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Kettner Edelmetalle
31.08.2026
15:02 Uhr
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Bäckerei-Pleite im Norden: Wenn das Brötchen zum Luxus wird

Bäckerei-Pleite im Norden: Wenn das Brötchen zum Luxus wird
Symbolbild: KI-generiert

Die Bäckerei Michely aus Stuvenborn in Schleswig-Holstein hat Insolvenz angemeldet. Betroffen sind neun Filialen in Schleswig-Holstein und Hamburg sowie fast 100 Beschäftigte. Backstube und Verkaufsstellen bleiben vorerst geöffnet – doch der Fall ist weit mehr als eine lokale Firmenpleite.

Das Familienunternehmen wurde 2003 von Torben und Maren Michely gegründet, Zentrale und Backstube liegen in Stuvenborn. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Dr. Thilo Streck bestellt. Kündigungen sind derzeit nicht vorgesehen, die Löhne für August, September und Oktober sollen über das Insolvenzgeld abgesichert werden.

Energiepreise oben, Kaufkraft unten

Als Ursachen nennt der Verwalter vor allem gestiegene Energie- und Rohstoffkosten sowie ein verändertes Konsumverhalten: Die Kundschaft gebe schlicht nicht mehr so gerne Geld aus und greife häufiger zu billigerer Backware aus dem Discounter. Gegenüber der „Bild" habe sich Streck dennoch zuversichtlich gezeigt und Michely als guten Betrieb mit motivierter Mannschaft bezeichnet; einen größeren Stellenabbau erwarte er nicht.

Wer morgens den Ofen anwirft, zahlt für jede Kilowattstunde. Deutschland leistet sich im internationalen Vergleich außergewöhnlich hohe Strom- und Gaspreise – eine Folge politischer Weichenstellungen, die in den Chefetagen der Konzerne abgefedert werden können, in einer Backstube mit 100 Mitarbeitern aber direkt auf die Marge durchschlagen. Der Mittelstand trägt die Rechnung.

63 Insolvenzen in nur sechs Monaten

Der Fall Michely reiht sich ein in eine Welle. Im ersten Halbjahr 2026 meldeten laut Creditreform bundesweit 63 Bäckereien und Konditoreien mit eigener Herstellung Insolvenz an – 40 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der langfristige Trend ist noch dramatischer. Nach Zahlen des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks sank die Zahl der Handwerksbäckereien 2025 um 2,8 Prozent auf 8.659 Betriebe. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 12.155. In den vergangenen sechs Jahrzehnten schrumpfte die Zahl von rund 55.000 im alten Bundesgebiet auf den heutigen Stand.

  • Beschäftigte im Bäckerhandwerk 2025: rund 232.000 – 2015 waren es noch 275.200
  • Branchenumsatz 2025: 18,14 Milliarden Euro, ein Plus von 1,3 Prozent
  • Brotabsatz der privaten Haushalte 2025: rund 1.519.000 Tonnen, minus 1,4 Prozent

Der Umsatz steigt also nominal – aber nur, weil die Preise steigen. Verkauft wird weniger. Und die Konzentration nimmt zu: Laut Verbandsdaten erwirtschaften 7,3 Prozent der Betriebe bereits 76,1 Prozent des Umsatzes.

Ein Kulturgut unter Kostendruck

Ausgerechnet die deutsche Brotkultur, 2014 in das bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen, gerät damit zwischen die Mühlsteine. Über 3.000 Brotspezialitäten sind im deutschen Brotregister erfasst. Aufbackstationen im Discounter kennen davon eine Handvoll.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall Michely, was passiert, wenn Energiekosten, Bürokratie und Kaufkraftverlust gleichzeitig auf einen Handwerksbetrieb einwirken. Immerhin: 448 Neugründungen zählte der Zentralverband 2025 – ein Höchststand. Der Wille zum Handwerk ist da. Es sind die Rahmenbedingungen, die ihn erdrücken.

Die schleichende Entwertung des Ersparten trifft Sparer wie Unternehmer gleichermaßen. Wer sein Vermögen krisenfest aufstellen will, setzt traditionell auch auf physische Edelmetalle als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzprodukten. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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