Kostenlose Beratung
+49 7930-2699
200.000
Kunden
Sicherer
Versand
Kettner Edelmetalle
18.02.2026
06:41 Uhr

Das vergessene Rückgrat der Wirtschaft: Wie Deutschland seine Selbstständigen systematisch im Stich lässt

Vier Millionen Menschen in Deutschland wagen den Schritt in die Selbstständigkeit – und werden dafür von der Politik mit einer Mischung aus Gleichgültigkeit und bürokratischer Gängelung bestraft. Was wie eine Übertreibung klingt, ist bittere Realität in einem Land, das sich zwar gerne als Wirtschaftsnation inszeniert, aber 90 Prozent seiner Unternehmen schlichtweg ignoriert. Solo- und Kleinstunternehmer, die das Fundament der deutschen Wirtschaftslandschaft bilden, finden in den Strategiepapieren der Bundesregierung praktisch nicht statt.

Deutschland – ein „Angestellten-Land" mit Scheuklappen

Der Begriff „Angestellten-Land" hat sich in Selbstständigen-Kreisen längst als geflügeltes Wort etabliert. Er beschreibt eine politische Kultur, die ausschließlich in den Kategorien von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Gewerkschaften denkt. Wer keiner dieser Schubladen zuzuordnen ist, fällt durchs Raster. Die Bundesregierung habe zwar eine Strategie für die 0,9 Prozent der Startups entwickelt, so der Vorstandsvorsitzende des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD), Dr. Andreas Lutz, doch für die überwältigende Mehrheit der Unternehmen – nämlich die Solo- und Kleinstunternehmer – existiere schlicht keine vergleichbare Agenda.

Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Eine Regierung, die Milliarden in Sondervermögen pumpt und sich mit einem 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket brüstet, findet offenbar keine Zeit und kein Budget, um sich um jene Menschen zu kümmern, die tagtäglich auf eigenes Risiko wirtschaften. Stattdessen werden sie mit bürokratischen Hürden überzogen, die selbst hartgesottene Unternehmer an den Rand der Verzweiflung treiben.

Das Damoklesschwert der Scheinselbstständigkeit

Eines der gravierendsten Probleme ist das sogenannte Statusfeststellungsverfahren der Deutschen Rentenversicherung. Klingt harmlos, ist es aber nicht. Bei diesem Verfahren wird geprüft, ob ein Selbstständiger tatsächlich eigenständig arbeitet oder faktisch wie ein Angestellter in Unternehmensstrukturen eingebunden ist. Wird eine „Scheinselbstständigkeit" festgestellt, drohen dem beauftragenden Unternehmen rückwirkende Nachzahlungen von Sozialversicherungsbeiträgen – in mitunter schwindelerregender Höhe.

Die Konsequenz liegt auf der Hand: Unternehmen scheuen zunehmend davor zurück, überhaupt Selbstständige zu beauftragen. Die Clearingstelle der Rentenversicherung gilt als notorisch streng in ihren Entscheidungen – so streng, dass sie sogar den Deutschen Bundestag selbst zu einer millionenschweren Nachzahlung zwang. Wenn nicht einmal das Parlament vor den eigenen bürokratischen Fallstricken sicher ist, welche Chance hat dann der kleine Freelancer aus München oder Hamburg?

Altersvorsorge: Zwischen Eigenverantwortung und staatlichem Zwang

Besonders brisant ist die Debatte um die Altersvorsorge. Da Selbstständige nicht verpflichtend in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, obliegt ihnen die Vorsorge für den Lebensabend in Eigenregie. Was für gut verdienende Freiberufler durchaus ein Vorteil sein kann, entpuppt sich für viele als tickende Zeitbombe: Rund ein Drittel aller Selbstständigen betreibe keinerlei Altersvorsorge, so die Sozialwissenschaftlerin Dr. Alexandra Manske. Weder freiwillige Einzahlungen in die Rentenkasse noch Investments in andere Anlageformen. Viele würden schlicht darauf hoffen, einfach lange genug arbeiten zu können.

Die politische Antwort darauf? Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat sich offen für eine verpflichtende Einbeziehung von Selbstständigen in die gesetzliche Rentenversicherung ausgesprochen. Im Kontext der geplanten Rentenreform der neuen Großen Koalition unter Friedrich Merz wird ein solcher Schritt zunehmend wahrscheinlicher. Doch man darf sich fragen, ob es hier wirklich um den Schutz der Selbstständigen geht – oder nicht vielmehr darum, das chronisch unterfinanzierte Rentensystem mit frischen Beitragszahlern zu füttern.

Ein System, das Selbstständige nicht mitdenkt

Die Kritik an einer solchen Zwangsversicherung ist durchaus berechtigt. Das gesamte Sozialsystem in Deutschland basiert auf der Logik des Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnisses. Beiträge werden hälftig geteilt, Berechnungsgrundlagen orientieren sich an regelmäßigen Monatsgehältern. Für Selbstständige, deren Einkommen naturgemäß schwankt, ist dieses starre Korsett denkbar ungeeignet.

Ein besonders absurdes Beispiel liefert die freiwillig gesetzliche Krankenversicherung: Während Angestellte nur auf ihr Arbeitseinkommen Beiträge entrichten, müssen Selbstständige auf sämtliche Einkommensarten zahlen – einschließlich Mieteinnahmen oder Kapitalerträge. Ein Umstand, der den Vermögensaufbau und die private Vorsorge massiv erschwert. Wer also eigenverantwortlich für sein Alter vorsorgen will, wird vom Staat dafür auch noch bestraft. Kafkaesk.

Aktivrente und Altersvorsorge-Depots – ohne Selbstständige

Besonders bitter mutet an, dass selbst jüngste Reformen die Selbstständigen konsequent ausklammern. Die von der neuen Bundesregierung eingeführte Aktivrente, die Senioren steuerliche Vorteile beim Weiterarbeiten im Alter gewährt, schließt Selbstständige ausdrücklich aus. Ebenso seien die vom Kabinett beschlossenen Altersvorsorge-Depots nicht auf Selbstständige zugeschnitten, obwohl gerade diese Gruppe davon besonders profitieren würde, kritisiert VGSD-Chef Lutz.

Es entsteht das Bild einer Politik, die Selbstständige zwar gerne als Beweis für unternehmerische Dynamik anführt, ihnen aber bei jeder konkreten Maßnahme die kalte Schulter zeigt. Man könnte fast meinen, die Selbstständigkeit werde in Deutschland nicht gefördert, sondern lediglich geduldet – und das mit abnehmender Begeisterung.

Drei Milliarden Arbeitsstunden weniger – ein alarmierendes Signal

Die Folgen dieser systematischen Vernachlässigung sind längst messbar. In den vergangenen 15 Jahren hat das Arbeitsvolumen der Selbstständigen in Deutschland um sage und schreibe drei Milliarden Stunden abgenommen – ein Rückgang um ein Drittel. Jüngere Selbstständige wandern zunehmend ins Ausland ab, wo die Rahmenbedingungen attraktiver sind. Ältere beenden ihre Selbstständigkeit vorzeitig. Das verschärft das ohnehin dramatische Fachkräfteproblem in Deutschland zusätzlich.

Seit nunmehr 13 Jahren geht die Zahl der Selbstständigen in Deutschland kontinuierlich zurück. Ein Trend, der in einem Land, das händeringend nach wirtschaftlicher Dynamik und Innovation sucht, eigentlich alle Alarmglocken schrillen lassen müsste. Stattdessen diskutiert die Politik lieber über neue Belastungen, anstatt endlich die Rahmenbedingungen zu schaffen, die Gründer und Freiberufler dringend benötigen.

Es ist ein Trauerspiel, das symptomatisch für den Zustand der deutschen Wirtschaftspolitik steht. Ein Land, das seine Leistungsträger vergrault, seine Unternehmer mit Bürokratie erstickt und seine Selbstständigen wie Bürger zweiter Klasse behandelt, darf sich nicht wundern, wenn es im internationalen Wettbewerb immer weiter zurückfällt. Wer das Aufstiegsversprechen erneuern und den Standort Deutschland modernisieren will, muss endlich begreifen: Ohne eine neue Kultur der Selbstständigkeit wird das nichts. Doch dafür bräuchte es Politiker, die über den Tellerrand des „Angestellten-Landes" hinausblicken – und davon gibt es in Berlin offenkundig viel zu wenige.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und einer Politik, die Eigenverantwortung eher bestraft als belohnt, sollten Selbstständige wie auch Angestellte ihre Vermögenssicherung selbst in die Hand nehmen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber können dabei als krisensichere Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio dienen – unabhängig von politischen Launen und bürokratischen Fallstricken.

Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jede Anlageentscheidung sollte auf Basis eigener Recherche und gegebenenfalls nach Rücksprache mit einem qualifizierten Finanzberater getroffen werden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der dargestellten Informationen übernehmen wir keine Haftung.

Wissenswertes zum Thema

Erhalten Sie kostenlose Tipps um Ihr Vermögen zu schützen und als erster von neuen Produkten zu erfahren

Sie möchten regelmäßig über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert werden? Dann melden Sie sich hier für den kostenfreien Kettner Edelmetalle Newsletter an.

Durch Eingabe Ihrer E-Mail-Adresse und Anklicken des Buttons „Abschicken“ geben Sie die folgende Einwilligungserklärung ab: „Ich bin damit einverstanden, per E-Mail über Produktneuheiten, spannende Finanznachrichten und exklusive Sonderangebote informiert zu werden und willige daher in die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse zum Zwecke der Zusendung des Newsletters ein. Diese Einwilligung kann ich jederzeit und ohne Angabe von Gründen mit Wirkung für die Zukunft widerrufen. Die Rechtmäßigkeit der bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung bleibt im Falle des Widerrufs unberührt.“

Willst du Teil unserer Erfolgsstory sein?

Werde jetzt Teil vom #TeamGold

Offene Stellen