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25.10.2026
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Diesel-Schock in den Minen: Warum Gold trotzdem die Nase vorn hat

Diesel-Schock in den Minen: Warum Gold trotzdem die Nase vorn hat
Symbolbild: KI-generiert

Die Blockade der Straße von Hormus trifft die globale Bergbauindustrie mitten ins Herz: den Treibstofftank. Explodierende Dieselpreise treiben die Förderkosten der großen Kupfer- und Goldproduzenten nach oben, wie aus den aktuellen Quartalsberichten hervorgeht. Gewinner gibt es trotzdem. Und die heißen vor allem: Gold.

Ohne Diesel steht jede Mine still

Bagger, Muldenkipper, Generatoren, Frachter: Im Bergbau läuft fast alles mit Diesel. Seit die Energielieferungen durch die Meerenge am Persischen Golf stocken, ist die Rechnung saftig geworden. Die Ölsorte Brent notierte zuletzt bei knapp 117 US-Dollar je Barrel.

Nach Angaben des World Gold Council stiegen die Dieselpreise in den USA um 54 Prozent. In Australien haben sie sich fast verdoppelt. Einige kleinere australische Minenbetreiber mussten den Berichten zufolge ihren Betrieb wegen Treibstoffmangels sogar vorĂĽbergehend einstellen.

Analysten von TD Cowen hatten schon im März 2026 gewarnt, die Kosten würden ähnlich stark steigen wie 2022 nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine. Ihre Schätzung lag bei 15 Prozent höheren AISC im Jahresvergleich. Das ist die Kennzahl für die gesamten laufenden Kosten pro geförderter Unze. Die gesamten All-in-Kosten sollten sogar um 22 Prozent zulegen.

Kupfer: Die Kosten drĂĽcken

Am härtesten trifft es die Kupferproduzenten. Antofagasta hob seine Prognose für die Cash-Kosten des Gesamtjahres auf 2,60 bis 2,70 US-Dollar je Pfund an. Bisher waren 2,40 bis 2,60 Dollar angepeilt. Als Grund nannte der Konzern die höheren Dieselpreise.

Bei Capstone Copper stiegen die C1-Cash-Kosten im zweiten Quartal um 15 Prozent auf 2,82 Dollar je Pfund. In der chilenischen Mine Mantos Blancos schossen sie sogar um 88 Prozent auf 3,93 Dollar nach oben. Etwa 34 Cent davon entfielen laut Unternehmen auf höhere Förderkosten, vor allem durch Diesel.

Interessant ist der Gegenpol. In der Mine Mantoverde sanken die Kosten um 16 Prozent, obwohl Diesel dort 23 Cent je Pfund zusätzlich kostete. Der Grund ist Gold, das dort als Nebenprodukt anfällt.

Gold: Der Rekordpreis als Schutzschild

Bei den Goldminen ist die Lage deutlich entspannter, weil der hohe Goldpreis die Mehrkosten mehr als ausgleicht. Bei Barrick stiegen die Förderkosten zwischen 2025 und 2026 um 17 Prozent, teils wegen des Treibstoffs. Trotzdem legte das bereinigte EBITDA im zweiten Quartal 2026 um 51 Prozent auf 2,55 Milliarden Dollar zu.

Bei Kinross kletterten die Produktionskosten um 25 Prozent auf 1.352 Dollar je Unze. Die Marge wuchs dennoch um 42 Prozent auf 3.131 Dollar. Noch extremer ist der Fall Monument Mining: In der malaysischen Mine Selinsing stiegen die Kosten von 814 auf 1.243 Dollar je Unze. Die Bruttomarge erhöhte sich trotzdem um 69 Prozent auf 109,7 Millionen Dollar.

Newmont rechnet vor, dass jede zehn Dollar mehr pro Barrel Öl rund 110 Millionen Dollar zusätzliche Kosten verursacht, umgerechnet 21 Dollar je Unze. Ivanhoe-Gründer Robert Friedland erklärte, die Belastung durch Diesel sei gut eingedämmt worden. Die eigene Schmelze an der kongolesischen Mine Kamoa-Kakula wirke wie eine natürliche Absicherung, solange Hormus blockiert bleibe.

Ă–l und Gold: ein altes Paar

Die beiden Rohstoffe entwickeln sich nicht immer im Gleichschritt. In Phasen von Inflation und geopolitischen Krisen sind ihre Preise laut TD-Analyse in der Vergangenheit aber oft gemeinsam gestiegen. Der Grund: Wenn die Ă–lversorgung wackelt, suchen Anleger nach einem sicheren Hafen.

Die nächste Bewährungsprobe kommt

Ganz vorbei ist die Gefahr nicht. Der Goldpreis hat sich zuletzt von seinem Rekordhoch im Januar entfernt und liegt um die 4.000 Dollar je Unze. Zugleich steigen die Zinsen. Der World Gold Council warnt deshalb, die Widerstandskraft der Branche könnte bald auf die Probe gestellt werden. Wann der Ölverkehr durch Hormus wieder normal läuft, weiß niemand.

Die Zahlen zum dritten Quartal und zum Gesamtjahr werden zeigen, welche Konzerne den Kostendruck aushalten. Eines lässt sich aber schon jetzt sagen: Während Firmenbilanzen unter teurem Diesel leiden, ist physisches Gold von keiner Kostenstruktur abhängig. Als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio kann es helfen, in unsicheren Zeiten Vermögen zu sichern.

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Edelmetallen. Er gibt unsere Meinung und die uns vorliegenden Informationen wieder. Bitte informieren Sie sich selbst grĂĽndlich. FĂĽr Ihre Anlageentscheidungen sind Sie allein verantwortlich.

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