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29.10.2026
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Brandbrief an Bayerns Schulen: Kapern Linksextreme die Gen-Z-Demos?

Brandbrief an Bayerns Schulen: Kapern Linksextreme die Gen-Z-Demos?
Symbolbild: KI-generiert

Alarm aus dem Freistaat: Die Bayerische Informationsstelle gegen Extremismus (BIGE) hat sich mit einem Schreiben vom 26. Oktober an sämtliche Schulen in Bayern gewandt. Darin warnt die Behörde, linksextremistische Gruppen könnten sich unter die aktuellen Jugendproteste mischen. Anlass sind die bundesweiten „Gen Z regelt“-Demonstrationen an diesem Samstag, dem 31. Oktober 2026, die auch in München stattfinden sollen.

Legitimer Protest oder trojanisches Pferd?

Was die Behörde schildert, ist eine bekannte Masche. Demonstrationen zu Themen, die junge Menschen wirklich bewegen, würden laut dem Schreiben immer wieder von extremistischen Akteuren genutzt, um die eigene Agenda voranzutreiben und Einfluss zu gewinnen. Lehrer und Schulleitungen sollten deshalb genau hinschauen: Wo endet ehrliches Engagement, wo beginnt gezielte Einflussnahme?

Die Behörde wird dabei deutlich. Ziel der linksextremistischen Szene sei es, die vom Grundgesetz vorgegebene Staats- und Gesellschaftsordnung zu beseitigen und durch ein sozialistisches oder kommunistisches Modell zu ersetzen. Teile dieser Szene klinkten sich deshalb regelmäßig in Veranstaltungen ein, die selbst gar nicht extremistisch seien.

Von der Wehrpflicht bis Fridays for Future

Als Beispiel nennt das Schreiben die Proteste unter dem Motto „Schulstreiks gegen die Wehrpflicht“, die seit Anfang Dezember 2025 in Bayern laufen. In München hätten dem Bündnis „Nein zur Wehrpflicht“ mehrere Gruppen angehört, die die Behörde als linksextremistisch oder linksextremistisch beeinflusst einstuft. Auch bei früheren Aktionen von „Fridays for Future“ seien solche Organisationen vereinzelt aufgetaucht.

Ähnliches befürchten die Extremismus-Experten nun beim Aktionstag unter dem Hashtag „#genzregelt“. Es bestehe die Möglichkeit, dass linksextremistische Gruppierungen sich aktiv beteiligen, heißt es. Die Behörde nennt dabei Namen und zeigt die Logos der Gruppen, darunter:

  • die Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend (SDAJ München)
  • die Deutsche Kommunistische Partei (DKP)
  • die Freie Deutsche Jugend
  • „In Aktion gegen Krieg und Militarismus“
  • die Offenen antikapitalistischen Klimatreffen München
  • das Internetmedium klassegegenklasse.org

Wer mehr wissen will, wird auf den Verfassungsschutzbericht 2025 und die Internetseite der BIGE verwiesen. Bei Fragen können sich Schulen direkt an die Behörde wenden.

Der Funke aus Frankreich

Das Timing ist kein Zufall. Medienberichten zufolge versteht sich „Gen Z regelt“ als Antwort auf die Schülerproteste in Frankreich. Dort waren Jugendliche gegen den Sparkurs der Regierung, marode Schulgebäude und Lehrermangel auf die Straße gegangen. Teilweise schlugen die Proteste nach Berichten in Gewalt um. In Deutschland sind am Samstag Kundgebungen in mehr als 20 Städten angekündigt, die Organisatoren fordern mehr Geld für Bildung, Gesundheit und Soziales.

Auch die Union hatte schon vor Tagen gewarnt, Linksextreme könnten die Proteste vereinnahmen. Polizei und Behörden in München haben sich nach Medienberichten auf den Demo-Samstag vorbereitet.

Wer schützt die Schüler?

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Brief vor allem eines: Bayern nimmt die Gefahr von links ernst, und das ist längst nicht selbstverständlich. Viel zu lange hat sich die Politik in Deutschland fast nur auf eine Richtung des Extremismus konzentriert. Wenn Organisationen, die der Verfassungsschutz im Blick hat, Fünfzehnjährige über Schulstreiks anwerben, dann ist das kein Randproblem. Es geht um die Köpfe der nächsten Generation.

Für die vielen jungen Menschen, die aus ehrlicher Sorge um marode Schulen oder ihre eigene Zukunft demonstrieren, ist die Warnung eine Chance. Wer weiß, wer neben ihm marschiert, lässt sich nicht so leicht vor einen fremden Karren spannen. Wer am Samstag mitläuft, sollte also genau hinsehen, welche Fahnen neben ihm wehen.

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