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Kettner Edelmetalle
10.06.2026
13:07 Uhr

Das Ende einer Illusion: Nur noch 10 Prozent der Europäer sehen die USA als Verbündeten

Das Ende einer Illusion: Nur noch 10 Prozent der Europäer sehen die USA als Verbündeten

Es ist ein Zahlenwert, der wie ein Donnerschlag durch die transatlantischen Salons hallt: Gerade noch zehn Prozent der Europäer betrachten die Vereinigten Staaten heute als „Verbündeten". Was der European Council on Foreign Relations (ECFR) in seiner jüngsten Erhebung dokumentiert habe, sei nichts weniger als der schleichende Zusammenbruch eines Glaubensbekenntnisses, das die politische Klasse Europas jahrzehntelang wie ein Mantra vor sich hergetragen habe. Die Bürger sehen offenbar klarer als ihre Regierenden.

Vom heiligen Bündnis zur Zweckehe

Noch vor wenigen Jahren galt die Bindung an Washington in weiten Teilen der europäischen Öffentlichkeit als unantastbar. Wer die NATO oder die transatlantische Achse infrage stellte, machte sich verdächtig. Heute? Da betrachten laut ECFR rund 50 Prozent der Befragten die USA bestenfalls noch als „notwendigen Partner" – einen Geschäftspartner aus Mangel an Alternativen, mit dem man zähneknirschend zusammenarbeite, weil man eben müsse.

Selbst die hartnäckigsten Atlantiker schmelzen dahin. Während laut der Umfrage nur noch etwa 16 Prozent die USA als echten Verbündeten begreifen, der Werte und Interessen teile, sehen bereits rund 20 Prozent in der Supermacht jenseits des Atlantiks einen Rivalen oder gar Gegner. In Deutschland, Frankreich und Spanien nähere sich dieser Anteil bedenklich der 30-Prozent-Marke. In der Schweiz seien es gar 39 Prozent.

Mehr Europäer empfinden die USA mittlerweile als Bedrohung als China. Eine Zäsur, die vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre.

Die Quittung für jahrelange Vasallentreue

Doch woher rührt dieser dramatische Vertrauensschwund? Die Antwort liegt auf der Hand – und sie ist bitter. Die europäischen Bürger spüren am eigenen Leib, was es bedeute, sich willenlos einer fremden Agenda unterzuordnen. Die Sanktionspolitik gegen Russland habe die europäische Industrie Milliarden gekostet, während jenseits des Atlantiks die Kassen klingelten.

Die Rechnung zahlt der kleine Mann

Man denke nur an die explodierenden Energiepreise nach der Sprengung der Nord-Stream-Pipelines – ein Anschlag, der bis heute ohne ernsthafte westliche Aufklärung im Nebel verschwunden sei. Man denke an die Deindustrialisierung, an die Wettbewerbsnachteile durch amerikanische Zölle und an den sogenannten Inflation Reduction Act, der europäische Unternehmen geradezu einlud, ihre Werke in die USA zu verlagern.

Trumps aggressive Zollpolitik mit Strafabgaben von 20 Prozent auf EU-Importe hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet ein amerikanischer Präsident den Europäern derart schonungslos vor Augen führen würde, dass Washington stets nur die eigenen Interessen verfolgt? Die Frage drängt sich auf: War es jemals anders?

Der „europäische Archipel" – eine zersplitterte Öffentlichkeit

Die Denker des ECFR beschreiben die europäische Bevölkerung als „Archipel" – eine Ansammlung verstreuter Meinungsinseln. Da gebe es die Realisten, die gegenüber den USA nüchtern blieben und mehr europäische Souveränität wünschten. Da gebe es die Skeptiker, die zwar Washington misstrauten, aber Aufrüstung ablehnten. Und da sei jener schrumpfende harte Kern der Atlantiker, der vor allem in Polen, Estland und Großbritannien noch unbeirrt an den alten Glauben festhalte.

Diese Fragmentierung sei kein Zufall, sondern Symptom einer politischen Klasse, die den Kontakt zu ihren eigenen Bürgern längst verloren habe. Solange die Eliten in Brüssel und in den nationalen Hauptstädten weiterhin die Realität leugneten, werde der Graben zwischen Volk und Regierenden nur tiefer.

Eine Lehre für Deutschland

Was bedeutet das für unser Land? Eine deutsche Bundesregierung, die unter Friedrich Merz und Lars Klingbeil die alten transatlantischen Reflexe pflegt, sollte diese Zahlen als Warnung verstehen. Das Volk hat begriffen, was die Politik nicht wahrhaben will: Souveränität ist kein Luxus, sondern eine Überlebensfrage. Wer sich dauerhaft fremden Interessen unterwirft, zahlt am Ende mit Wohlstand und Selbstbestimmung.

In Zeiten, in denen geopolitische Verlässlichkeiten zerbröseln wie morsches Holz und sich die Bündnisse neu sortieren, gewinnt eine alte Wahrheit wieder an Bedeutung: Wer auf echte Werte setzt, ist krisenfester. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber sind seit Jahrtausenden ein Bollwerk gegen politische Turbulenzen und wirtschaftliche Unsicherheit – ein Anker, der unabhängig von den Launen der Großmächte seinen Wert bewahrt. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen bieten sie einen Schutz, den keine Allianz und kein Versprechen aus Washington jemals garantieren könnte.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Bei Bedarf sollte fachkundiger Rat eingeholt werden.

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