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Kettner Edelmetalle
17.02.2026
19:09 Uhr

Brandgefahr bei Mercedes: Fast 12.000 Elektrofahrzeuge zurückgerufen

Was passiert, wenn man 70.000 Euro oder mehr für ein schickes Elektrofahrzeug ausgibt – und dieses sich dann spontan selbst entzünden kann? Genau diese unangenehme Frage müssen sich nun knapp 12.000 Besitzer von Mercedes-Benz Elektromodellen stellen. Der Stuttgarter Premiumhersteller hat einen massiven Rückruf eingeleitet, der die gesamte EQB-Baureihe betrifft. Der Grund: fehlerhafte Batteriezellen, die sowohl während der Fahrt als auch im geparkten Zustand in Flammen aufgehen können.

Chinesische Batteriezellen als Brandherd

Die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA veröffentlichte am 12. Februar eine Sicherheitswarnung, die es in sich hat. Betroffen sind insgesamt 11.895 Fahrzeuge – darunter 1.708 Mercedes-Benz EQB 350 4Matic der Modelljahre 2022 bis 2024, 3.674 EQB 250+ Hybrid-Kompakt-SUVs der Jahrgänge 2023 und 2024 sowie 6.513 EQB 300 4Matic aus den Jahren 2022 bis 2024. Ein interner Kurzschluss in der Hochvoltbatterie könne zu einem thermischen Zwischenfall führen, so die Behörde.

Besonders pikant: Die verbauten Lithium-Ionen-Batterien stammen vom chinesischen Hersteller Farasis Energy mit Produktionsstätten im südostchinesischen Ganzhou. Einmal mehr zeigt sich, welche Risiken die Abhängigkeit europäischer Automobilhersteller von chinesischen Zulieferern birgt. Dass ausgerechnet Mercedes-Benz – einst Inbegriff deutscher Ingenieurskunst und Qualität – bei einer so sicherheitskritischen Komponente wie der Batterie auf einen chinesischen Lieferanten setzt, dürfte manchen Traditionalisten die Zornesröte ins Gesicht treiben.

Software-Update versagte kläglich

Die Geschichte wird noch brisanter. Mercedes-Benz hatte bereits nach ersten Brandfällen – darunter ein EQB, der sich Anfang 2024 vor einem Händler in Malaysia während des Ladevorgangs entzündete – ein Software-Update ausgerollt, das das Problem beheben sollte. Doch im November 2025 gingen zwei weitere Fahrzeuge in Europa in Flammen auf, obwohl sie das vermeintliche Sicherheitsupdate bereits erhalten hatten. Ein Software-Pflaster auf ein Hardware-Problem – man könnte fast meinen, hier wurde nach dem Prinzip Hoffnung gearbeitet.

Mercedes-Benz räumte schließlich ein, dass die Wirksamkeit des Software-Updates „nicht für alle betroffenen Fahrzeuge vollständig bestätigt werden" könne. Eine bemerkenswert diplomatische Formulierung für das Eingeständnis, dass die vermeintliche Lösung schlicht nicht funktioniert hat. Im Dezember 2025 und Januar 2026 begann der Konzern gemeinsam mit dem Batterielieferanten, Batteriepakete und Zellen zu zerlegen und zu testen. Auch eine Vor-Ort-Inspektion der Produktionsmethoden bei Farasis Energy wurde durchgeführt.

Besitzer sollen draußen parken

Die Empfehlungen an die betroffenen Fahrzeughalter lesen sich wie eine Realsatire auf die vermeintliche Zukunftstechnologie: Man solle sein Fahrzeug nur noch auf 80 Prozent laden und es – man höre und staune – vorsichtshalber im Freien parken. Wer also sein teures Elektro-SUV in der heimischen Garage abstellt, lebt offenbar gefährlich. So viel zum Thema „Premium-Erlebnis".

In den USA sind bislang zwei Fahrzeugbrände dokumentiert, die nachweislich auf die fehlerhaften Batteriezellen zurückzuführen seien. Mercedes-Benz hat angekündigt, die Batteriepakete der betroffenen Fahrzeuge in autorisierten Werkstätten kostenlos auszutauschen. Fahrzeuge, die nach dem 31. Juli 2024 produziert wurden, sollen von dem Problem nicht mehr betroffen sein, da die Produktionsverfahren inzwischen angepasst worden seien. Die Benachrichtigung der Fahrzeughalter soll ab dem 27. Februar erfolgen.

Ein Symptom des überhasteten Elektro-Umbaus

Dieser Rückruf ist mehr als nur ein isolierter Qualitätsmangel – er ist ein Symptom für den ideologisch getriebenen Umbau der Automobilindustrie. Jahrzehntelang war der deutsche Verbrennungsmotor das Maß aller Dinge, ein Exportschlager, der Wohlstand und Arbeitsplätze sicherte. Dann kam die politisch verordnete Elektrowende, befeuert von Klimazielen und EU-Regulierungen, die Hersteller in einen Wettlauf zwangen, bei dem Geschwindigkeit offenbar wichtiger war als Gründlichkeit.

Dass nun ausgerechnet Mercedes-Benz – jene Marke, die den Stern als Symbol für Sicherheit und Zuverlässigkeit führt – Fahrzeuge zurückrufen muss, weil deren Batterien sich spontan entzünden können, sollte jedem zu denken geben, der die Elektromobilität als alternativloses Allheilmittel preist. Die Abhängigkeit von chinesischen Batterieherstellern, die mangelnde Langzeiterfahrung mit der Technologie und der enorme politische Druck, möglichst schnell möglichst viele E-Fahrzeuge auf den Markt zu bringen – all das rächt sich nun.

Während die Politik weiterhin Milliarden in die Subventionierung der Elektromobilität pumpt und gleichzeitig den bewährten Verbrenner an den Pranger stellt, zeigt die Realität ein anderes Bild. Vielleicht wäre es an der Zeit, technologische Entscheidungen wieder den Ingenieuren zu überlassen – und nicht den Ideologen in Brüssel und Berlin.

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