durchfallquote von rund 57 Prozent. Zahlen, die an einer der zentralen Erzählungen der deutschen Gesundheitspolitik kratzen.

Was in der Prüfung eigentlich verlangt wird

Wer in Deutschland als Arzt, Apotheker oder Psychotherapeut arbeiten will, braucht die staatliche Approbation. Voraussetzung: allgemeines Deutsch auf B2-Niveau plus Fachsprachenkenntnisse, die sich am Niveau C1 orientieren.

Die Prüfung ist bewusst praxisnah aufgebaut. Laut Sächsischer Landesärztekammer werden Gespräche zwischen Arzt und Patient sowie zwischen zwei Kollegen simuliert, dazu kommt ein schriftlicher Arztbericht. Der Bewerber müsse sich spontan und weitgehend fließend verständigen und komplexe medizinische Fachdiskussionen verstehen können, heißt es dort.

Klingt anspruchsvoll? Ist es. Aber sind das nicht exakt jene Fähigkeiten, die man am Krankenbett braucht – dort, wo ein missverstandenes Wort über Diagnose, Dosierung und im Zweifel über Leben und Tod entscheidet?

Sachsen ist kein Einzelfall

Der Befund reiht sich in eine längere Kette. In Sachsen-Anhalt fiel Medienberichten zufolge zuletzt rund ein Drittel der Prüflinge durch, in Baden-Württemberg lag die Quote vor einigen Jahren ebenfalls bei etwa einem Drittel, in Bayern zeitweise bei jedem Zweiten. Von einem statistischen Ausreißer kann also kaum die Rede sein.

Wie stark das deutsche Gesundheitswesen inzwischen von Zuwanderung abhängt, zeigen die offiziellen Zahlen: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes hatte 2024 rund jeder achte Arzt in Deutschland keinen deutschen Pass. Die Bundesärztekammer verzeichnete für 2025 einen weiteren kräftigen Zuwachs bei ausländischen Medizinern.

In Sachsen wurden zwischen Januar 2025 und Juni 2026 insgesamt 891 Approbationsanträge von Ärzten und 1.101 aus den Gesundheitsfachberufen gestellt. Die häufigsten Herkunftsländer bei den Ärzten: Syrien, Ukraine, Russland, Indien und Ägypten.

Politischer Sprengstoff im Wartezimmer

Brisant ist der Kontext. Nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Rückkehr vieler in Deutschland lebender Syrer ins Gespräch gebracht hatte, warnte die Deutsche Krankenhausgesellschaft vor Versorgungslücken. Deren stellvertretende Vorstandsvorsitzende Henriette Neumeyer erklärte:

Würden diese Fachkräfte wieder das Land verlassen, hätte das spürbare Auswirkungen auf die Versorgung.

Dietz liest die Zahlen anders. Die hohe Durchfallquote sei aus ihrer Sicht ein Indiz dafür, dass die Bewerber längst nicht so hoch qualifiziert seien, wie es die Politik darstelle. Sie fordert eine höhere Landarztquote, mehr Studienplätze für sächsische Abiturienten und für Ärzte aus Drittstaaten den Abschluss des zweiten und dritten Staatsexamens in Deutschland.

Die unbequeme Kernfrage

Aus Sicht unserer Redaktion legen die Daten vor allem ein hausgemachtes Versäumnis offen: Über Jahrzehnte wurden zu wenige Medizinstudienplätze geschaffen – und die Lücke sollte anschließend über Zuwanderung gestopft werden. Ein Modell, das nun an einer schlichten Hürde scheitert: der deutschen Sprache.

Immerhin funktioniert die fachliche Kontrolle offenbar besser als ihr Ruf: Von 69 Kenntnisprüfungen in den Gesundheitsfachberufen fielen im ersten Halbjahr 2026 nur fünf durch – rund sieben Prozent. Wer die Prüfungen ernst nimmt, schützt am Ende die Patienten. Genau darum sollte es gehen.

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