
Bundeswehr probt Krisenkommunikation: Flugblätter aus 5.000 Metern Höhe über Sachsen

Während Deutschland noch immer unter dem Schock des mutmaßlich linksextremistischen Sabotageakts auf die Berliner Stromversorgung steht, reagiert die Bundeswehr mit einer bemerkenswerten Übung. Ab dem 25. Januar werden rund 100 Soldaten in der Oberlausitz trainieren, wie man im Ernstfall Bürger erreicht, wenn sämtliche modernen Kommunikationswege versagen. Die Methode? Flugblätter, abgeworfen von Heliumballons aus schwindelerregender Höhe.
Wenn das Internet schweigt und das Handy tot ist
Die Übung mit dem martialischen Namen „Colder Iron 2026" mag auf den ersten Blick anachronistisch wirken. Flugblätter im digitalen Zeitalter? Doch wer die Ereignisse der vergangenen Wochen verfolgt hat, versteht die bittere Notwendigkeit. Der Anschlag auf die Berliner Stromversorgung Anfang des Jahres legte ganze Ortsteile über mehrere Tage lahm. Kein Strom bedeutet kein Internet, keine Handynetze, keine Fernsehübertragungen. Die Menschen waren buchstäblich von der Außenwelt abgeschnitten.
Das Zentrum Operative Kommunikation der Bundeswehr hat daraus offensichtlich die richtigen Schlüsse gezogen. Auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz bei Weißkeißel werden die Soldaten der 5. Einsatzkompanie bis zum 4. Februar die sogenannte „abstandsfähige Produktverbringung" üben. Ein sperriger Begriff für eine simple, aber effektive Methode: Heliumballons steigen bis auf 5.000 Meter Höhe auf und verteilen ihre Fracht über einem definierten Zielgebiet.
220.000 Flugblätter pro Stunde – analoge Effizienz
Die Zahlen sind durchaus beeindruckend. Bis zu 220.000 Flugblätter lassen sich auf diese Weise innerhalb einer einzigen Stunde verteilen. Eine Reichweite, von der mancher Social-Media-Kanal nur träumen kann. Und im Gegensatz zu digitalen Nachrichten benötigen diese Informationsträger weder Strom noch Internetverbindung beim Empfänger.
Das Landeskommando Sachsen hält sich mit Details zur genauen Durchführung bewusst bedeckt. Vieles sei wetterabhängig und müsse täglich neu entschieden werden. Auch Sicherheitsaspekte spielten eine Rolle bei der Informationspolitik. Eines jedoch steht fest: Städte und Ortskerne sollen „bewusst gemieden" werden.
Lehren aus dem Vorjahr
Die Bundeswehr betritt mit dieser Übung kein völliges Neuland. Bereits im September 2025 fand eine ähnliche Aktion auf demselben Truppenübungsplatz statt – mit unbeabsichtigten diplomatischen Nebenwirkungen. Einige der Flugblätter drifteten damals bis nach Polen ab und riefen prompt den polnischen Geheimdienst auf den Plan. Sichtungen wurden in einem Radius von mehreren Dutzend Kilometern gemeldet.
Diesmal hat man vorgesorgt. Sowohl Polen als auch Tschechien wurden vorab über die Übung informiert. Die Flugblätter selbst tragen lediglich ein Symbol und einen Informationstext mit Kontaktadresse. Wer einen findet, darf sich gerne melden – die Truppe erhofft sich dadurch wertvolle Erkenntnisse über die tatsächliche Reichweite.
Umweltfreundliche Propaganda?
Ein Detail, das die Bundeswehr besonders betont: Die verwendeten Flugblätter bestehen aus umweltfreundlichem Papier. Sollten sie im Niemandsland landen oder von niemandem aufgehoben werden, zersetzen sie sich nach einer gewissen Zeit rückstandsfrei. Ein Zugeständnis an den Zeitgeist, das man sich bei anderen staatlichen Projekten durchaus häufiger wünschen würde.
Die Übung verdeutlicht eine unbequeme Wahrheit: Unsere hochdigitalisierte Gesellschaft ist verwundbarer, als wir wahrhaben wollen. Ein gezielter Angriff auf kritische Infrastruktur kann uns binnen Stunden in eine Situation katapultieren, in der selbst die einfachste Kommunikation zum Problem wird.
Zwischen Krisenvorsorge und Propaganda
Flugblattaktionen dienen im militärischen Kontext traditionell zwei Zwecken. Einerseits der Warnung und Information der Zivilbevölkerung in Krisengebieten – wie etwa Israel es in Gaza praktiziert, um Evakuierungen anzukündigen. Andererseits können sie klassischen Propagandazwecken dienen, etwa hinter feindlichen Linien.
Dass die Bundeswehr nun verstärkt auf solche analogen Methoden setzt, sollte jeden Bürger nachdenklich stimmen. Es zeigt, wie real die Bedrohung durch Sabotageakte geworden ist – und wie wenig selbstverständlich unsere vermeintlich sichere Infrastruktur tatsächlich ist. Die linksextremistische Szene hat mit dem Berliner Anschlag bewiesen, wozu sie fähig ist. Dass die Politik jahrelang die Augen vor dieser Gefahr verschlossen hat, rächt sich nun bitter.
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