
Beben im Nordosten: CDU fliegt erstmals aus einem Landtag!

Es ist ein Wahlabend, den die Union so schnell nicht vergessen wird. In Mecklenburg-Vorpommern holte die AfD am Sonntag laut vorläufigem Ergebnis 38,2 Prozent – die CDU landete bei 4,9 Prozent und verpasst erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in ein Landesparlament. In Berlin verlor sie parallel fast zehn Punkte.
38,2 Prozent – und trotzdem keine Macht
Die Zahlen aus Schwerin sind wuchtig: Die AfD legte um 21,5 Punkte zu, gewann 22 der 36 Wahlkreise direkt und stellt künftig 32 der 71 Abgeordneten. Die SPD von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kam auf 35,5 Prozent.
Doch rechnerisch bleibt der Wahlsieger außen vor: SPD, Linke und Grüne kommen zusammen auf 39 Sitze – genug für eine Mehrheit. Die AfD wäre damit alleinige Oppositionsfraktion. Auch das BSW scheiterte mit 4,8 Prozent knapp. Die Wahlbeteiligung stieg deutlich auf 78,1 Prozent.
Weidel erklärt die Union für erledigt
In der Bundespressekonferenz nutzte die AfD-Spitze den Triumph für eine Frontalattacke auf die Christdemokraten. Parteichefin Alice Weidel sagte:
Das zeigt auch hier ganz klar, dass wir die CDU als Volkspartei abgelöst haben.
Verantwortlich sei eine „unkluge Brandmauer-Politik“. Die CDU werde sich der Fünf-Prozent-Marke annähern und „nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen“, prognostizierte Weidel. Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kündigte an, alle Parteien zu Gesprächen einzuladen, rechnet aber selbst mit Rot-Rot-Grün unter Schwesig. Seine Partei beansprucht das Amt des Landtagspräsidenten und will einen Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik durchsetzen.
Berlin: Linke jubelt, SPD stürzt ins Bodenlose
In der Hauptstadt gewann die Linkspartei mit 25,7 Prozent und einem Plus von 13,4 Punkten klar – ihr bestes Berliner Ergebnis überhaupt. Die CDU fiel auf 18,8 Prozent, die SPD auf historisch schwache 12,1 Prozent, die Grünen auf 14,3 Prozent.
Die AfD verbesserte sich um 7,2 Punkte auf 16,3 Prozent und wurde drittstärkste Kraft. Spitzenkandidatin Kristin Brinker bezeichnete ihre Partei als einzige bürgerliche Kraft der Stadt mit deutlichen Zugewinnen und hob die Mobilisierung früherer Nichtwähler hervor. Wahlforscher von infratest dimap beziffern den Zustrom aus dem Nichtwählerlager zur AfD auf rund 61.000 Stimmen, aus dem CDU-Lager auf etwa 60.000. Für Aufsehen sorgte zudem der Wahlkreis Treptow-Köpenick 4: Dort setzte sich AfD-Kandidat Alexander Bertram mit 31,5 gegen 24,5 Prozent gegen CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers durch.
Und der Kanzler? Will bleiben
AfD-Chef Tino Chrupalla forderte den Rücktritt von Friedrich Merz; dieser sei „überfällig“. Die Wähler hätten steigende Energiepreise, die Ukraine-Politik und eine Rente mit 70 abgelehnt. Berichten zufolge will Merz trotz des von ihm selbst als „Desaster“ bezeichneten Ergebnisses an Amt und Reformkurs festhalten.
Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Lehre dieses Abends: Zwei Volksparteien schrumpfen, die politischen Ränder wachsen – und in Berlin wie Schwerin regieren am Ende Bündnisse, die von wirtschaftlicher Entlastung, bezahlbarer Energie und funktionierender Verwaltung bislang wenig geliefert haben. Wer politische Verlässlichkeit vermisst, denkt erfahrungsgemäß auch über die Stabilität seines Ersparten nach. Physische Edelmetalle können dabei als Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung dienen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.
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