
83 Prozent Unzufriedenheit: Merz' Kabinettsrochade wird zum Rohrkrepierer

Es sollte der große Befreiungsschlag werden. Ein personeller Frühjahrsputz, der die schwarz-rote Koalition aus dem Umfragekeller hieven sollte. Herausgekommen ist ein kommunikatives Desaster, das nicht einmal die eigene Partei mehr mitträgt. Die jüngsten Zahlen des Meinungsforschungsinstituts Forsa für das RTL/ntv-Trendbarometer lesen sich für den Kanzler wie ein Abschiedsbrief der Wählerschaft.
Wenn der Rettungsanker zum MĂĽhlstein wird
Der Rücktritt von Unions-Fraktionschef Jens Spahn eröffnete Friedrich Merz die Gelegenheit, das Personalkarussell in Bewegung zu setzen. Doch was als Neustart gedacht war, endete in einem parteiinternen Aufstand – ausgelöst ausgerechnet durch die stümperhafte Neubesetzung des Verkehrsressorts. Ein Vorgang, der exemplarisch zeigt, wie sehr das Berliner Politikbetriebssystem mittlerweile in sich selbst kreist, während draußen die Realwirtschaft ächzt.
Die Frage, die nach der Sommerpause bleibt, ist simpel: Können die neuen Gesichter überhaupt liefern? Die Bürger jedenfalls haben ihr Urteil bereits gefällt – und es fällt vernichtend aus.
Linnemann: Der Mann, der sich selbst fĂĽr ĂĽberfordert hielt
Nur 23 Prozent der Befragten halten den bisherigen CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann für geeignet, das Gesundheitsministerium zu führen. 49 Prozent sprechen ihm die Eignung rundheraus ab. Kein Wunder: Noch vor einem Jahr hatte Linnemann selbst erklärt, er würde sich mit diesem Ressort überfordert fühlen. Nun heißt es, er müsse sich „erst einmal einarbeiten". Ausgerechnet jetzt, wo Krankenkassen- und Pflegereform als tickende Zeitbomben auf dem Schreibtisch liegen.
Seine Vorgängerin Nina Warken hinterlässt ein ähnlich trostloses Bild: 66 Prozent Unzufriedenheit. Belohnung? Der Aufstieg zur Kanzleramtsministerin. In der Privatwirtschaft nennt man so etwas Wegbeförderung.
Frei und Amthor – kein Trost in Sicht
Am besten schneidet noch Thorsten Frei ab, der als Spahn-Nachfolger die Fraktion führen soll. 37 Prozent trauen ihm das Amt zu. Philipp Amthor, künftiger Staatsminister für Bund-Länder-Beziehungen, kam in seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern zuletzt auf 25 Prozent Zustimmung – bei 62 Prozent Unzufriedenheit.
„Eine erfolgreiche Erneuerung seiner Partei ist Merz nicht geglückt. Mit ihm verfügt die Union heute im Gegenteil über eine so geringe Anhängerschaft wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik." – Forsa-Chef Manfred Güllner
Der Kanzler im historischen Keller
83 Prozent der Deutschen sind mit der Arbeit von Friedrich Merz unzufrieden. Ganze 15 Prozent halten noch zu ihm. Das ist kein Stimmungstief mehr, das ist ein Vertrauensverlust epischen Ausmaßes. 68 Prozent glauben nicht, dass die Regierung nach dem Personaltausch besser arbeiten werde – selbst 60 Prozent der SPD- und 40 Prozent der Unionsanhänger haben resigniert.
Besonders alarmierend: 71 Prozent rechnen mit einer weiteren Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage. Der höchste Wert seit Herbst 2022. Wer das Versprechen „keine neuen Schulden" gab und dann ein 500-Milliarden-Sondervermögen durchdrückte, muss sich über schwindendes Vertrauen nicht wundern. Während BMW Tausende Stellen streicht und die Industrie abwandert, diskutiert Berlin über Postenverteilung.
Was bleibt dem BĂĽrger?
Wenn Regierungen die Kaufkraft der eigenen Bevölkerung durch schuldenfinanzierte Programme aushöhlen, suchen kluge Sparer nach Alternativen jenseits des Papiergeldsystems. Physische Edelmetalle haben über Jahrhunderte bewiesen, dass sie politische Wirren, Währungsreformen und Inflationsschübe überdauern – ohne Rücksicht darauf, wer gerade im Kanzleramt sitzt. Eine durchdachte Beimischung von Gold und Silber zum Portfolio ist keine Spekulation, sondern schlichte Vernunft.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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