
Diesel-Schock droht: Trump will den Hahn zudrehen – Europa zittert!

Washington spielt mit dem Feuer, und Europa sitzt direkt daneben. US-Präsident Donald Trump hat sich am Dienstag am Rande der UN-Generalversammlung für einen Exportstopp für Diesel ausgesprochen. Finanzminister Scott Bessent lässt nach Medienberichten ein vollständiges oder teilweises Verbot prüfen. Europa produziert ohnehin zu wenig eigenen Diesel. Für den Kontinent wäre ein solcher Stopp ein Albtraum.
Wahlkampf an der Zapfsäule
Der Hintergrund ist schnell erzählt. Laut dem Automobilclub AAA kostete eine Gallone Diesel in den USA zuletzt im Schnitt 6,53 Dollar. Das ist Rekord. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sollen die Preise um mehr als 70 Prozent gestiegen sein.
Am 3. November wählt Amerika seinen Kongress neu. Mehrere Republikaner drängen deshalb auf ein Ausfuhrverbot. Senats-Mehrheitsführer John Thune zeigt sich laut Bloomberg offen dafür. Trump selbst wird von Reuters so zitiert:
„Ich habe gesagt, wir sollten den Diesel nicht exportieren. Wir produzieren viel Diesel … Ich habe meine Leute dazu aufgerufen.“
Die Rechnung dahinter: Bleibt der Diesel im Land, entsteht ein Überangebot. Die Händler müssen verkaufen, also fällt der Preis. Kurzfristig könnte das tatsächlich funktionieren. Aber eben nur kurzfristig.
Warnungen aus dem eigenen Lager
Sogar in Trumps Kabinett gibt es Widerstand. Energieminister Chris Wright warnte laut Reuters, dass Raffinerien ihre Produktion schnell drosseln würden, wenn der Warenfluss blockiert werde. „Wir brauchen mehr Angebot, nicht weniger“, sagte er demnach.
Noch deutlicher wird der Branchenverband American Petroleum Institute (API). Er warnt vor „verheerenden Folgen“. Weltweit werden täglich rund 8 Millionen Barrel Diesel per Schiff gehandelt. Etwa 1,5 Millionen davon stammen aus den USA, also rund ein Fünftel. Viele US-Raffinerien liefen nach Verbandsangaben schon mit mehr als 100 Prozent ihrer Nennkapazität. Fällt der Export weg, drohe weniger Produktion bei allen Kraftstoffen. Am Ende könnten die Preise dann sogar in Amerika selbst steigen.
Brisant ist auch: Die US-Ostküste deckt laut API rund 10 Prozent ihres Dieselbedarfs mit Importen. Swissquote-Analystin Ipek Ozkardeskaya hält die Idee für „furchtbar“. Sie werde sich rächen.
Europa hängt am amerikanischen Tropf
Für Deutschland ist das keine ferne Debatte. Seit Februar 2023 gilt das EU-Embargo auf russische Ölprodukte. Seitdem sind die USA der wichtigste Ersatzlieferant. Daten des Analysehauses Kpler zufolge sind die US-Dieselexporte nach Europa seit Beginn des Iran-Kriegs um fast 50 Prozent gestiegen. Im August erreichten sie mit mehr als 506.000 Barrel pro Tag einen Rekord. Wichtigster Abnehmer in der EU sind die Niederlande. Über deren Häfen gelangt viel Ware ins deutsche Hinterland.
Gleichzeitig brechen andere Quellen weg. Russland hat sein Exportverbot verlängert, weil ukrainische Angriffe seine Raffinerien schwer treffen. Aus dem Nahen Osten kommt derzeit nur wenig Diesel, und auch China könnte seine Ausfuhren stoppen.
Selbstgemachte Verwundbarkeit
Kritiker sehen außerdem ein hausgemachtes Problem. Europa hat im Zuge der Energiewende über Jahre Raffinerien abgebaut. Man verließ sich auf den Weltmarkt und hat nun keinen Plan B. Hat diese Strategie eigentlich jemand auf den Ernstfall geprüft?
Die Märkte schlagen Alarm
An den Terminmärkten zeigt sich die Knappheit längst. Europäische Diesel-Futures (Low Sulphur Gasoil) kosten 1.486 Dollar je Tonne. Das ist doppelt so viel wie vor dem Iran-Krieg, obwohl Rohöl zuletzt billiger wurde. Der Abstand zwischen Rohöl- und Dieselpreis, der sogenannte Crack-Spread, zeigt: Der Engpass liegt bei den Raffinerien. Diesel treibt Lkw, Traktoren und Schiffe an. Steigt sein Preis, wird vieles teurer, bis hin zum Einkauf im Supermarkt.
Fazit: Die Inflation kommt durch die Hintertür
Ob Trump ernst macht, ist offen. Doch schon die Debatte zeigt, wie verletzlich Europas Energieversorgung ist. Für Sparer heißt das: Die Inflationsgefahr ist nicht vorbei. Wer sein Vermögen gegen solche Schocks absichern will, kann physisches Gold und Silber als bewährte Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio nutzen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient nur der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich.
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