
Deutsche Bank ruft das Ende der Goldkorrektur aus – 4.600 Dollar im Visier

Es ist eine Ansage, die aufhorchen lässt: Die Analysten der Deutschen Bank halten die jüngste Schwächephase am Goldmarkt für weitgehend abgehakt und bekräftigen ihr Kursziel von 4.600 US-Dollar je Feinunze für das vierte Quartal 2026. Wer in den vergangenen Wochen nervös auf die roten Zahlen im Chart gestarrt hat, dürfte diese Einschätzung mit einer gewissen Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Denn was viele als Trendbruch interpretierten, sei nach Lesart der Frankfurter Institutsanalysten nichts weiter als eine Verschnaufpause – ein tiefes Luftholen vor dem nächsten Anstieg.
Eine von nur fünf explosiven Phasen seit 1975
Bemerkenswert ist die historische Einordnung, welche die Bank vornimmt. Die seit August 2024 laufende Rally zähle zu lediglich fünf Preisphasen seit 1975, die das Prädikat "explosiv" verdienten. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: In einem Zeitraum von rund fünf Jahrzehnten, in dem Währungen kollabierten, Notenbanken das Geldmengenwachstum entfesselten und ganze Finanzsysteme ins Wanken gerieten, gab es nur eine Handvoll vergleichbarer Bewegungen. Wer heute physisches Gold im Tresor liegen hat, ist also Zeitzeuge eines seltenen monetären Ereignisses.
Den Boden der aktuellen Korrektur verorten die Analysten übrigens deutlich höher, als es manche technische Modelle nahelegen: bei etwa 3.900 Dollar. Eine Zahl, die vor wenigen Jahren noch als Fantasterei belächelt worden wäre – heute markiert sie schlicht die Untergrenze.
Das Fair-Value-Modell liegt über der eigenen Prognose
Besonders pikant: Das hauseigene Bewertungsmodell der Bank kommt nach Bereinigung außergewöhnlicher Faktoren – etwa der massiven staatlichen Nachfrage und der Realzins-Effekte – auf einen fairen Wert von rund 4.700 Dollar zum Jahresende. Damit läge der rechnerische Wert also noch über der offiziell kommunizierten Prognose. Ein Detail, das den Spielraum nach oben unterstreicht und die Frage aufwirft, ob hier nicht bewusst konservativ kommuniziert wird.
Wenn selbst das eigene Modell einer Großbank höhere Werte ausspuckt als die veröffentlichte Prognose, sollte man aufmerksam werden.
Die Warnung im Kleingedruckten
Zur Redlichkeit gehört freilich auch der Hinweis auf das langfristige Bewertungsrisiko. Historische relative Preisverhältnisse deuteten, so die Analysten, auf ein Gleichgewichtsniveau von rund 2.600 Dollar hin. Sollte die Rally an Dynamik verlieren, könnte dieser Wert wieder stärker in den Fokus rücken. Man mag das als Rückversicherung der Bankanalysten werten – oder als ehrliches Eingeständnis, dass Prognosen immer nur Momentaufnahmen mit Verfallsdatum sind.
Warum die staatliche Nachfrage der eigentliche Treiber ist
Interessant ist, was die Deutsche Bank als "außergewöhnlichen Faktor" bezeichnet: die starke staatliche Nachfrage. Übersetzt heißt das nichts anderes, als dass Zentralbanken rund um den Globus in beeindruckendem Tempo physisches Gold horten. Wer wissen will, wie sehr die Notenbanken selbst dem Papiergeldsystem trauen, findet hier die Antwort. Während Bürger in Deutschland mit Inflation, Rekordschulden und einem 500-Milliarden-Sondervermögen konfrontiert werden, das kommende Generationen abzahlen dürfen, sichern sich Staaten selbst mit dem ab, was seit Jahrtausenden funktioniert.
Die Regierung Merz hatte versprochen, keine neuen Schulden aufzunehmen. Das Versprechen hielt ungefähr so lange wie eine Frühlingsblüte im Frost. Wer sich vor den Folgen dieser Politik schützen möchte, findet in physischen Edelmetallen eine bewährte Ergänzung zu einem breit gestreuten Vermögen – greifbar, unabhängig von Bankenbilanzen und immun gegen jede Notenbankdruckerpresse.
Fazit: Der strukturelle Aufwärtstrend bleibt intakt
Unterm Strich interpretiert die Deutsche Bank die Korrektur nicht als Ende der Fahnenstange, sondern als kurze Atempause innerhalb eines weiterhin intakten strukturellen Aufwärtstrends. Für alle, die in physisches Gold und Silber investiert sind, dürfte das eine Bestätigung sein – für jene, die noch zögern, vielleicht ein Denkanstoß.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene, sorgfältige Recherche und gegebenenfalls die Konsultation eines unabhängigen Beraters. Für Vermögensdispositionen und deren Folgen ist jeder Anleger selbst verantwortlich. Eine Haftung für Kursentwicklungen oder Prognosen wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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