
Das Nadelöhr der Weltwirtschaft: Wenn ein Öltropfen die ganze Welt zittern lässt
Es gibt Orte auf dieser Erde, deren geografische Enge in erschreckendem Kontrast zu ihrer globalen Bedeutung steht. Die Straße von Hormus ist ein solcher Ort – eine schmale Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman, durch die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Handelsverkehrs fließt. Wer diese Passage kontrolliert, hält die Hand am Puls der globalen Wirtschaft. Und genau deshalb hat der aktuelle Konflikt am Golf eine hektische Suche nach Alternativen ausgelöst.
Ein Hafen als Notausgang aus der geopolitischen Falle
Wie die „Financial Times“ unter Berufung auf Insider berichtet, plane der Hafenbetreiber DP World offenbar den Bau eines neuen Hafens samt Containerterminal an der Ostküste der Vereinigten Arabischen Emirate. Das Kalkül dahinter sei so simpel wie einleuchtend: Man wolle die erdrückende Abhängigkeit vom Vorzeigehafen Dschabal Ali verringern und zugleich eine Route schaffen, die das gefährliche Nadelöhr Hormus umgeht.
Der Auslöser für diese Hektik ist unübersehbar. Nachdem der Iran als Reaktion auf die Angriffe der USA und Israels die Straße von Hormus gesperrt habe, sei das Umschlagvolumen in Dschabal Ali nach Angaben von Insidern um sagenhafte 90 bis 95 Prozent eingebrochen. Man stelle sich das einmal bildlich vor: Ein einziger politischer Federstrich in Teheran genügt, um die Lebensader eines der wichtigsten Handelsknotenpunkte der Region beinahe vollständig auszutrocknen.
Wenn Politik die Fundamente der Wirtschaft erschüttert
Konkret sollen laut Bericht Gespräche über einen neuen Mehrzweckhafen im Emirat Fujairah sowie über ein zusätzliches Containerterminal im bestehenden Hafen laufen. Fujairah liegt geografisch günstig – nämlich außerhalb des Golfs und damit jenseits der iranischen Zange. DP World hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einem der international erfolgreichsten Unternehmen der Emirate gemausert und ein globales Netz aus Häfen und Logistikzentren aufgespannt.
Wer glaubt, die globalisierten Lieferketten seien unerschütterlich, der wird an einer einzigen Meerenge eines Besseren belehrt.
Und als hätte das Pulverfass nicht schon genug Zündschnur, kommt aus Washington neuer Zunder hinzu: US-Präsident Trump will Berichten zufolge eine Gebühr von 20 Prozent für die Passage der Straße von Hormus einführen. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen – eine Maut auf einer der sensibelsten Wasserstraßen der Welt, in einer ohnehin brandgefährlichen Gemengelage.
Was das für den deutschen Sparer bedeutet
Man mag geneigt sein, dieses Geschehen als fernes Golfdrama abzutun. Doch das wäre naiv. Steigt der Ölpreis durch eine Blockade, importieren wir die Inflation gleich mit – und zwar direkt in unsere Tankstellen, Heizungen und Supermärkte. Während die deutsche Politik sich mit Debatten über korrektes Gendern und Klimaneutralität im Grundgesetz beschäftigt, entscheidet sich die Stabilität unserer Versorgung an einer Meerenge, über die kein einziger Bundestagsabgeordneter Kontrolle besitzt.
Genau in solchen Momenten offenbart sich der wahre Wert krisenfester Vermögenswerte. Papierwerte und ferne Container-Terminals mögen ins Wanken geraten – physisches Gold und Silber hingegen kennen keine Meerengen, keine Blockaden und keine politischen Mautgebühren. Sie liegen im Tresor und behalten ihren Wert, wenn andernorts die Fundamente bröckeln. Eine kluge Beimischung physischer Edelmetalle in ein breit gestreutes Portfolio bleibt daher ein bewährtes Instrument der Vermögenssicherung.
Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Für individuelle Fragen ziehen Sie bitte einen qualifizierten Berater hinzu.

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