
Chinas E-Auto-Riese BYD strauchelt: Absatzeinbruch von 30 Prozent zum Jahresauftakt
Der chinesische Elektroautobauer BYD, der sich noch vor kurzem als strahlender Sieger über Tesla feiern ließ, erlebt einen dramatischen Dämpfer. Die Verkaufszahlen des Konzerns sind im Januar regelrecht eingebrochen – ein Rückgang von satten 30,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Lediglich 210.051 Fahrzeuge konnte der Tesla-Rivale absetzen, wie das Unternehmen in einer Börsenmitteilung einräumen musste.
Fünfter Monat in Folge mit schrumpfenden Zahlen
Besonders alarmierend für Anleger und Branchenbeobachter: Es handelt sich bereits um den fünften Monat in Folge, in dem BYD mit sinkenden Absatzzahlen zu kämpfen hat. Eine Erklärung für diesen besorgniserregenden Trend blieb das Unternehmen schuldig – ein Schweigen, das Bände spricht. Doch die Gründe liegen auf der Hand: Ein gnadenloser Preiskampf auf dem heimischen Markt und aggressive Konkurrenten wie Geely und Leapmotor, die im Budget-Segment massiv Druck ausüben, setzen dem einstigen Überflieger erheblich zu.
Auch die Produktionszahlen mussten entsprechend angepasst werden. Mit einem Minus von 29,1 Prozent wurde die Fertigung deutlich gedrosselt – ein klares Zeichen dafür, dass die Konzernführung die Lage realistisch einschätzt und keine überfüllten Lagerhallen riskieren möchte.
Exportgeschäft als letzter Hoffnungsschimmer
Ein Lichtblick bleibt immerhin das Auslandsgeschäft. Mit 100.482 exportierten Fahrzeugen im Januar zeigt sich hier eine gewisse Stabilität. Für das Gesamtjahr hat BYD ein Exportziel von 1,3 Millionen Fahrzeugen ausgegeben. Dies würde zwar einem Plus von 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprechen, liegt jedoch deutlich unter den ursprünglich von der Konzernspitze in Aussicht gestellten 1,6 Millionen Einheiten. Die Erwartungen wurden also bereits merklich nach unten korrigiert.
Um die globale Präsenz zu stärken und weniger abhängig vom hart umkämpften Heimatmarkt zu werden, setzt BYD auf Expansion. In diesem Jahr soll unter anderem ein neues Werk in Ungarn in Betrieb gehen – ein strategischer Schachzug, um die europäischen Strafzölle auf chinesische Elektrofahrzeuge zu umgehen und näher am lukrativen europäischen Markt zu produzieren.
Der Glanz des Vorjahres verblasst
Noch im vergangenen Jahr hatte BYD dank starker Auslandsverkäufe Tesla als weltweit größten Anbieter von Elektroautos abgelöst – ein Triumph, der in der Branche für erhebliches Aufsehen sorgte. Doch wie schnell sich das Blatt wenden kann, zeigen die aktuellen Zahlen eindrücklich. Die chinesische Elektroautoindustrie, die lange als unaufhaltsam galt, bekommt zunehmend Gegenwind zu spüren.
Für deutsche Automobilhersteller, die ohnehin unter dem massiven Konkurrenzdruck aus China leiden, könnte diese Entwicklung eine kurze Verschnaufpause bedeuten. Doch Entwarnung wäre verfrüht: Die chinesischen Hersteller verfügen über erhebliche finanzielle Reserven und staatliche Rückendeckung, um auch längere Durststrecken zu überstehen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Investitionen in Aktien und andere Wertpapiere sind mit Risiken verbunden. Jeder Anleger ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Investition eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.












