
Bali plant Finanz-Striptease für Urlauber: Kontoauszüge als Eintrittskarte ins Paradies

Was klingt wie eine dystopische Satire, könnte schon bald bittere Realität werden: Die indonesische Traumdestination Bali erwägt, künftig von jedem einreisenden Touristen die Offenlegung seiner Bankkonten zu verlangen. Der Gouverneur der Insel, Wayan Koster, treibt diesen Plan mit bemerkenswerter Entschlossenheit voran – und erntet dafür nicht nur Kopfschütteln, sondern auch scharfe Kritik.
Qualitätstourismus oder Klassenkampf am Strand?
Die Idee hinter dem Vorstoß ist so simpel wie fragwürdig: Bali möchte sich von sogenannten Billigtouristen befreien und stattdessen zahlungskräftigere Gäste anlocken. Urlauber sollen künftig nachweisen, wie viel Geld sie in den vergangenen drei Monaten auf ihrem Konto hatten. Zusätzlich müssten sie einen detaillierten Reiseplan vorlegen, der Aufenthaltsdauer und geplante Aktivitäten umfasst.
„Der Entwurf der Verordnung ist nahezu fertig", verkündete Koster gegenüber der staatlichen Nachrichtenagentur Antara. Ein ausreichendes finanzielles Polster sei ein zentrales Kriterium für den angestrebten Qualitätstourismus. Man wolle schließlich die Kontrolle behalten – ähnlich wie Indonesier sie bei Auslandsreisen selbst erlebten.
Gestrandete Touristen als Sicherheitsrisiko?
Die Begründung des Gouverneurs offenbart eine bemerkenswerte Sichtweise auf seine Gäste. Touristen sollten nicht mehrere Wochen auf Bali verweilen, wenn ihr Budget nur für wenige Tage reiche. „Wenn das Geld nur für eine Woche reicht, sollten sie nicht am Ende drei Wochen bleiben, gestrandet sein und kriminelle Aktivitäten begehen", erklärte Koster dem Portal Radar Bali. Offenbar gehen tatsächlich zahlreichen Besuchern nach der Einreise die Mittel aus.
Die Zahlen sprechen dabei eine andere Sprache: 2025 verzeichnete Bali mit 7,05 Millionen ausländischen Besuchern einen Rekordwert – ein Plus von 11,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr und der höchste Stand seit einem Jahrzehnt. Im Durchschnitt gibt jeder Tourist während seines Aufenthalts 391 US-Dollar aus. Die meisten Besucher stammen aus Australien.
Kritiker sprechen von absurden Plänen
Die praktische Umsetzung dürfte sich als erhebliche Hürde erweisen. Die Einwanderungsbehörden unterstehen der Zentralregierung in Jakarta, nicht den Provinzen. Ein balinesischer Abgeordneter bezeichnete die Pläne deshalb schlicht als „absurd". Wie genau Grenzbeamte Kontoauszüge aus aller Herren Länder prüfen und verifizieren sollen, bleibt ein Rätsel.
Der Vorstoß reiht sich ein in eine Serie fragwürdiger Initiativen Kosters. Erst im vergangenen Monat schlug er vor, Airbnb auf Bali zu verbieten – ein Plan, den das Tourismusministerium umgehend kassierte. Ob auch die Kontoauszug-Kontrolle dieses Schicksal ereilt, bleibt abzuwarten.
Strenge Gesetze verschärfen die Lage zusätzlich
Das Auswärtige Amt rät Reisenden ohnehin zur Vorsicht: Indonesien zählt zu den Ländern mit den strengsten Drogengesetzen weltweit. Seit Januar 2026 gilt zudem ein verschärftes Strafgesetz, das außerehelichen Geschlechtsverkehr sowie Blasphemie oder Beleidigung des Präsidenten noch härter ahndet als zuvor.
Sollte das Parlament zustimmen, könnte die Finanzoffenlegung noch in diesem Jahr in Kraft treten. Welcher Mindestbetrag dann auf dem Konto vorgewiesen werden muss, ließ Koster wohlweislich offen. Eines steht jedoch fest: Das vermeintliche Urlaubsparadies macht es seinen Gästen nicht gerade leichter, die Koffer zu packen.
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