280.000
Kunden
Sicherer
Versand
27.10.2026
06:43 Uhr
KI-generiert

Bahn-Kollaps auf Raten: Störungen treiben Verspätungen um 40 % hoch!

Bahn-Kollaps auf Raten: Störungen treiben Verspätungen um 40 % hoch!
Symbolbild: KI-generiert

Die Deutsche Bahn steckt tiefer in der Krise, als selbst Pessimisten befürchtet hatten. Nach Angaben von Philipp Nagl, Chef der Infrastruktursparte DB InfraGO, ist die Zahl der Verspätungen durch defekte Gleisanlagen 2026 um 40 Prozent gestiegen. Im Fernverkehr kommt derzeit fast jeder zweite Zug zu spät.

Das Netz zerfällt schneller, als die Bahn flicken kann

Wie Nagl der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte, hätten ein sehr kalter Winter und ein sehr heißer Sommer die Anlagen besonders stark belastet. Seine Analyse fällt bemerkenswert offen aus:

„Wenn man ganz Deutschland betrachtet, gehen die Weichen, Oberleitungen und Stellwerke im Moment immer noch schneller kaputt, als wir sie repariert bekommen.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt kann ihr eigenes Schienennetz nicht einmal mehr auf dem bisherigen Stand halten. Extreme Temperaturen beschädigten die Technik und verhinderten schnelle Reparaturen, so Nagl. Nach eigenen Angaben der Bahn sind in Deutschland bis heute Stellwerke aus der Kaiserzeit im Einsatz.

Pünktlichkeit im freien Fall

Die Zahlen lesen sich wie ein Krankenbericht. Im Januar fiel die Pünktlichkeit im Fernverkehr auf nur gut 52 Prozent. Schneeverwehungen und eingefrorene Weichen hatten den Verkehr in weiten Teilen Norddeutschlands tagelang lahmgelegt. Im April kletterte der Wert kurz auf 64,4 Prozent. Seit Juni liegt er laut Bahn-Statistik aber durchgehend unter 55 Prozent, im September bei 52,4 Prozent.

Zur Erinnerung: Als „pünktlich“ gilt ein ICE oder IC schon dann, wenn er weniger als sechs Minuten Verspätung hat. Der langfristige Abwärtstrend ist eindeutig:

  • 2023: 64 Prozent
  • 2024: 62,5 Prozent
  • 2025: 60,1 Prozent – ein neuer Tiefstand

Dazu kam im vergangenen Jahr ein Nettoverlust von 2,3 Milliarden Euro. Mehr Fahrgäste, mehr Verlust – unter einem gut geführten Unternehmen stellt man sich etwas anderes vor.

Palla schraubt die Ziele herunter

Bahn-Chefin Evelyn Palla ist seit Oktober 2025 im Amt und hat die Erwartungen früh gedämpft. Schnelle Besserung werde es wegen der maroden Infrastruktur nicht geben. Ihr erstes Ziel war deshalb, den Abwärtstrend zu stoppen. Danach sieht es derzeit nicht aus.

Im Juni kassierte Palla Medienberichten zufolge weitere Zusagen ihres Vorgängers. Statt der lange versprochenen 80 Prozent Pünktlichkeit gelten nun 69 bis 72 Prozent bis 2030. Die 80 Prozent sollen erst 2035 kommen, und laut Palla auch nur mit mehr Geld vom Staat.

Vertröstet bis 2029

Nagl hält trotz Kritik an den monatelangen Streckensperrungen fest, mit denen die Bahn ganze Korridore auf einmal saniert. Bis Ende kommenden Jahres wird Hannover–Berlin modernisiert, 2029 folgt Hamburg–Hannover. Erst danach würden die Züge bundesweit wieder pünktlicher, versprach er. Zugleich räumte er ein, dass die Strecke Hamburg–Berlin für den heutigen Andrang nie gebaut worden sei.

Jahrzehnte des Verschleißes – und die Rechnung zahlt der Bürger

Für viele Pendler ist das eine bittere Botschaft. Sie sollen noch Jahre auf eine Bahn warten, die schlicht funktioniert. Dabei stehen allein 2026 rund 23 Milliarden Euro an Bundesmitteln für die Sanierung bereit, finanziert auch über das schuldenfinanzierte Sondervermögen der Merz-Regierung.

Kritiker sehen darin das Ergebnis jahrzehntelanger politischer Versäumnisse. Die Politik hat Investitionen verschleppt, Prestigeprojekte gefeiert und Verantwortung von einem Minister zum nächsten weitergereicht. Bezahlen müssen das die Steuerzahler gleich doppelt: erst mit ihrem Geld, dann mit ihrer Zeit am Bahnsteig.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“