
Amerikas größter Netzbetreiber korrigiert Stromprognosen: Rechenzentren unter verschärfter Prüfung

Die Energiewende in den Vereinigten Staaten nimmt eine überraschende Wendung. Der größte amerikanische Netzbetreiber PJM Interconnection hat seine kurzfristigen Lastprognosen nach unten korrigiert – ein Signal, das aufhorchen lässt. Doch wer glaubt, die Stromnachfrage würde einbrechen, der irrt gewaltig.
Strengere Kontrollen für Rechenzentren bremsen Wachstumsprognosen
Was steckt hinter dieser Korrektur? Der Netzbetreiber hat seine Prüfverfahren für geplante Rechenzentren und Großverbraucher deutlich verschärft. Die Zeiten, in denen Tech-Giganten ihre ambitionierten Strombedarfspläne einfach durchwinken lassen konnten, scheinen vorbei zu sein. Hinzu kommen aktualisierte Prognosen für Elektrofahrzeuge und eine nüchternere Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung.
Konkret senkte PJM seine Spitzenlastprognose für den Sommer 2028 um beachtliche 4,4 Gigawatt – das entspricht einem Rückgang von 2,6 Prozent. Auch für den Sommer 2027 wurden die Erwartungen um rund 4 Gigawatt nach unten geschraubt. Die Gründe verteilen sich wie folgt: Großverbraucher tragen 0,7 Prozent zur Reduktion bei, die wirtschaftliche Aktivität 0,5 Prozent und Elektrofahrzeuge bescheidene 0,1 Prozent.
Langfristig explodiert der Strombedarf dennoch
Doch hier wird es interessant: Während die kurzfristigen Prognosen sinken, schraubt PJM seine langfristigen Erwartungen sogar nach oben. Der Netzbetreiber rechnet nun mit einem jährlichen Wachstum der Sommerspitzenlast von 3,6 Prozent – deutlich mehr als die zuvor prognostizierten 3,1 Prozent. Bis 2036 soll die Spitzenlast auf etwa 222 Gigawatt ansteigen, ein Zuwachs von gewaltigen 65,7 Gigawatt über die nächsten zehn Jahre.
Die Analysten von Jefferies bringen es auf den Punkt:
„Wir interpretieren die Lastrevision als Ausdruck von Verzögerungen und Verschiebungen, NICHT als Schwäche der Nachfrage."
Kapazitätsengpässe drohen trotz Korrekturen
Die Situation bleibt angespannt. Selbst mit den reduzierten Prognosen wird der Markt bei den kommenden Kapazitätsauktionen voraussichtlich nicht genügend Strom bereitstellen können. Die Analysten erwarten, dass die Kapazitätspreise in den nächsten beiden Auktionen „komfortabel" das Maximum von etwa 530 Dollar pro Megawatt-Tag erreichen werden – selbst wenn PJM zusätzliche 10 Gigawatt beschaffen sollte.
Besonders bemerkenswert sind die regionalen Unterschiede: Während die Prognose für die Dayton Power and Light Zone um satte 27 Prozent angehoben wurde, sank sie für die American Electric Power Zone um 10,4 Prozent. Diese Verschiebungen spiegeln die ungleiche Verteilung des wirtschaftlichen Wachstums und der Ansiedlung energieintensiver Industrien wider.
Reformen in Sicht
Nachdem sich die PJM-Stakeholder im vergangenen Jahr nicht auf Reformen für die Integration von Großverbrauchern einigen konnten, wird der Vorstand des Netzbetreibers in den kommenden Wochen einen Weg nach vorne aufzeigen. Die amerikanische Energieinfrastruktur steht vor gewaltigen Herausforderungen – und die Zeit drängt.
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