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Kettner Edelmetalle
21.01.2026
11:47 Uhr

Deutsche Stahlindustrie am Abgrund: Produktion auf historischem Tiefstand seit der Finanzkrise

Die Zahlen sind erschreckend, die Lage dramatisch: Mit gerade einmal 34,1 Millionen Tonnen Rohstahl hat die deutsche Stahlproduktion im Jahr 2025 einen Tiefpunkt erreicht, den man zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 gesehen hat. Ein Rückgang von 8,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr – und ein weiteres Kapitel im schleichenden Niedergang einer einst stolzen deutschen Schlüsselindustrie.

Kapazitätsauslastung unter kritischer Schwelle

Besonders beunruhigend ist der Blick auf die Kapazitätsauslastung, die mittlerweile unter die kritische Marke von 70 Prozent gefallen ist. Bereits zum vierten Mal in Folge bleibt die Produktion deutlich unter der 40-Millionen-Tonnen-Grenze – jener Schwelle, die in der Branche als Minimum für eine wirtschaftlich tragfähige Auslastung gilt. Seit 2018 wurde diese Grenze insgesamt sechsmal unterschritten. Die Wirtschaftsvereinigung Stahl spricht von einem anhaltenden "Rezessionsniveau".

Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin des Verbandes, bringt die Misere auf den Punkt:

"Für die Branche kommt derzeit vieles zusammen: eine historisch schwache Nachfrage, ein ungebremst wachsender Importdruck und international nicht wettbewerbsfähige Energiepreise."

Energiekosten als Standortkiller

Die explodierenden Energiepreise erweisen sich als regelrechter Mühlstein um den Hals der deutschen Stahlkocher. Während internationale Wettbewerber von günstigeren Strompreisen profitieren, kämpfen deutsche Unternehmen mit Kosten, die jede Wettbewerbsfähigkeit zunichte machen. Die verfehlte Energiepolitik der vergangenen Jahre rächt sich nun bitter – eine Hypothek, die noch lange nachwirken wird.

Hinzu kommt ein massiver Importdruck: Mittlerweile stammt etwa jede dritte in der EU verwendete Tonne Stahl aus Nicht-EU-Ländern. Billigimporte, oft unter fragwürdigen Umwelt- und Sozialstandards produziert, überschwemmen den Markt und drücken die Preise.

Duisburg als Symbol des Niedergangs

Deutschland mag zwar noch Europas größter Stahlproduzent sein, doch dieser Titel wirkt angesichts der Krise wie ein Trostpreis. Besonders hart trifft es den Standort Duisburg, das Herz der deutschen Stahlindustrie. Bei Thyssenkrupp Steel Europe, das rund 27.000 Mitarbeiter beschäftigt, sollen in den kommenden Jahren bis zu 11.000 Stellen gestrichen oder ausgelagert werden. Hinter diesen nüchternen Zahlen verbergen sich Schicksale, Familien, ganze Regionen, die um ihre wirtschaftliche Existenz bangen.

Globale Überkapazitäten und Trumps Zollpolitik verschärfen die Lage

Als wäre die Situation nicht schon prekär genug, verschlechtern globale Überkapazitäten und die aggressive Zollpolitik der USA unter Präsident Trump die Aussichten weiter. Die 20-prozentigen Zölle auf EU-Importe treffen die exportorientierte deutsche Stahlindustrie empfindlich.

Merz-Regierung unter Zugzwang

Die Branche richtet nun flehende Blicke nach Berlin. Zwar hätten die Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz und die EU-Kommission 2025 begonnen gegenzusteuern, doch umgesetzt sei laut Rippel "noch lange nichts". Ihre Forderung ist unmissverständlich: "Das Jahr 2026 muss das Jahr der Standortsicherung werden."

Die Hoffnungen ruhen auf Märkten für emissionsarmen Stahl. Doch dafür braucht es gezielte Anreize und verbindliche Regelungen für den Einsatz klimafreundlicher Grundstoffe bei öffentlichen Investitionen. Ob die neue Große Koalition den politischen Willen und die Durchsetzungskraft aufbringt, bleibt abzuwarten.

Eines steht fest: Die deutsche Stahlindustrie steht am Scheideweg. Ohne entschlossenes politisches Handeln droht der endgültige Niedergang einer Branche, die einst das Rückgrat der deutschen Industriemacht bildete. Die Zeit des Zögerns muss ein Ende haben – bevor es zu spät ist.

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