
Atom-Koloss aus Dalian: Kommt Chinas vierter Flugzeugträger 2027?

China baut auf der Werft in Dalian mit hohem Tempo an seinem vierten Flugzeugträger, der mutmaßlich zum ersten Mal mit Atomkraft fahren soll. Neue Satellitenbilder deuten nach Einschätzung US-amerikanischer Analysten darauf hin, dass der Typ 004 schon 2027 zu Wasser gelassen werden könnte. Peking verfolgt damit ein klares Ziel: eine Hochseeflotte, die Chinas Macht weit über die eigenen Küsten hinausträgt.
Satellitenbilder entlarven den Baufortschritt
Die Einschätzung stammt vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington. Die Denkfabrik hat ihre Analyse am 27. Oktober aktualisiert. Den kommerziellen Satellitenaufnahmen vom Oktober 2026 zufolge befinde sich der Träger ungefähr auf dem Baustand, den sein Vorgänger Fujian im Mai 2021 erreicht hatte. Die Fujian lief rund ein Jahr später vom Stapel, im Juni 2022.
Bug und Heck seien laut CSIS weitgehend fertig. Gleichzeitig werde die Backbordseite des Rumpfes nach außen erweitert, damit dort später das Flugdeck Platz findet. Das Tempo ist beeindruckend: Erst Anfang 2025 tauchten die ersten vorgefertigten Rumpfteile im Trockendock auf. Nach nicht einmal zwei Jahren steht dort ein deutlich erkennbarer Schiffsrumpf.
Ein Datum mit Symbolkraft
Ein Stapellauf im Jahr 2027 hätte große symbolische Bedeutung. Am 1. August 2027 wird die Volksbefreiungsarmee 100 Jahre alt. Peking hat solche Jahrestage schon oft genutzt, um militärische Fortschritte vorzuführen. Öffentliche Zeitpläne nennt die chinesische Führung dagegen nie.
Die Analysten warnen allerdings vor zu sicheren Prognosen. Das Schiff ist größer, der Antrieb vermutlich viel komplexer, und unerwartete Probleme können jeden Plan verschieben. Auch nach dem Stapellauf vergehen noch Jahre mit Ausrüstung und Seeerprobung, bevor der Träger tatsächlich in Dienst geht.
Neun Träger bis 2035: Pekings Großmachtplan
Der Typ 004 ist nur ein Teil eines viel größeren Plans. Das US-Verteidigungsministerium ging in seinem China-Bericht für 2025 erstmals davon aus, dass Peking bis 2035 sechs weitere Flugzeugträger in Dienst stellen will. Am Ende hätte China dann neun Träger. Die US-Marine verfügt derzeit über elf.
Dafür müsste China nach CSIS-Einschätzung bald zwei Träger gleichzeitig bauen. Als zweiter Standort neben Dalian gilt vor allem die Jiangnan-Werft bei Shanghai, wo bereits die Fujian entstand. Ein Flugzeugträger fährt aber nie allein. Er braucht Zerstörer, Fregatten, Versorgungsschiffe und oft auch U-Boote als Begleitung. Auch diese Schiffe laufen in China derzeit in großer Zahl vom Stapel.
Der Typ 004 soll Berichten zufolge bis zu 120.000 Tonnen verdrängen. Damit läge er in der Größenordnung der amerikanischen Supercarrier. Mit Atomantrieb würde China nicht nur zahlenmäßig, sondern auch technologisch zu den USA aufschließen.
Was bedeutet das für Deutschland?
Auf den ersten Blick wirkt das alles weit weg. Es betrifft Deutschland aber direkt. Ein großer Teil der deutschen Exporte und Importe läuft über die Seewege im Indopazifik. Gleichzeitig ist die deutsche Industrie stark auf den chinesischen Markt und auf Lieferketten aus Fernost angewiesen. Eskaliert der Konflikt um Taiwan oder im Südchinesischen Meer, spüren das Unternehmen und Verbraucher hierzulande sehr schnell.
Die Bundesregierung setzt zwar auf wirtschaftlichen Druck und Abschreckung. Eine klare China-Strategie, die mehr ist als ein Papier, sehen Kritiker in Berlin bisher aber kaum. Die Welt rüstet auf, und die Machtverhältnisse verschieben sich spürbar. In solchen Zeiten setzen viele Sparer auf Gold und Silber, die seit Jahrhunderten als Krisenschutz gelten. Als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen können physische Edelmetalle Stabilität bringen, auch wenn sich in der Weltpolitik vieles ändert.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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