
Beben im Westen: Wüsts NRW-CDU rutscht erstmals unter 30 Prozent!

Nun hat der Absturz auch die letzte Bastion der Union erreicht. In einer neuen Forsa-Umfrage für Nordrhein-Westfalen kommt die CDU von Ministerpräsident Hendrik Wüst nur noch auf 29 Prozent. So schwach war sie in dieser Legislaturperiode noch nie. Die AfD klettert dagegen auf 22 Prozent und damit auf ein Allzeithoch.
Brisant wird das Ganze durch Wüsts Rolle in Berlin. Der Düsseldorfer Regierungschef wird seit Monaten als möglicher Nachfolger von Kanzler Friedrich Merz gehandelt. Nun gerät ausgerechnet der Hoffnungsträger selbst in den Sog.
Zwölf Punkte weg in weniger als zwei Jahren
Wie tief der Fall ist, zeigt der Vergleich. Im Dezember 2024 maß dasselbe Institut für die NRW-CDU noch 41 Prozent. Bei der Landtagswahl 2022 holte sie 35,7 Prozent. Übrig ist davon ein Ergebnis, bei dem jeder CDU-Stratege nervös werden dürfte.
Forsa befragte laut den Angaben vom 7. bis 18. September 1.030 Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz liegt bei plus/minus 2,5 Prozentpunkten. Gewählt wird am 25. April 2027, und zum ersten Mal dürfen dann auch 16-Jährige ihre Stimme abgeben.
Der Kanzler als Klotz am Bein?
Medienberichten zufolge sieht Forsa-Gründer Manfred Güllner die Hauptursache in Berlin. Der traditionelle Landesbonus der NRW-CDU sei zwar weiter deutlich vorhanden. Er reiche aber nicht mehr aus:
„Dieser Bonus kann aber nicht mehr kompensieren, was der CDU durch den Parteivorsitzenden und Kanzler Friedrich Merz an Potenzial verloren geht.“
Die Werte sprechen eine deutliche Sprache. Nur noch 11 Prozent der Befragten in NRW, der Heimat des Kanzlers, zeigen sich mit Merz zufrieden. 87 Prozent sind unzufrieden. Wüst dagegen hält sich stabil: 46 Prozent Zufriedene stehen 37 Prozent Unzufriedenen gegenüber. Einen Ausweg bietet das dem Landesvater aber kaum. Geht er offen auf Distanz zum Kanzler, riskiert er nach Einschätzung des Meinungsforschers einen Großkonflikt, der ihm eher schaden würde.
Wer die Bilanz der Regierung Merz ansieht, wundert sich über den Frust wenig. Gebrochene Versprechen bei der Schuldenbremse, ein 500-Milliarden-Sondervermögen auf Kosten kommender Generationen und keine spürbare Wirtschaftswende: Für viele Bürger ist das nicht der Politikwechsel, den man ihnen im Wahlkampf versprochen hatte.
Schwarz-Grün rettet sich über die Ziellinie
Und nun die Ironie: Regieren könnte Wüst trotzdem weiter, und zwar dank der Grünen. Die legen auf 18 Prozent zu, ihren besten Wert seit knapp drei Jahren. Güllner spricht von einem „Zwischenhoch“, dessen Dauer offen sei.
Das Umfrage-Tableau im Überblick
- CDU: 29 Prozent
- AfD: 22 Prozent (2022: 5,4 Prozent)
- Grüne: 18 Prozent
- SPD: 14 Prozent
- Linke: 8 Prozent
- FDP: 3 Prozent
- Sonstige (inklusive BSW): 6 Prozent
Die AfD hat ihren Wert gegenüber der letzten Landtagswahl also rund vervierfacht. Die Querelen um den Landesparteitag und die Listenaufstellung im Juli scheinen ihr nicht geschadet zu haben. Fragt man nach einer Bundestagswahl, liegt sie in NRW mit 24 Prozent sogar vor der CDU mit 22 Prozent.
Einstige SPD-Herzkammer, Liberale vor dem Aus
Die SPD, die das Land an Rhein und Ruhr jahrzehntelang als ihr Stammland betrachtete, bleibt bei 14 Prozent. Das ist ihr Allzeittief, sie landet nur auf Platz vier. Die Linke würde erstmals seit 2010 wieder ins Parlament einziehen.
Bitter sieht es für die FDP aus. Nach 21 ununterbrochenen Jahren im Düsseldorfer Landtag droht der Rauswurf. Zuletzt verloren die Liberalen bereits ihre Mandate in Baden-Württemberg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Die Partei der Leistung und Eigenverantwortung verschwindet damit aus immer mehr Landtagen. Für die politische Mitte ist das kein gutes Zeichen.
Bis zum Wahltag sind es noch sieben Monate. Die Botschaft der Wähler an Berlin ist aber schon jetzt klar: Ein Kanzler mit elf Prozent Zustimmung zieht auch den stärksten Landesverband mit nach unten.
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