
Brüssel dreht am Strompreis-Rad: EU plant Steuersenkungen im Schatten des Iran-Krieges

Während die geopolitischen Verwerfungen im Nahen Osten die Energiemärkte in Aufruhr versetzen, greift die Europäische Kommission zu einem Instrument, das man in Brüssel sonst eher scheut wie der Teufel das Weihwasser: Steuersenkungen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte nach einem Treffen des Europäischen Rates in Brüssel an, die Stromsteuern senken und gezielte Subventionen einführen zu wollen, um Verbraucher und Industrie vor den explodierenden Energiekosten zu schützen.
Deutschland: Spitzenreiter bei den Strompreisen – wie gewohnt
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Im ersten Halbjahr 2025 lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis in der EU bei 28,72 Euro pro 100 Kilowattstunden. Doch dieser Durchschnitt verschleiert die dramatischen Unterschiede innerhalb des Binnenmarktes. Deutschland führt die traurige Rangliste mit 38,35 Euro pro 100 kWh an – gefolgt von Belgien und Dänemark. Am anderen Ende der Skala finden sich Ungarn, Malta und Bulgarien mit den niedrigsten Preisen. Man fragt sich unwillkürlich: Wie konnte es so weit kommen, dass die größte Volkswirtschaft Europas ihren Bürgern und Unternehmen die höchsten Stromrechnungen des Kontinents zumutet?
Die Antwort liegt auf der Hand. Jahrelange ideologiegetriebene Energiepolitik, der überhastete Atomausstieg und eine geradezu obsessive Fixierung auf erneuerbare Energien haben Deutschland in eine Abhängigkeit manövriert, die sich nun bitter rächt. Während Frankreich seine Kernkraftwerke am Netz hält und davon profitiert, zahlen deutsche Haushalte und Industriebetriebe den Preis für politische Fehlentscheidungen, die unter dem Deckmantel des Klimaschutzes getroffen wurden.
Der Iran-Konflikt als Preistreiber
Von der Leyen betonte, dass die unmittelbare Auswirkung des Konflikts auf Europa weniger in physischen Versorgungsengpässen bestehe, sondern vielmehr in steigenden Energiepreisen. Die EU habe ihre Gasversorgung zwar diversifiziert – Norwegen lieferte 2025 mit 31,1 Prozent den größten Anteil, gefolgt von den USA mit 25,4 Prozent, Russland mit 13,1 Prozent und Nordafrika mit 12,8 Prozent –, doch die Preisvolatilität trifft den Kontinent dennoch mit voller Wucht.
Bemerkenswert ist dabei, dass Russland trotz aller Sanktionsrhetorik und politischer Distanzierung immer noch über 13 Prozent der europäischen Gasimporte stellt. Ein Umstand, der die Doppelmoral der europäischen Energiepolitik einmal mehr entlarvt. Gleichzeitig haben sich die US-amerikanischen LNG-Lieferungen seit 2021 verdreifacht – die Vereinigten Staaten lieferten zuletzt fast 58 Prozent des gesamten in die EU importierten Flüssiggases. Europa hat seine Abhängigkeit also nicht beseitigt, sondern lediglich verlagert.
Stromsteuer: Ein absurdes Missverhältnis
Besonders aufschlussreich ist von der Leyens Eingeständnis, dass Strom in manchen EU-Staaten bis zu 15-mal höher besteuert wird als Gas. „Das kann nicht sein", räumte die Kommissionspräsidentin ein. In der Tat: Wer einerseits die Elektrifizierung von Verkehr, Heizung und Industrie propagiert, andererseits aber Strom steuerlich massiv benachteiligt, betreibt eine Politik, die an Absurdität kaum zu überbieten ist. Der Anteil von Steuern und Abgaben am Strompreis stieg von 24,7 Prozent im zweiten Halbjahr 2024 auf 27,6 Prozent in den ersten Monaten 2025 – obwohl die Vorsteuerpreise sogar leicht sanken. Der Staat greift also immer tiefer in die Taschen der Bürger.
Emissionshandel auf dem Prüfstand
Auch das europäische Emissionshandelssystem (ETS) gerät zunehmend unter Beschuss. Das System, das Unternehmen zum Kauf von Zertifikaten für jede ausgestoßene Tonne CO₂ verpflichtet, wird von der Industrie als massiver Kostentreiber kritisiert. Von der Leyen versuchte sich in einem Balanceakt: Einerseits habe das ETS die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduziert und Investitionen in saubere Energie angestoßen, andererseits hätten die Preisschwankungen bei den Emissionszertifikaten berechtigte Sorgen in der Industrie ausgelöst.
Der italienische Industrieminister Adolfo Urso ging deutlich weiter und brachte eine vollständige Aussetzung des ETS als „Notfallmaßnahme" ins Spiel, sollte keine schnelle Einigung auf Reformen erzielt werden. Nach Schätzungen der Industrie könnte die Abschaffung des Systems die Strompreise um 25 bis 30 Euro pro Megawattstunde senken. Eine Zahl, die aufhorchen lässt – und die zeigt, welchen Preis die europäische Klimapolitik tatsächlich hat.
Reformen bis Juli – oder doch nur leere Versprechen?
Die EU-Kommission will die Überprüfung bis Juli abschließen. Doch die Mitgliedstaaten sind tief gespalten über das Ausmaß der notwendigen Reformen. Einige Regierungen plädieren für eine Ausweitung kostenloser Emissionszertifikate für die Industrie, andere wollen am bestehenden System festhalten. Es wäre nicht das erste Mal, dass ambitionierte Brüsseler Zeitpläne an der Realität nationaler Interessenkonflikte scheitern.
Für den deutschen Bürger und die deutsche Industrie bleibt die Lage prekär. Die neue Große Koalition unter Friedrich Merz hat zwar versprochen, die Wirtschaft zu stärken, doch das 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 werden die finanzielle Belastung eher steigern als senken. In Zeiten, in denen geopolitische Krisen die Energiepreise in die Höhe treiben, wäre eine grundlegende Kurskorrektur in der Energiepolitik dringender denn je. Stattdessen doktert man in Brüssel an Symptomen herum, während die eigentliche Krankheit – eine ideologisch verblendete Energiewende ohne tragfähiges Fundament – unbehandelt bleibt.
Wer sein Vermögen in diesen unsicheren Zeiten schützen möchte, sollte über eine breite Diversifikation nachdenken. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher in Krisenzeiten bewährt und können als sinnvolle Ergänzung eines breit aufgestellten Portfolios dienen, um der schleichenden Entwertung durch Inflation und politische Fehlentscheidungen entgegenzuwirken.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener, sorgfältiger Recherche getroffen werden. Für individuelle Anlageentscheidungen ist jeder Leser selbst verantwortlich. Wir übernehmen keine Haftung für finanzielle Verluste, die aus der Umsetzung der hier dargestellten Informationen resultieren könnten.

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