Telefonisch Mo–Fr 8–20 Uhr erreichbar
280.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
29.07.2026
06:56 Uhr

Brüssels Stromträume: Wie die EU einen ganzen Kontinent unter Spannung setzen will – und dabei die Industrie abschaltet

Brüssels Stromträume: Wie die EU einen ganzen Kontinent unter Spannung setzen will – und dabei die Industrie abschaltet

Es klingt wie ein Werbeslogan aus der Feder eines Energieversorgers: Europa soll der erste vollständig elektrifizierte Kontinent der Welt werden. Die EU-Kommission hat ihren sogenannten Elektrifizierungsaktionsplan Mitte Juli konkretisiert und wirft dabei mit Zahlen um sich, die auf dem Papier großartig aussehen und in der physikalischen Realität schlicht nicht existieren. Ein erfahrener Diplom-Ingenieur für Kraftwerksanlagen und Energieumwandlung hat sich diese Pläne angesehen – und kommt zu einem Urteil, das man in Brüssel ungern hören dürfte: Das sei kaum möglich.

Von 23 auf 32 Prozent in vier Jahren – die Mathematik der Wunschzettel

Der Stromanteil am gesamten Endenergieverbrauch soll binnen vier Jahren von 23 auf 32 Prozent hochgezogen werden, bis 2040 gar auf 46 Prozent. Dazu sollen jährlich 260 Milliarden Euro an fossilen Importen eingespart werden. Beeindruckende Ziffern – nur dass sie, so der Fachmann, kaum von seriösen Berechnungen gedeckt seien, sondern eher am grünen Tisch entstanden sein dürften. Verbindlich beschlossen sei bislang ohnehin nichts. Man befinde sich im Stadium der Konsultationen, Richtlinienänderungen und Gesetzesinitiativen sollen folgen. Übersetzt: Die Bürokratiemaschine wärmt sich erst auf.

Das eigentliche Problem liegt tiefer. Elektrifizierung sei eben nicht bloß mehr Stromproduktion. Anders als in den Sektoren Wärme und Verkehr müssten im Stromnetz Erzeugung und Verbrauch sekundengenau übereinstimmen. Das erfordere einen massiven Netzausbau auf allen Spannungsebenen, eine Vervielfachung grenzüberschreitender Leitungen und Speicherkapazitäten in gigantischem Umfang. Zur Erinnerung: Der Neubau einer bloßen 110-Kilovolt-Ebene – noch nicht einmal eine der großen Stromautobahnen – dauere heute acht bis zwölf Jahre. Windräder und Photovoltaik-Freiflächen stehen nach drei bis fünf Jahren. Wer glaubt, dass das Netz diesen Rückstand jemals aufholt, solange der Ausbau der Zufallsenergien absolute Priorität genießt, der glaubt auch an die Kostenwahrheit der Energiewende.

Ein Kontinent, viele Wirklichkeiten

Besonders entlarvend ist der Blick auf die Mitgliedsstaaten. Schweden mit gut zehn Millionen Einwohnern, wenig Schwerindustrie, reichlich Wasserkraft, Biomasse, Wind und einem erneuerten Kernkraftwerkspark könne solche Ziele durchaus erreichen. Frankreich ebenso. Kohlelastige Länder wie Polen, Tschechien oder Griechenland hingegen kaum – dort wirke der Einstieg in die Kernenergie erst ab den 2030er-Jahren, und die verfügbaren Naturenergien seien überschaubar. Brüssel aber presst alle in dasselbe Korsett. Zentralstaatliche Steuerung, wo Vielfalt herrscht: ein Prinzip, das bislang nie funktioniert hat und auch künftig nicht funktionieren wird.

Wasserstoff: Vom Hoffnungsträger zur Stromvernichtungsanlage

Und die Speicher? Batterien glätten den Tagesgang, mehr nicht. Für die saisonale Lücke soll grüner Wasserstoff einspringen. Dessen Wirkungsgrad in der Stromspeicherung sinkt über die vielen Verfahrensschritte auf unter 25 Prozent.

Man müsse hier weniger von Stromspeicherung als von Stromverschwendung sprechen.

Der Import via Ammoniak aus den Sonnenländern der Welt schaffe zudem neue Abhängigkeiten – von Staaten, die politisch instabil seien und deren Menschenrechtslage nicht unseren Vorstellungen entspreche. Ironie der Geschichte: Das eigene Lieferkettengesetz könnte solche Importe blockieren, die EU-Methanverordnung obendrein. Man legt sich also selbst Fußangeln und wundert sich anschließend über den eigenen Stolperschritt. Wer die Lieferkrisen und Preissprünge bei Öl und Gas im Zuge der Kriege in der Ukraine und im Iran erlebt hat, sollte eigentlich gelernt haben, wohin blinde Abhängigkeit führt.

Deutschland: Ohne Subventionen bricht das Licht aus

Nirgends ist die Groteske größer als hierzulande. Windkraft wird seit 1991 subventioniert – und neue Anlagen für weitere 20 Jahre. Ein Vierteljahrhundert Förderung, und noch immer nicht marktfähig. Subventioniert werden müssen inzwischen auch Ersatzkraftwerke, Reservekraftwerke, „besondere technische Betriebsmittel“ und Netzbooster. 2026 kommen staatlich gestützte Netzentgelte und ein subventionierter Industriestrompreis hinzu. Der Befund des Ingenieurs ist vernichtend: Entziehe man dem deutschen Stromsystem die staatlichen Gelder, würde es zusammenbrechen.

Und weil Atom- und Kohleausstieg gleichzeitig durchgezogen wurden, müssen nun in großer Zahl neue Gaskraftwerke entstehen. Wärmepumpen sollen Gasheizungen ersetzen – und werden im Winter, wenn die Sonne Pause macht, mit Strom aus Gaskraftwerken betrieben. Man ersetzt also Gas durch Gas, nur mit mehr Umwandlungsverlusten, mehr Technik und höheren Kosten. Im Sinne der Kommission dürfte das kaum sein.

Die Rechnung zahlt der Bürger, die Fabriken gehen

Zu den Kosten schweigt Brüssel beharrlich. Über verknappte und verteuerte Emissionszertifikate wächst der Wettbewerbsnachteil gegenüber der außereuropäischen Konkurrenz, was die Abwanderung energieintensiver Industrie begünstigt. Messbaren Klimaerfolg gibt es keinen – ein Monitoring, das Kosten und tatsächlich verhinderten Temperaturanstieg gegenüberstellt, existiert nicht. Verantwortungsvolle Politik sähe anders aus. Während Deutschland traditionell freiwillig eine Schippe drauflegte, gehen andere Länder eher mediterran mit den Vorgaben um. Die EU ist groß, Brüssel ist weit.

Der Rest der Welt elektrifiziert übrigens auch – durch Automatisierung, Künstliche Intelligenz, E-Mobilität. Nur überlässt man dort die Entscheidung Marktakteuren, die die wirtschaftlich sinnvollste Variante wählen. In der EU regieren Verbot und Subvention. Marktgetriebene Investitionen im Energiesystem sind zur Ausnahme geworden.

Fazit: Teurer Strom ist keine Zukunft

Preiswerte Energie sei Voraussetzung für gutes Wirtschaften, für Wohlstand, für ein gutes Lebensniveau. Genau diese Voraussetzung wird planmäßig demontiert – von einer Kommission mit Zentralstaatsambitionen und einer Bundesregierung, die brav folgt, obwohl der Kanzler Entlastung und Bürokratieabbau versprochen hatte. Ein Licht am Horizont sei nicht zu erkennen. Man möchte ergänzen: Es könnte auch daran liegen, dass man die Glühbirne abgeschafft hat.

Wer angesichts einer Energiepolitik, die Wohlstand in Fördertöpfe umleitet, über die Sicherung des eigenen Vermögens nachdenkt, kommt an der Frage nach substanzieller, physisch greifbarer Wertaufbewahrung nicht vorbei. Gold und Silber lassen sich nicht per Richtlinie entwerten und nicht per Verordnung abschalten – als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio waren Sachwerte in Zeiten politischer Experimente stets die nüchternere Wahl.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt die Einschätzung unserer Redaktion dar und ersetzt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Wir erbringen keine Anlageberatung und geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen für Finanzinstrumente ab. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für steuerliche oder rechtliche Fragen wenden Sie sich bitte an einen Steuer- oder Rechtsberater. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen