
Brandt-Witwe rechnet mit SPD ab und fordert CDU zur Öffnung Richtung AfD auf
Es sind Worte, die wie ein politisches Erdbeben durch die Berliner Republik hallen. Ausgerechnet Brigitte Seebacher, die Witwe des legendären SPD-Kanzlers Willy Brandt, hat ihrer eigenen ehemaligen Partei ein vernichtendes Zeugnis ausgestellt – und dabei einen Tabubruch gewagt, der die politische Landschaft nachhaltig verändern könnte. In einem Gastbeitrag für die Welt rät die 79-jährige Historikerin der CDU unmissverständlich, sich nicht länger an die „dahinsiechende" SPD zu ketten, sondern eine Zusammenarbeit mit der AfD ernsthaft in Betracht zu ziehen.
Eine Partei, die über ihr eigenes Ende rätselt
Der Anlass für Seebachers bemerkenswerte Intervention sind die anstehenden Koalitionsverhandlungen in Rheinland-Pfalz, wo die CDU als klarer Wahlsieger hervorging, während die SPD um rund zehn Prozentpunkte einbrach. Seebacher warnt die Christdemokraten eindringlich: Bündnisse mit einer Partei, die intern darüber rätsele, „wer das Licht ausmacht oder sich die Überreste aneignet", könnten nicht von Dauer sein. Man muss sich diese Formulierung auf der Zunge zergehen lassen. Hier spricht nicht irgendeine politische Kommentatorin – hier spricht die Frau, die dem Übervater der modernen Sozialdemokratie am nächsten stand.
Und dann der entscheidende Satz, der wie ein Paukenschlag wirkt: Die Hürden einer „Öffnung nach rechts" seien zwar hoch, aber nicht in Stein gemeißelt. Wenn sich alles bewege, bewegten sich auch die Parteien. Deutlicher kann man eine Empfehlung zur Zusammenarbeit mit der AfD kaum formulieren, ohne den Namen der Partei explizit zu nennen.
Vom Arbeiter zum Sozialarbeiter – der fatale Wandel der SPD
Seebachers Analyse des sozialdemokratischen Niedergangs ist so schonungslos wie präzise. Die SPD habe außer der Berufung auf ihre Tradition und dem Kümmern um Sozialhilfeempfänger nicht mehr viel zu bieten. Die einstige Arbeiterpartei habe den Kontakt zum arbeitenden Volk vollständig verloren. Zwar sei der klassische Arbeiter „mit Helm, Kelle, verrußtem Gesicht und solidarischem Instinkt" ausgestorben – nicht aber das arbeitende Volk selbst. Von diesem jedoch hätten die „wechselnden Bürokraten an der Spitze der schrumpfenden SPD" nichts wissen wollen.
Besonders scharf geht Seebacher mit der ideologischen Verengung der Partei ins Gericht. Die Vorstellung, man müsse hinter jeden Notleidenden – „ob mit oder ohne Hang zur Gewalttätigkeit" – einen Sozialarbeiter stellen, habe die einstige Vision einer besseren Gesellschaft ersetzt und all jene verärgert, die mit eigener Hände Arbeit oder eigenem Kopf für sich selbst sorgten. Eine Beobachtung, die weit über die SPD hinausweist und den Kern dessen trifft, was in der deutschen Politik seit Jahren schiefläuft.
Veganer Ministerpräsident auf dem Wurstmarkt
Mit feiner Ironie nimmt Seebacher auch den abgewählten rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Alexander Schweitzer aufs Korn. Dessen vegane Ernährungsweise sei symptomatisch für die Entfremdung der SPD von ihrer Basis. Wie das auf dem traditionellen Wurstmarkt in Bad Dürkheim ankomme, könne man sich denken. Es ist ein Bild, das mehr sagt als tausend Parteiprogramme: Eine Partei, deren Spitzenpersonal sich in „politischer Korrektheit mustergültig" verhält, während die Menschen draußen im Land ganz andere Sorgen plagen.
Ein überfälliger Denkanstoß für die deutsche Politik
Was Brigitte Seebacher hier ausspricht, denken mittlerweile Millionen Deutsche. Die sogenannte „Brandmauer" gegen die AfD, jenes politische Konstrukt, das jede Zusammenarbeit mit der zweitstärksten politischen Kraft im Land kategorisch ausschließt, wird zunehmend zum demokratischen Problem. Wie lange kann eine Volkspartei wie die CDU es sich leisten, die Wünsche und Sorgen eines erheblichen Teils der Wählerschaft schlicht zu ignorieren?
Die Große Koalition unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil, die seit Mai 2025 im Bund regiert, zeigt bereits jetzt deutliche Ermüdungserscheinungen. Das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen, das kommende Generationen mit Schulden belastet, die explodierende Kriminalität, die ungelöste Migrationsfrage – all diese Probleme werden durch das Festhalten an einer Partnerschaft mit der SPD nicht gelöst, sondern verschleppt. Seebacher hat recht: Parteien sind nicht für die Ewigkeit gemacht. Und politische Tabus erst recht nicht.
Dass ausgerechnet die Witwe Willy Brandts – jenes Mannes, der mit seiner Ostpolitik selbst einst Tabus brach – nun den Mut aufbringt, das Undenkbare auszusprechen, verleiht ihrer Forderung ein besonderes Gewicht. Die Frage ist nicht mehr, ob die Brandmauer fällt, sondern wann. Und ob die CDU den Mut aufbringt, die Realitäten anzuerkennen, bevor es zu spät ist – für die Partei und für das Land.

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