
Die Brandmauer wackelt: Immer mehr Deutsche durchschauen das politische Schattenboxen

Es bröckelt. Was die etablierten Parteien jahrelang als sakrosanktes Bollwerk inszeniert haben, erodiert nun in den Köpfen der Bürger – und das mit beachtlichem Tempo. Der neue Deutschlandtrend von Infratest Dimap, erhoben im Auftrag der ARD-„Tagesthemen“ und der „Welt“, zeichnet ein Bild, das den Strategen in der Berliner Parteizentralen den Schlaf rauben dürfte. 47 Prozent der Befragten halten den von der Union beschworenen Unvereinbarkeitsbeschluss gegenüber der AfD inzwischen schlichtweg für „nicht richtig“.
Zwölf Prozentpunkte mehr als im September 2024. Befürworter und Gegner der sogenannten Brandmauer stehen damit Kopf an Kopf. Wer hätte gedacht, dass die einst als moralische Selbstverständlichkeit verkaufte Ausgrenzung eines Viertels der Wählerschaft irgendwann selbst zur Disposition stünde?
Der Osten geht voran – und der Westen folgt langsam
Besonders bemerkenswert ist das geografische Gefälle. Während im Westen noch eine knappe Mehrheit von 50 Prozent an der Ausgrenzung festhält, dreht sich das Bild in den neuen Bundesländern komplett: 58 Prozent der Ostdeutschen halten die Brandmauer für falsch, nur magere 34 Prozent für richtig. Man könnte sagen: Dort, wo die Menschen einst eine Mauer hautnah erlebt haben, hat man ein feineres Gespür für künstlich errichtete Barrieren entwickelt.
Eine Demokratie, die ganze Bevölkerungsteile pauschal aussperrt, sollte sich nicht wundern, wenn diese Bevölkerungsteile irgendwann an der Sinnhaftigkeit der Aussperrung zweifeln.
Bei der Linkspartei kennt die Toleranz keine Grenzen
Geradezu entlarvend wird es beim Blick auf die Linkspartei. Hier halten nur noch 33 Prozent eine Abgrenzung für richtig, satte 56 Prozent lehnen sie ab. Die Doppelmoral liegt offen zutage: Während man die Erben der SED politisch hofiert, errichtet man gegen die zweitstärkste Kraft im Land eine ideologische Festung. Konsequenz? Fehlanzeige.
Die Zahlen, die niemand in Berlin hören will
Die Sonntagsfrage offenbart das ganze Ausmaß der Vertrauenskrise. Die AfD verharrt unverändert bei 27 Prozent und behauptet ihren Platz an der Spitze. Die Union dagegen rutscht auf 23 Prozent ab – der niedrigste Wert seit Januar 2022. Die Grünen kommen auf 14, die SPD auf 13 und die Linkspartei auf zehn Prozent. FDP und BSW würden mit vier beziehungsweise drei Prozent draußen bleiben.
Und der Kanzler? Friedrich Merz, der vor der Wahl noch markige Sprüche klopfte und keine neuen Schulden versprach, erreicht klägliche 16 Prozent Zustimmung. 82 Prozent der Bürger sind mit seiner Arbeit unzufrieden. Die gesamte Bundesregierung dümpelt bei zwölf Prozent Zustimmung herum. Ein vernichtendes Zeugnis für eine Große Koalition, die angetreten war, das Land zu stabilisieren, und stattdessen Milliarden-Sondervermögen anhäuft, die kommende Generationen über Steuern und Abgaben abstottern dürfen.
Was bleibt vom moralischen Hochmut?
Die Botschaft der Umfrage ist unmissverständlich: Die Bürger lassen sich immer weniger vorschreiben, wen sie zu wählen und wen sie zu meiden haben. Vielleicht dämmert es den politischen Eliten langsam, dass man Wähler nicht durch Brandmauern, sondern durch gute Politik gewinnt. Aber das wäre wohl zu viel verlangt von einer Regierung, die das Vertrauen ihrer eigenen Bürger systematisch verspielt.
In Zeiten politischer Unsicherheit und wirtschaftlicher Schieflage suchen viele Menschen nach Beständigkeit. Während Parteien an Glaubwürdigkeit verlieren und Sondervermögen die Inflation befeuern, bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber ein bewährter Anker zur Vermögenssicherung – krisenfest und unabhängig von politischen Stimmungsschwankungen.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt die Meinung unserer Redaktion wieder und stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte sich eigenständig informieren oder fachkundigen Rat einholen.

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