
Deutsche Soldaten unter Beschuss: Was hat die Bundeswehr im Nahen Osten verloren?

Es sind Nachrichten, die aufrütteln sollten – und doch im politischen Berlin mit erstaunlicher Gelassenheit aufgenommen werden: Pro-iranische Milizen haben Bundeswehr-Stellungen in Jordanien und im Irak mit Raketen und Drohnen angegriffen. Deutsche Soldaten standen unter Feuer. In einer Region, die mit der Sicherheit Deutschlands so viel zu tun hat wie ein Sandkorn mit dem Nordpol.
Vergeltung für US-Angriffe – und Deutschland mittendrin
Der Hintergrund ist brisant: Als Reaktion auf die amerikanisch-israelischen Luftschläge gegen den Iran haben pro-iranische Milizen begonnen, Vergeltungsangriffe auf westliche Militärbasen in der Region zu fliegen. Im Visier stand unter anderem ein multinationaler Stützpunkt nahe des Flughafens von Erbil in der autonomen Kurdenregion des Irak – auf dem auch Bundeswehrsoldaten stationiert sind. Parallel dazu wurde ein deutsches Feldlager im jordanischen al-Azraq mit Raketen und Drohnen attackiert.
Die irakisch-pro-iranische Miliz Saraya Awliya al-Dam bekannte sich zu den Angriffen. Sie habe „amerikanische Stützpunkte in Erbil mit einem Schwarm von Drohnen" attackiert, hieß es in einer Erklärung. Der Angriff sei als Vergeltung für die Tötung von Ayatollah Ali Khamenei erfolgt. Dass dabei auch deutsche Soldaten ins Fadenkreuz gerieten, scheint den Milizen herzlich egal zu sein – und der deutschen Politik offenbar ebenso.
Glück im Unglück – diesmal
Berichten zufolge konnten sämtliche Raketen und Drohnen durch die Luftverteidigung abgefangen werden. Ein US-Soldat wurde durch herabfallende Trümmerteile leicht verletzt. Deutsche Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen, wie es heißt. Videoaufnahmen aus Erbil zeigen dennoch Feuer und Explosionen innerhalb des Stützpunktes. Man muss kein Militärexperte sein, um zu verstehen: Das hätte auch ganz anders ausgehen können.
Die Bundeswehr hatte sich offenbar bereits vor den amerikanisch-israelischen Luftschlägen auf mögliche Vergeltungsaktionen vorbereitet. Im Nordirak, wo deutsche Kräfte die Ausbildung der kurdischen Peschmerga-Kämpfer unterstützen, sei das Kontingent auf ein „absolutes Minimum" reduziert worden. Sobald es die Sicherheitslage zulasse, solle auch die Truppenstärke in Jordanien weiter verringert werden.
Reduzieren statt reagieren – die deutsche Antwort auf Beschuss
Und genau hier offenbart sich das ganze Dilemma deutscher Sicherheitspolitik in seiner ganzen erbärmlichen Pracht. Die Antwort auf den Beschuss deutscher Soldaten lautet nicht etwa: Vergeltung. Nicht: Konsequenzen. Nicht einmal: eine scharfe diplomatische Note. Nein, die Antwort lautet: Rückzug. Man reduziert die Truppenstärke. Man duckt sich weg. Man hofft, dass es schon irgendwie gutgehen wird.
Dabei drängt sich eine viel fundamentalere Frage auf, die in Berlin niemand zu stellen wagt: Was genau hat die Bundeswehr überhaupt in Jordanien und im Irak zu suchen? Wird die Sicherheit Deutschlands tatsächlich am Euphrat verteidigt? Oder handelt es sich um ein weiteres Kapitel jener außenpolitischen Gefälligkeitsdiplomatie, bei der Deutschland brav den Juniorpartner der Amerikaner gibt – ohne eigene strategische Interessen zu verfolgen, ohne die Mittel für eine ernsthafte Verteidigung zu haben, und ohne den politischen Willen, die eigenen Soldaten im Ernstfall auch zu schützen?
500 Milliarden für „Sondervermögen" – aber eine kaputte Armee
Die Große Koalition unter Friedrich Merz hat ein gigantisches 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen für Infrastruktur auf den Weg gebracht. Milliarden fließen in alle möglichen Projekte. Doch die Bundeswehr? Sie bleibt das Stiefkind der Nation. Eine Armee, die seit Jahren unter chronischer Unterfinanzierung, Materialmangel und politischer Vernachlässigung leidet, wird in Krisenregionen geschickt, wo sie im Zweifelsfall nicht einmal sich selbst verteidigen kann. Das ist nicht nur fahrlässig – es ist ein Skandal.
Derzeit unterhält die Bundeswehr rund 17 Einsätze und anerkannte Missionen auf drei Kontinenten mit etwa 2.000 Soldatinnen und Soldaten. Man fragt sich unwillkürlich: Wäre es nicht sinnvoller, diese Kräfte dort einzusetzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden – nämlich zum Schutz der eigenen Grenzen und der eigenen Bevölkerung?
Die Eskalationsspirale dreht sich weiter
Der Nahost-Konflikt hat mit den Angriffen auf iranische Atomanlagen und der iranischen Reaktion eine neue, gefährliche Eskalationsstufe erreicht. Pro-iranische Milizen operieren im gesamten Nahen Osten und haben nun demonstriert, dass sie bereit sind, auch westliche Stützpunkte anzugreifen – ohne Rücksicht darauf, welche Nationen dort vertreten sind. Deutschland ist damit, ob es will oder nicht, zur Zielscheibe geworden.
Und während deutsche Soldaten in der jordanischen Wüste unter Raketenbeschuss geraten, debattiert man in Berlin über Gendersprache, Klimaneutralität und die nächste Erhöhung des Bürgergeldes. Die Prioritäten könnten kaum grotesker verteilt sein. Ein Land, das seine eigene Verteidigung nicht ernst nimmt, aber seine Soldaten in die gefährlichsten Regionen der Welt entsendet, hat den Kompass verloren.
Ein Weckruf, der verhallen wird
Die Beschüsse auf deutsche Bundeswehr-Stellungen in Jordanien und im Irak sollten ein Weckruf sein. Ein Weckruf dafür, dass militärische Abenteuer in fernen Ländern Konsequenzen haben. Dass man nicht gleichzeitig die eigene Armee kaputtsparen und sie in Krisengebiete schicken kann. Und dass die Sicherheit Deutschlands zuallererst in Deutschland selbst beginnt – an den eigenen Grenzen, in den eigenen Städten, für die eigenen Bürger.
Doch die Erfahrung lehrt: Dieser Weckruf wird verhallen. Wie so viele zuvor. Die politische Klasse wird zur Tagesordnung übergehen, ein paar besorgte Pressemitteilungen verfassen und ansonsten weitermachen wie bisher. Bis zum nächsten Mal. Und dann vielleicht mit weniger Glück.
In Zeiten wie diesen, in denen geopolitische Spannungen eskalieren und die Unsicherheit an den Finanzmärkten wächst, erweist sich einmal mehr physisches Gold und Silber als verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Während Papierwerte und politische Versprechen sich in Luft auflösen können, behalten Edelmetalle ihren inneren Wert – unabhängig davon, welche Raketen gerade wo einschlagen.
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