
Bundespräsidentenwahl 2027: Union laviert bei Frauenfrage – Linnemann fordert radikalen Beamtenabbau
Die Nachfolge von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier wirft bereits ihre Schatten voraus. CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann zeigt sich in einem Interview mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe auffallend unverbindlich, wenn es um die Frage geht, ob die Union eine Frau für das höchste Staatsamt nominieren wird. Seine Aussage, dies sei "völlig offen", aber "ein gutes Signal", klingt nach typischem Politikersprech – viel Rauch um nichts.
Gauck als Vorbild – von der Leyen als Phantom
Interessant wird es, wenn Linnemann über das ideale Profil eines Bundespräsidenten philosophiert. Joachim Gauck habe Debatten angefacht und sei nicht abgehoben gewesen, schwärmt der CDU-Generalsekretär. Die Menschen hätten gespürt, dass er das normale Leben kenne. Eine bemerkenswerte Aussage, bedenkt man, dass Gauck mit seinen oft polarisierenden Äußerungen durchaus für Kontroversen sorgte – etwas, was man vom amtierenden Bundespräsidenten Steinmeier wahrlich nicht behaupten kann.
Die Spekulationen um EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen als mögliche Kandidatin wischt Linnemann geschickt vom Tisch. Sie habe bereits selbst abgewunken, betont er. Man fragt sich allerdings, ob hier nicht bereits hinter den Kulissen die Weichen gestellt werden. Von der Leyen, die in Brüssel nicht gerade durch überzeugende Leistungen glänzt, als deutsche Bundespräsidentin? Der Gedanke allein lässt einen erschaudern.
Radikaler Kahlschlag im Beamtenapparat
Deutlich konkreter wird Linnemann bei einem anderen Thema: dem aufgeblähten Beamtenapparat. Seine Forderung klingt radikal und ist längst überfällig. Verbeamtungen sollen nur noch dort stattfinden, wo ein besonderes Treueverhältnis zum Staat bestehe – bei Polizei, Feuerwehr, in Sicherheitsbereichen, beim Finanzamt oder Zoll.
"Wir wollen acht Prozent an Personal in den Ministerien bis 2029 einsparen"
Diese Ansage hat es in sich. Endlich traut sich jemand aus der Union, das auszusprechen, was viele Bürger seit Jahren denken: Der deutsche Staatsapparat ist hoffnungslos überdimensioniert. Während die Privatwirtschaft unter immer höheren Abgaben ächzt, leistet sich der Staat einen Beamtenapparat, der in vielen Bereichen längst nicht mehr zeitgemäß ist.
Die Länder als Verbeamtungsmaschinen
Linnemann weist zu Recht darauf hin, dass die meisten Verbeamtungen in den Ländern stattfinden. Hier haben sich über Jahrzehnte Strukturen verfestigt, die kaum noch zu durchbrechen sind. Lehrer, Verwaltungsangestellte, selbst Hausmeister – überall wird munter verbeamtet, als gäbe es kein Morgen. Die Rechnung zahlt der Steuerzahler, der die üppigen Pensionen finanzieren muss.
Besonders pikant: Während Linnemann über Personalabbau philosophiert, plant die neue Große Koalition unter Friedrich Merz ein 500 Milliarden Euro schweres Sondervermögen für Infrastruktur. Man darf gespannt sein, wie viele neue Beamtenstellen zur "Verwaltung" dieses Vermögens geschaffen werden. Die Erfahrung lehrt: Wo Geld fließt, wächst auch der Verwaltungsapparat.
Ein Blick in die Zukunft
Die Bundespräsidentenwahl 2027 wird zeigen, ob die Union tatsächlich bereit ist, neue Wege zu gehen. Eine Frau als Staatsoberhaupt wäre zweifellos ein Signal – aber bitte keine abgehalfterte EU-Funktionärin, sondern eine Persönlichkeit mit Format und Bodenhaftung.
Was den Beamtenabbau angeht, sollte man Linnemanns Ankündigungen mit gesunder Skepsis betrachten. Zu oft haben wir erlebt, wie vollmundige Versprechen im Berliner Politikbetrieb versanden. Der Beamtenapparat hat mächtige Fürsprecher, und die Gewerkschaften werden nicht tatenlos zusehen, wenn ihre Pfründe bedroht werden.
Fazit: Linnemann spricht wichtige Themen an, bleibt aber in vielem vage. Die wahre Bewährungsprobe für die Union kommt, wenn aus Worten Taten werden müssen. Bis dahin gilt: Wer echte Vermögenssicherung betreiben will, sollte sich nicht auf die Politik verlassen, sondern auf bewährte Sachwerte wie physische Edelmetalle setzen – sie überdauern Regierungen und Beamtenapparate gleichermaßen.

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