
Absage-Serie im Wahlkampf: Schulze kneift jetzt auch bei Tilo Jung

Zwei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt hat Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) ein bereits zugesagtes Interview beim YouTube-Format „Jung & Naiv“ kurzfristig platzen lassen. Das Gespräch sollte am Montag live aus Berlin gesendet werden. Am Sonntag kam die Absage – und kurz darauf die Nachricht, dass es auch keinen Ersatztermin geben werde.
Erst Zusage, dann Rückzieher – und ein Screenshot
Interviewer Tilo Jung machte den Vorgang auf der Plattform X öffentlich. Zunächst schrieb er, man bemühe sich um einen neuen Termin. Um 16:30 Uhr folgte das Update, dass daraus nichts werde.
„Es wird auch keinen Ersatztermin geben“
Dazu veröffentlichte Jung den Screenshot eines Schreibens der Pressesprecherin des CDU-Landesverbandes Sachsen-Anhalt, dessen Vorsitzender Schulze ist. Die Begründung dort: „eine kurzfristige Änderung im Terminplan“. Weitere Erklärungen gab es zunächst nicht.
Das Problem mit der eigenen Begründung
Pikant wird die Sache durch die Vorgeschichte. Zuvor hatte Schulze ein geplantes Podcast-Duell mit AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund beim Format „Ben ungeskriptet“ von Ben Berndt abgesagt. Seine Begründung damals: Für Podcasts reise er im Wahlkampf nicht in andere Bundesländer, er müsse Sachsen-Anhalt schließlich auch regieren.
Nur: Jungs Studio steht in Berlin. Also ebenfalls außerhalb Sachsen-Anhalts. Medienberichten zufolge widersprach Berndt der Darstellung des Ministerpräsidenten zudem entschieden; ihm sei sehr wohl ein alternativer Termin angeboten worden. Recherchen anderer Medien verweisen außerdem auf Schulzes Auftritt bei „Markus Lanz“ am 7. Juli 2026 – aufgezeichnet wird die Sendung in Hamburg.
Warum Politiker Jung fürchten
Der zweite mutmaßliche Grund dürfte im Format selbst liegen. Jung ist für hartnäckiges Nachbohren bekannt, Gefälligkeitsfragen sind seine Sache nicht. In seinen Interviews gerieten schon der frühere ukrainische Botschafter Andrij Melnyk, die damalige Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow und Grünen-Chef Felix Banaszak in Erklärungsnot – letzterer erklärte auf mehrfaches Nachfragen, Bundeswehrsoldaten sollten im Fall eines AfD-Verteidigungsministers desertieren.
Klein ist die Bühne nicht: Der Kanal weist rund 619.000 Abonnenten aus. Kritiker werfen Jung allerdings politische Einseitigkeit und Aktivismus vor; der Journalist Julian Reichelt attackierte die CDU-Medienstrategie öffentlich scharf.
Ein Wahlkampf, der aus dem Ruder läuft
Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Laut den veröffentlichten Umfragetrends liegt die AfD bei rund 42 Prozent, die CDU bei knapp 23 Prozent – ein Abstand, der jede Absage zum Politikum macht.
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart der Vorgang ein Grundproblem der etablierten Politik: Wer sich jahrzehntelang an abgestimmte Fragenkataloge und wohlwollende Talkrunden gewöhnt hat, tut sich schwer, wenn plötzlich ungefiltert nachgefragt wird. Reichweitenstarke Digitalformate sind längst kein Nischenphänomen mehr, sondern erreichen genau jene Wähler, die von klassischen Sendern kaum noch erreicht werden.
Für viele Bürger dürfte der Eindruck bleiben: Hier weicht ein Amtsinhaber der Debatte aus. Ob das zwei Wochen vor der Wahl eine kluge Strategie ist? Die Antwort geben am 6. September die Wähler.

Der große Der große Das große Live-Webinar am 26. August – was jetzt über Konto, Erbe und Bargeld entschieden wird. Und wie Sie Ihr Vermögen legal schützen.
Live mit Ernst Wolff, Dr. Hans-Georg Maaßen, Prof. Dr. Ulrike Guérot, Dr. Paul Brandenburg, Gerald Grosz, Tom-Oliver Regenauer & einem anonymen Banken-Insider – moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

ErnstWolff

Dr. Hans-GeorgMaaßen

Prof. Dr. UlrikeGuérot

Dr. PaulBrandenburg

GeraldGrosz

Tom-OliverRegenauer

Bankeninsider(anonym)
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik



















