
90 Milliarden für Kiew: Brüssel hebelt Ungarns Veto eiskalt aus
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein souveräner EU-Mitgliedstaat legt sein vertraglich garantiertes Vetorecht ein – und die Europäische Kommission bereitet derweil seelenruhig die Auszahlung vor, als existiere dieses Veto schlicht nicht. Was sich derzeit in Brüssel abspielt, ist nichts weniger als eine Demonstration institutioneller Arroganz, die jeden demokratisch gesinnten Europäer alarmieren sollte.
Die Kommission schafft Fakten – am Veto vorbei
Die Europäische Kommission arbeitet nach Berichten mit Hochdruck daran, die technischen und rechtlichen Voraussetzungen für die erste Tranche eines gewaltigen 90-Milliarden-Euro-Darlehens an die Ukraine zu schaffen. Das erklärte Ziel: Sobald Ungarns Blockade fällt, soll das Geld sofort fließen können. Kein Tag Verzögerung, keine Sekunde des Nachdenkens. Die Maschinerie ist geölt, der Hahn muss nur noch aufgedreht werden.
Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán blockiert die dafür notwendige einstimmige Entscheidung zur Anpassung des EU-Haushalts. Seine Begründung ist dabei keineswegs willkürlich: Er verknüpft seine Position mit dem handfesten Streit um die Druschba-Ölpipeline und fordert die Wiederaufnahme von Öllieferungen aus der Ukraine. Ein legitimes nationales Interesse – doch in Brüssel scheint man derlei Souveränitätsansprüche als lästige Fußnote zu betrachten.
Orbáns Wahlkampf als Kalkül der EU-Strategen
Besonders entlarvend ist die Tatsache, dass man in Brüssel offenbar fest damit rechnet, das Veto werde sich nach der ungarischen Parlamentswahl am 12. April von selbst erledigen. Orbán habe die Ukraine-Frage zum zentralen Wahlkampfthema gemacht, heißt es. Zwischen den Zeilen schwingt die kaum verhüllte Hoffnung mit, der unbequeme Ungar möge doch bitte abgewählt werden – dann wäre das Problem gelöst. Demokratie à la Brüssel: Man wartet einfach, bis das störende Wahlergebnis korrigiert wird.
Die Dimensionen des geplanten Geldtransfers sind dabei schwindelerregend. Für das Jahr 2026 seien 45 Milliarden Euro vorgesehen – davon 16,7 Milliarden als finanzielle Unterstützung und satte 28,3 Milliarden für militärische Hilfe. Weitere 45 Milliarden sollen 2027 folgen. Wohlgemerkt: als Darlehen. Doch wer ernsthaft glaubt, die kriegsgebeutelte Ukraine werde diese astronomischen Summen jemals zurückzahlen, der glaubt vermutlich auch, dass der EU-Haushalt transparent und sparsam geführt wird.
Von der Leyens pathetische Durchhalteparolen
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ließ verlauten, man werde das Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro an die Ukraine „einhalten". Sie stehe „voll und ganz hinter dem mutigen ukrainischen Volk und seinem Kampf für die Freiheit". Große Worte, zweifellos. Doch während Brüssel die Freiheit der Ukraine mit Milliarden beschwört, gängelt dieselbe Kommission Mitgliedstaaten wie Ungarn mit Vertragsverletzungsverfahren, Mittelkürzungen und politischem Druck, sobald diese eine eigenständige Position vertreten. Die Ironie könnte kaum bitterer sein.
Ein Kommissionssprecher erklärte zudem, man erwarte von allen 27 Mitgliedstaaten, dass sie sich an ihre „Verpflichtung" hielten. Eine bemerkenswerte Formulierung – denn das Einstimmigkeitsprinzip existiert ja gerade deshalb, weil jeder Mitgliedstaat das Recht hat, Nein zu sagen. Dieses Recht nun als Vertragsbruch umzudeuten, offenbart ein Demokratieverständnis, das man sonst eher in autoritären Systemen vermutet.
Ein Fass ohne Boden – auf Kosten der europäischen Steuerzahler
Die entscheidende Frage, die in Brüssel niemand zu stellen wagt, lautet: Wer haftet am Ende für diese 90 Milliarden? Die Antwort ist so simpel wie erschreckend: die europäischen Steuerzahler. Auch die deutschen. Und das in einer Zeit, in der die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz bereits ein 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht hat, das kommende Generationen mit Zinszahlungen belasten wird. Schulden auf Schulden, Milliarden auf Milliarden – als gäbe es kein Morgen.
Während deutsche Kommunen ihre Schwimmbäder schließen, Brücken marode vor sich hin bröckeln und die Infrastruktur eines einstigen Wirtschaftswunderlands zusehends verfällt, fließen Abermilliarden in ein Land, dessen Oligarchen sich nach wie vor bester Gesundheit erfreuen. Man fragt sich unwillkürlich: Wann beginnt die europäische Politik endlich wieder, die Interessen der eigenen Bürger in den Mittelpunkt zu stellen?
In Zeiten derartiger fiskalischer Abenteuer und einer zunehmend unberechenbaren Geldpolitik erscheint es umso wichtiger, das eigene Vermögen auf ein solides Fundament zu stellen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrtausende als verlässlicher Wertspeicher bewährt – gerade dann, wenn Regierungen und supranationale Institutionen mit dem Geld ihrer Bürger um sich werfen, als gäbe es keine Konsequenzen. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio können sie einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung leisten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für Ihre individuellen Investitionsentscheidungen tragen Sie die alleinige Verantwortung.

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