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Afrikas Gold-Revolution: Warum der Kontinent seine Schätze selbst veredelt

Afrikas Gold-Revolution: Warum der Kontinent seine Schätze selbst veredelt
Symbolbild: KI-generiert

Schluss mit dem Rohstoff-Ausverkauf: Fünf afrikanische Förderländer haben 2026 eigene Goldscheideanstalten in Betrieb genommen, nämlich Sambia, Äthiopien, Burkina Faso, Nigeria und die Demokratische Republik Kongo. Sie wollen das Gold nicht länger roh ins Ausland verschiffen, sondern es selbst veredeln. Und den Gewinn wollen sie im eigenen Land behalten.

Was nach einer Randnotiz klingt, könnte die Machtverhältnisse am globalen Goldmarkt spürbar verschieben.

Jahrzehntelang kassierten andere

Das alte Muster war simpel. Afrika lieferte das Erz, und veredelt, gehandelt und verdient wurde anderswo. Die großen Scheideanstalten stehen bis heute vor allem in der Schweiz, in Dubai oder Indien. Dort entstehen aus Rohgold die Barren, die in Tresoren auf der ganzen Welt landen.

Mit den neuen Anlagen wollen die Förderländer nun ein größeres Stück vom Kuchen. Branchenberichten zufolge sollen Arbeitsplätze entstehen, die Staatseinnahmen steigen und der Bergbau soll enger mit der übrigen Wirtschaft verzahnt werden. Einige Anlagen sollen zudem Gold aus Nachbarländern annehmen.

Fünf Länder, ein Plan

Der Zeitplan zeigt, wie schnell sich das Thema bewegt. Medienberichten zufolge kamen die Anlagen in dieser Reihenfolge ans Netz:

  • Nigeria: im Januar eine Raffinerie für hochreines Gold in Lagos
  • DR Kongo: im März eine Anlage in Kalemie
  • Burkina Faso: Ende September die staatliche Raffinerie RAFFINOR-BF in Ouagadougou
  • Äthiopien: im Oktober eine nationale Edelmetall-Raffinerie, ein Gemeinschaftsprojekt für rund 50 Millionen US-Dollar
  • Sambia: zuletzt eine Anlage der Minera Refineries Zambia Limited

Sambia will mehr sein als ein Kupferland

Mit seiner Anlage verbindet Sambia besonders große Hoffnungen. Sie soll Gold mit einer Reinheit von bis zu 99,99 Prozent liefern. Das ist der Standard, den Anleger von hochwertigen Barren kennen. Bisher hängt das Land fast vollständig am Kupfer: Laut Berichten machte das rote Metall 2024 rund 66 Prozent der Warenexporte aus, also etwa 7,5 Milliarden Dollar. Gold kam auf magere zwei Prozent oder 262 Millionen Dollar. Der Betreiber will deshalb den Kleinbergbau in legale Bahnen lenken und für mehr Transparenz im Handel sorgen.

Burkina Faso geht aufs Ganze

Am ehrgeizigsten tritt Burkina Faso auf. Nach Angaben des World Gold Council förderte das westafrikanische Land im vergangenen Jahr mehr als 94 Tonnen Gold und ist damit einer der größten Produzenten des Kontinents. Die neue Raffinerie soll Berichten zufolge zunächst bis zu 164 Tonnen pro Jahr verarbeiten können. Später sollen es sogar 515 Tonnen werden.

Der Militärmachthaber Ibrahim Traoré, der 2022 durch einen Putsch an die Macht kam, sprach laut seinem Präsidialamt von einem historischen Schritt. Er wolle sämtliche Metalle im eigenen Land raffinieren und „die gesamte Wertschöpfungskette hier“ haben. Allerdings gibt es auch Zweifel. Fachmedien weisen darauf hin, dass die Rohstoffversorgung für die gewaltige Kapazität noch nicht gesichert sei. Hinzu kommen Schmuggel und dschihadistische Gewalt in den Abbaugebieten.

Was Europa daraus lernen sollte

Ob die Rechnung aufgeht, ist offen. Moderne Technik allein macht noch keine florierende Industrie. Gebraucht werden auch verlässliche Lieferketten, eine glaubwürdige Herkunftskontrolle und internationale Akkreditierungen. Trotzdem ist die Botschaft klar: Rohstoffländer begreifen Gold wieder als strategisches Gut und behandeln es nicht mehr als bloße Exportware.

Für Europa und gerade für Deutschland ist das ein Weckruf. Während Berlin und Brüssel vor allem neue Vorschriften stapeln, sichern sich andere Staaten konsequent die Kontrolle über ihre Ressourcen. Wer selbst kaum Rohstoffe hat, sollte das genau beobachten. Der Zugang zu Rohstoffen könnte künftig schwieriger und teurer werden.

Für Sparer bestätigt die Entwicklung eine alte Erfahrung: Gold hat einen echten Wert, um den Staaten ringen. Physische Edelmetalle können daher als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein, etwa als Schutz vor Inflation, Schuldenpolitik und geopolitischen Krisen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Edelmetallen oder anderen Anlageprodukten. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.

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