
Billionen-Rausch um KI: Wall-Street-Bosse streiten über die Blase!

Die Wall Street ist sich uneins wie lange nicht: Auf einem Finanzgipfel in Hongkong haben führende Vermögensverwalter Anfang November vor einer KI-Blase in Billionenhöhe gewarnt. Die Chefs der großen Investmentbanken halten dagegen und sehen den Boom erst am Anfang. Für Anleger bleibt die Frage, wer am Ende recht behält.
Pimco-Chef: „Dann wird alles zusammenbrechen“
Am deutlichsten wurde ausgerechnet Emmanuel Roman, Chef der Allianz-Tochter Pimco. Auf dem Global Financial Leaders' Investment Summit sagte er laut Bloomberg, die KI-Branche könne in den nächsten fünf Jahren jedes Jahr rund zwei Billionen Dollar an frischem Kapital brauchen. Zusammen wären das zehn Billionen Dollar. Irgendwann, so Roman, werde diese Summe schlicht zu groß.
„Irgendwann wird es einen Abschwung geben, und dann wird alles zusammenbrechen.“
Als mögliche Auslöser nannte er steigende US-Zinsen, einen Krieg im Nahen Osten oder eine neue Eurokrise. Das Pikante daran: Pimco hat den Boom bei KI-Anleihen 2025 selbst mit Milliarden befeuert. Rechtzeitig verkauft, Zinsrisiken abgesichert, auf spätere Emissionen verzichtet – so soll der Anleiheriese den Verlusten entgangen sein, die andere Investoren nach der Flut neuer Schuldtitel tragen mussten. Wenn der Wirt vor dem eigenen Ausschank warnt, sollte man genau hinhören.
Die Skeptiker-Front wächst
Roman steht nicht allein da. John Connaughton von Bain Capital sagte, es gebe „definitiv Blasen, die platzen werden“. Die Bewertungen seien schon jetzt sehr hoch. Entscheidend sei, ob die Konzerne mit ihren Milliardenausgaben jemals genug verdienen.
Franklin-Templeton-Chefin Jenny Johnson sieht den Zyklus an einem Punkt, an dem man sich frage, ob man schon zu weit gegangen sei. Die Hyperscaler hätten sich von schlanken Geldmaschinen mit wenig Kapitalbedarf zu Konzernen mit gewaltigen Investitionsausgaben gewandelt. Medienberichten zufolge drängen Tech-Riesen inzwischen sogar auf den Euro-Anleihemarkt. Meta bereite seine erste Euro-Anleihe vor.
Die Börse zeigt Nerven
An den Märkten sind die Zweifel längst angekommen. Der Nasdaq 100 verlor seit seinem Rekordhoch vom 6. Oktober in der Spitze knapp elf Prozent. Schneller wurde der Ausverkauf nach den Quartalszahlen von Meta, Alphabet, Microsoft und Amazon. Sie hatten neue Fragen aufgeworfen, ob sich die riesigen KI-Investitionen überhaupt rechnen.
Die Banker jubeln weiter
Ganz anders sieht man das bei den Investmentbanken. Morgan-Stanley-Chef Ted Pick hält langfristig zehn bis 15 Billionen Dollar an weltweiten KI-Investitionen für möglich. Allein die größten Hyperscaler könnten demnach jedes Jahr 800 Milliarden bis eine Billion Dollar ausgeben. Man stehe erst „im zweiten Inning eines Spiels mit neun Innings“, sagte Pick mit Blick auf den Baseball.
Doch selbst er räumt Risiken ein. Der Kapitalhunger der KI-Branche könnte andere Unternehmen vom Finanzierungsmarkt verdrängen und so das Wachstum in anderen Branchen bremsen. Goldman-Sachs-Chef David Solomon hält die Märkte zwar für bereit, den Bedarf zu decken. Er rechnet aber mit „Rückschlägen auf dem Weg“. Dass ausgerechnet die Banken am lautesten jubeln, die an Börsengängen und Anleihen kräftig mitverdienen, sehen Beobachter durchaus kritisch.
Déjà-vu mit Ansage?
Ältere Anleger kennen das Muster. Um die Jahrtausendwende versprach das Internet ebenfalls eine neue Ära, und die Bewertungen stiegen immer weiter. Dann platzte die Dotcom-Blase. Zwischen März 2000 und Oktober 2002 verlor der Nasdaq rund drei Viertel seines Werts. Die Technologie setzte sich am Ende durch, das Geld vieler Anleger aber war weg.
Ob der aktuelle Ausverkauf nur eine Korrektur ist oder der Anfang einer größeren Krise, hängt vor allem an einer Frage: Machen die Konzerne aus ihren Billionen-Investitionen tatsächlich Gewinne? Wer sein Vermögen nicht nur auf diese Wette setzen will, kann breiter streuen. Physisches Gold und Silber können dabei als krisenerprobte Beimischung helfen, weil sie von keinem Geschäftsmodell und keiner Schuldenlast abhängen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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