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16.10.2026
16:48 Uhr
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Burnout-Republik Deutschland: Ausfalltage explodieren um 77 Prozent!

Burnout-Republik Deutschland: Ausfalltage explodieren um 77 Prozent!
Symbolbild: KI-generiert

Deutschlands Beschäftigte sind am Ende ihrer Kräfte. Laut dem Anfang Oktober vorgestellten Fehlzeiten-Report 2026 des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) sind die Ausfallzeiten wegen psychischer Erkrankungen in zehn Jahren um knapp 42 Prozent gestiegen. Bei Burnout liegt das Plus sogar bei 77 Prozent. Für ein Land, dem ohnehin die Fachkräfte fehlen, ist das ein Alarmsignal.

Die nackten Zahlen der Erschöpfung

2016 kamen auf 100 AOK-Mitglieder noch 284 Fehltage wegen psychischer Leiden. 2025 waren es 403. Bei der Diagnose Burnout kletterte der Wert von 11,0 auf 19,5 Tage je 100 Mitglieder. Ausgewertet wurden Medienberichten zufolge die Daten von rund 14,9 Millionen erwerbstätigen AOK-Versicherten.

Zwar landen psychische Erkrankungen mit 14,1 Fällen je 100 Mitglieder weit hinter den Atemwegsinfekten mit 80,3 Fällen. Entscheidend ist aber die Dauer. Eine psychisch bedingte Krankschreibung dauerte im Schnitt 28,5 Tage, eine Erkältung nur 5,7. Wer seelisch zusammenbricht, fällt also fast einen ganzen Monat aus.

Wenn die Angst ums Geld krank macht

Besonders aufschlussreich ist eine Befragung von Beschäftigten für den Report. Wer sich um die eigene wirtschaftliche Lage sorgt oder den Jobverlust fürchtet, berichtet demnach deutlich häufiger von Niedergeschlagenheit, Wut und Erschöpfung. WIdO-Geschäftsführer Helmut Schröder rechnet sogar damit, dass sich der Trend verschärft:

„Angesichts einer zunehmend angespannten wirtschaftlichen Situation in Deutschland ist davon auszugehen, dass sich sowohl die Sorgen wie auch die psychischen Belastungen und kognitiven Irritationen verstärken werden."

Überraschend ist das nicht. Pandemie, Energiepreisschock, Inflation, zwei Rezessionsjahre in Folge und Stellenabbau in der Industrie – die Bürger hetzen seit Jahren von Krise zu Krise. Kritiker sehen auch die Politik in der Verantwortung: Wer Steuerzahlern hohe Abgaben, ausufernde Bürokratie und neue Schuldenberge wie das 500-Milliarden-Sondervermögen aufbürdet, braucht sich über Zukunftsangst kaum zu wundern.

Pflege, Kita, Callcenter: Hier brennt es am stärksten

Laut Report sind vor allem diese Berufe betroffen (Fälle je 100 Mitglieder):

  • Dialogmarketing, etwa Callcenter: 39,0
  • Haus- und Familienpflege: 25,6
  • Altenpflege: 24,9
  • Heilerziehungspflege und Sonderpädagogik: 24,6
  • Kinderbetreuung und -erziehung: 23,0

Die Leipziger Sozialmedizinerin Prof. Steffi Riedel-Heller verweist auf hohe emotionale Anforderungen, Verantwortung für andere Menschen und ein hohes Arbeitspensum. Ausgerechnet dort, wo die Gesellschaft dringend Personal braucht, brechen die Menschen also am häufigsten zusammen.

Milliardenrechnung für Beitragszahler

Die Kosten trägt die Allgemeinheit. Nach AOK-Angaben gab die gesetzliche Krankenversicherung 2025 vorläufig 21,6 Milliarden Euro für Krankengeld aus. Zehn Jahre zuvor waren es 11,2 Milliarden. Zwischen 2021 und 2025 stiegen die Krankengeldausgaben bei psychischen Erkrankungen um 54 Prozent, bei körperlichen Leiden um 27 Prozent. AOK-Chefin Carola Reimann sieht „ganz offensichtlich Handlungsbedarf".

Zur Einordnung: Über alle Krankheiten hinweg ist der Krankenstand leicht gesunken, auf 23,3 Fehltage je Mitglied im Jahr 2025 nach dem Rekordwert von 24,5 im Jahr 2022. Ein Teil des langfristigen Anstiegs geht laut WIdO auf die elektronische Krankschreibung zurück, die Fehltage vollständiger erfasst. Riedel-Heller betont zudem, dass psychische Erkrankungen heute besser erkannt würden. Es gebe aber auch Hinweise auf reale Zunahmen, vor allem bei jüngeren Menschen.

Sicherheit ist die beste Medizin

Die Expertin hält Arbeit nicht nur für ein Risiko, sondern auch für eine Stütze: „Gute Arbeit bietet Sicherheit, Zugehörigkeit, Struktur und Selbstwirksamkeit." Genau diese Sicherheit vermissen viele Bürger, im Job wie beim Geld. Wer sich nicht allein auf die Politik verlassen will, sorgt selbst vor. Ein finanzielles Polster, etwa mit physischem Gold oder Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen, kann helfen, die Sorgen um die Zukunft etwas leiser zu machen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser sollte sich selbst informieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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